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Geschichte

Fresko von Ferdinand Fromiller um 1740 im Wappensaal des Landhauses: Die Übergabe des Gabbriefes an die Kärntner Landstände durch Kaiser Maximilian I., 1518.

Am Anfang war der Lindwurm. Er hauste im Sumpf, tapfere Männer töteten ihn durch eine List. Dann konnte Klagenfurt entstehen. So vermeldet es die Gründungssage.
Weniger märchenhaft war die Realität. Klagenfurt musste gleich zweimal gegründet werden. Zuerst kam der Kärntner Herzog Hermann aus dem rheinfränkischen Geschlecht der Spanheimer und wollte einen Stützpunkt an der Kreuzung der wichtigen Handelsstraßen Ost-West und Nord-Süd. Am Flüsschen Glan entstand ein kleiner Markt, der zwischen 1193 und 1199 als „Forum Chlagenvurth” erstmals erwähnt wurde. Die Neugründung war eine nasse Sache – sie lag im Überschwemmungsgebiet und wurde immer wieder überflutet.

Zweite Stadtgründung

Deshalb übersiedelte Sohn Bernhard von Spanheim, verheiratet mit der Tochter des Böhmenkönigs Wenzel, verwandt mit Babenbergern und Hohenstaufern, Schwiegervater von Friedrich dem Streitbaren, mit dem kleinen Ort. 1246 entstand Klagenfurt im Gebiet um den heutigen Alten Platz neu und erhielt schon 1252 das Stadtrecht.
Die nächsten Jahrhunderte brachten schwere Zeiten: Brände, Heuschreckenschwärme, Erdbeben, 1477 der erste Bauernaufstand im deutschsprachigem Raum. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts, genau 1514, schien Klagenfurt am Ende zu sein – ein Feuer legte die Stadt in Schutt und Asche. 

Geschenkte Stadt

Valvasor-Zeichnung von Alt-Klagenfurt mit Stadtmauern.

Vier Jahre später war Klagenfurt Landeshauptstadt und einzigartiger Fall in der deutschen Rechtsgeschichte. Habsburger-Kaiser Maximilian I. hatte kein Geld die Stadt, wie es seine Aufgabe gewesen wäre, wieder aufzubauen. So schenkte er Klagenfurt kurzerhand den Landständen (geistliche und weltliche Grundherren), die bis 1848 regierten. Das hatte es zuvor noch nie gegeben, dass ein Kaiser auf eine Stadt verzichtet.
Ein Glücksfall für Klagenfurt, das nun Landeshauptstadt wurde. Die neuen Herren machten sich rasch ans Werk. Die Stadt wurde modernisiert, befestigt, vergrößert, verschönert.

Domenico de Lalio

Die führenden Adelsgeschlechter und Prälaten errichteten hier ihre Stadtpalais, eine Wasserstraße zum Wörthersee, der Lendkanal, wurde angelegt.
Bis 1592 wird die Stadt nach den Plänen des italienischen Meisters Domenico de Lalio ausgebaut, der Neue Platz wird zum Mittelpunkt. Rund um Klagenfurt wird ein beinahe quadratischer Steinwall mit Wehrtürmen errichtet. Die Reformation brachte Klagenfurt eine neue Blütezeit, der Dom wurde als protestantische Kirche gebaut und nach der Gegenreformation im 17. Jahrhundert siedelten sich verschiedene kirchliche Orden in der Stadt an und brachten Impulse für das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben.

1809 „beehrten” die Franzosen Klagenfurt, sprengten die mächtigen Stadtmauern. Napoleon duldete beim Weiterziehen keine Festung in seinem Rücken. Nur kleine Reste des Befestigungswalls und des Stadtgrabens sind heute noch erhalten.

Neuzeit

1850 wird Klagenfurt Stadt mit eigenem Statut. 1863 hielt die Neuzeit Einzug – der Anschluß an das Eisenbahnnetz brachte neue wirtschaftliche Impulse. Klagenfurt wuchs weiter zum echten Zentrum Kärntens. Dann kamen zwei Weltkriege.
Im letzten Jahr des Zweiten Weltkrieges, 1944, wurde Klagenfurt zerbombt, tausende Mitbürger starben an den Fronten, viele andere in den Konzentrationslagern der Nazis. An einige von ihnen erinnern heute sogenannte Stolpersteine, Messingtafeln mit Namen und Schicksal, die in den Boden vor den letzten Wohnorten verlegt worden sind
Gleich nach Kriegsende, noch in der englischen Besatzungszeit ging es an den Wiederaufbau und schon bald war die südlichste Landeshauptstadt Österreichs wieder für Rekorde gut.
Hier entstand das erste Fernheizkraftwerk Österreichs (1947), wurde das erste Hochhaus gebaut (1955), bummelte man durch die erste Fußgängerzone Österreichs (1961). Klagenfurt entwickelte sich zur modernen, weltoffenen Stadt (15 Partnerstädte), pflegte und belebte seine historische Altstadt (dreimal ausgezeichnet mit dem Europa-Nostra-Diplom) und investierte in die Zukunft, Universität, Fachhochschule, Lakeside-Softwarepark,...

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