Holocaust-Gedenkveranstaltungen

Internationaler Holocaust-Gedenktag

Mit dem Erinnern an die schrecklichsten Zeiten des 20. Jahrhunderts will Klagenfurt ein klares Zeichen gegen Rassismus und Völkermord setzen. Die Stadt stellt sich ihrer Verantwortung, einer Arbeit wider das Vergessen und der Aufklärung der Jugend.

Neben vielen anderen Initiativen gibt es rund um den Internationalen Holocaust-Gedenktag im Jänner eine Gedenkveranstaltung der Stadt als Erinnerung und Mahnung, wohin Rassenwahn führen kann. Für die Stadt Klagenfurt gilt es bewusst zu machen, dass jeglichem Fanatismus der sich gegen Menschen richtet, beherzt und vehement entgegengetreten werden muss. Die letzten Veranstaltungen mit Text und Foto bitte links aus dem Menu wählen.

Zeichnen gegen das Vergessen

Mehr als 100 Kohleporträts von Kindern und Jugendlichen, die von den Nazis ermordet worden sind, hat der Künstler Manfred Bockelmann gezeichnet. 30 davon waren 2013 in einer berührenden Ausstellung in der Klagenfurter Stadtgalerie zu sehen. Die beiden Klagenfurter Kinder Evi und Peter Preis (ihnen ist auch ein Stolperstein gewidmet) waren die ersten Opfer denen Bockelmann ein Gesicht gab. Genau darum geht es dem Künstler mit dieser Werkserie: Jenen jungen Juden, Sinti und Roma, die die Nazis komplett auslöschen wollten, wieder ein Gesicht zu geben, ihre Identität zurückzugeben.

Die Vorlagen für die Bilder stammen aus Familienalben, aus erkennungsdienstlichen Akten von Gestapo, SS, Ärzteschaft, für die die Kinder nach ihrer Deportation fotografiert wurden. 
Die Bilder sind unverkäuflich und in Ausstellungen auf der ganzen Welt zu sehen. Bockelmann, in der Nähe von Klagenfurt beheimatet, will noch weitere 80 Opfer porträtieren.

Allee der Gerechten

Nach Wien war Klagenfurt die zweite Stadt in Österreich, in der mit einer Installation Menschen gewürdigt wurden, die in der NS-Zeit unter Einsatz des eigenen Lebens Juden vor dem Tod gerettet haben. Zwischen den Bäumen auf dem Neuen Platz wurden Transparente mit den jeweiligen Lebensgeschichten gespannt. Initiator und Projektbetreuer war Josef Neumayr vom Verein „Lernen aus der Zeitgeschichte“. Entstanden ist die Ausstellung „Die Gerechten“ aus dem Projekt „A Letter To The Stars“,  dem größten Schulprojekt Österreichs. Mehr als 60.000 Schüler und Lehrer haben Lebensgeschichten von Ermordeten und Überlebenden des Holocaust recherchiert und dokumentiert. Nachzulesen und zu erleben auf der Webseite www.lettertothestars.at

Kranzniederlegungen Loibl Nord – Außenstelle KZ Mauthausen

Den Loibltunnel, heute von tausenden Autos frequentiert, mußten Häftlinge des Vernichtungslagers Mauthausen bauen. Viele starben, wurden ermordet. In der KZ Außenstelle Loibl Nord waren über 1.800 Häftlinge aus ganz Europa untergebracht, die unter unvorstellbaren Leiden und Qualen den Tunnel durch die Karawanken trieben.
Bei einer internationalen Gedenkveranstaltung, organisiert vom Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška und Univ.Prof. Dr. Peter Gstettner wird jedes Jahr an die von den Nazis gequälten und getöteten Mensch erinnert. 

Jedes Jahr auch mit dabei Vertreter der Landeshauptstadt Klagenfurt, die hier Kränze niederlegen.

Viele Jahre war das ehemalige Lager komplett zugewachsen, jetzt sind der Appellplatz und die Überreste einer Baracke bereits zu sehen, Steine zeigen, wo der Stacheldrahtzaun verlief und Holzinstallationen symbolisieren die Wachtürme. 

Die „Baustelle des Todes” wie die Mauthausen-Außenlager Loibl Nord und Loibl Süd genannt wurden, kostete etwa 40 Menschen das Leben. 36 sind bereits namentlich bekannt. Sie starben durch Entbehrungen, Misshandlungen der brutalen KZ-Aufseher, wurden erschossen oder durch Herