Bürgermeister 1850–2009

Das Klagenfurter Bürgermeisteramt wurde von den Stadtherren, den Ständen, 1588 eingerichtet. Bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts fanden jährliche Bürgermeisterwahlen statt. Josef II. hob die städtische Selbstverwaltung auf, das Stadtoberhaupt wurde auf Lebenszeit ernannt. Ab 1807 gibt es einen „geprüften” Bürgermeister, dessen Posten öffentlich ausgeschrieben wurde. Nach der März-Revolution 1848 wurde der Gemeinderat und aus seiner Mitte erstmals 1850 der Bürgermeister gewählt. Seit 1920 fand die Wahl des Gemeinderates und des Stadtoberhauptes nach dem allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrecht statt. In der nationalsozialistischen Zeit wurden die Gemeindevertretungen ernannt. Seit 1945 gibt es die gemeinderechtliche Selbstverwaltung und seit März 1991 wird der Bürgermeister von Klagenfurt vom Volk direkt gewählt.
Nachstehend eine Liste der Bürgermeister seit der März-Revolution 1848 und zum Download eine Liste aller Bürgermeister.

Dr. Andreas Koller

Dr. Andreas Koller

Amtszeit 10.11.1850 – 13.4.1852
K.k. Hof- u. Gerichtsadvokat in Klagenfurt, Vorsitzender des Komitees zur Errichtung einer Handelskammer. Planung umfassender Stadtverschönerung und Förderung kultureller Belange, Ausbau des Lendhafens, der Kreuzberglanlagen, Errichtung einer ständigen Postkutschenverbindung nach Laibach/Ljubljana. Einführung des Telegrafendienstes in der neuen Post- und Telegrafendirektion, Gründung des Kunstvereines. 

Mag. Ferdinand Hauser

Mag. Ferdinand Hauser

Amtszeit 22.6.1852 – 16.3.1861
Erwarb in Klagenfurt die Adler-Apotheke am Neuen Platz. Direktor der Kärntner Sparkasse u. Kaiserlicher Rat. Gründung der kaufmännischen Sonntagsschule, aus der sich Handelsschule und -akademie entwickelten, ferner der Oberrealschule, Errichtung der Berghauptmannschaft, Eröffnung der Wörthersee-Schifffahrt. Spatenstich zur Bahnlinie Klagenfurt – Marburg, womit die Stadt Anschluss an das europäische Verkehrsnetz erhielt. Hauser lehnte eine Wiederwahl zugunsten seines Schwiegersohnes Jessernig ab. 

Gabriel Ritter von Jessernig


Gabriel Ritter von Jessernig

Amtszeit 16.3.1861 – 17. 6. 1865, 20.5.1870 – 31.5.1887
Stammte aus einer alten Klagenfurter Familie von Handelsleuten und Steinbierbrauern. Direktor der Kärntner Sparkasse, Bürgermeister, Landtagsabgeordneter, Landeshauptmannstellvertreter, einige Jahre Reichsratsabgeordneter. 
Erhebung in den Ritterstand am 9. September 1875. Gründung jener Schule, aus der sich die Höhere Technische Bundeslehranstalt für Maschinenbau- und Elektrotechnik entwickelte. 

Leopold Nagel

Leopold Nagel

3.7.1865 – 18.2.1870
Amtszeit 1863 Gemeinderat und Vizebürgermeister, 1881 Landtagsabgeordneter und Landesfinanzreferent bis 1884.
1866 Vollendung der evangelischen Kirche am Lendkanal, Gründung der „Freiwilligen Rettungsgesellschaft“ als erste in der Monarchie. 1867 Abschaffung der Prügelstrafe im Kriminalhaus.

Mag. Franz Erwein

Mag. Franz Erwein

Amtszeit 7.6.1887 – 30.5.1890
Kaufte die Engelapotheke in der Bahnhofstraße. 1873 Gemeinderat, 1880-87 Vizebürgermeister und rechte Hand Jessernigs, gleichzeitig Landtagsabgeordneter. Direktor der Kärntner Sparkasse.
Die Wörthersee-Süduferstraße entsteht, unter seiner Stadtführung werden die ersten Arbeiterwohnungen errichtet. 

Dr. Friedrich von Franz

Dr. Friedrich von Franz

Amtszeit 13.3.1938 – 7.5.1945
Hofkanzleikonzeptionsbeamter, Frontoffizier im Ersten Weltkrieg, Bezirkshauptmann von St. Veit an der Glan, 1934 als Nationalsozialist enthoben, 1935 im zeitlichen Ruhestand, 1938 von den Nationalsozialisten zum Oberbürgermeister ernannt. Eingliederung der Nachbargemeinden St. Ruprecht und St. Peter, Annabichl, Sankt Martin. Namensän-derung vieler Straßen und Plätze, Einstellung aller Zeitungen. Am 7. Mai 1945 wurde Dr. Franz abgesetzt, er und sein Sohn wurden im Juli 1945 in Jugoslawien erschossen.

Friedrich Schatzmayer

Friedrich Schatzmayer

Amtszeit 8.5.1945 – 29.2.1952
Selbständiger Friseurmeister in Klagenfurt. Im Mai 1945 von den britischen Besatzungstruppen kommissarisch als Bürgermeister eingesetzt, im März 1946 bei Konstituierung des Gemeinderates bestätigt. Flüchtlingsnot und Wiederaufbau waren die größten Probleme und wurden vom Bürgermeister mit viel Aufopferung und Engagement in Angriff genommen.


Peter Graf

Peter Graf

Amtszeit 28.3.1952 – 12.11.1957
Weltkriegsteilnehmer, Abwehrkämpfer, Soldatenrat, Privatbuchhalter. Gründer und Obmann der Gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft „Vorstadt-Kleinsiedlung“. Aktion „Schöneres Klagenfurt“, radikale Verbesserung der Verkehrswege, Ausbau von Stadteinfahrten und Unterführungen und Wohnungsbau. 1955 Abzug der Besatzungstruppen. 

Portrait Hans Ausserwinkler

Hans Ausserwinkler

Amtszeit 12.5. 1957 – 2.5.1973
Landesernährungsinspektor, Leiter der Land- und Forstwirtschafts-Inspektion, Obmann der Zentralpersonalvertretung der Landesregierung.
Erste große Straßenbauten nach dem Krieg, erster Flächenwidmungsplan. Stadtplanung mit Blickrichtung auf modernen Städtebau, städtebauliches Konzept (Industriezone, Altstadtsanierung etc.). Schaffung des Europaparks.
1970 Gründung der Hochschule für Bildungswissenschaften. 

Mag. jur. Leopold Guggenberger

Mag. jur. Leopold Guggenberger

Amtszeit 2.5.1973 – 18.4.1997
Jusstudium an der Universität Wien, Assesor beim Oberlandesgericht Wien, Kärntner Landesdienst im „Sicherheitsreferat”, Sicherheitsdirektion, Gewerbeabteilung der Kärntner Landesregierung, Abgeordneter zum Nationalrat, Ernennung zum wirklichen Hofrat der Kärntner Landesregierung.
Altstadtrevitalisierung, Schwerpunkt Städtepartnerschaften
Auszeichnungen: Großes Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich, Silberner Landesorden des Landes Kärnten, Ehrenbürger der Partnerstadt Dachau, Verleihung des Ordens der Republik Italien mit dem Titel „Comodore”.

Dkfm. Harald Scheucher

Dkfm. Harald Scheucher

Amtszeit 18.4.1997 – 9.4.2009
Am 23. September 1940 geboren, sein Vater war Vizebürgermeister der Landes-hauptstadt. Abgeschlossenes Welthandelsstudium in Wien, Sekretär des Landes-hauptmann-Stellvertreters von Salzburg, Dr. Haslinger, Leiter der Außenhandels-abteilung in der Kärntner Wirtschaftskammer. Landesparteiobmann der ÖVP Kärnten, 2. Landeshauptmann-Stellvertreter in der Kärntner Landesregierung, Landtagsabgeordneter, 3. Landtagspräsident. In seiner Funktionsperiode Neubau des Stadions, Ausbau des Innenstadtringes, Bahnhof Neubau, Umgestaltung des Neuen Platzes, Bau des Lakeside & Technologie Parks,  Ausbau von Universität und Fachhochschule, Bau der City Arkaden, Ankauf und Renovierung von Schloss Loretto, IKEA-Ansiedlung. Länderübergreifende (Slowenien, Italien) Bewerbung um Olympische Winterspiele, wurden dann an Turin vergeben. 2008 ist Klagenfurt eine der Gastgeberstädte der Fußball-Europameisterschaft, die in Österreich und der Schweiz ausgetragen wurde.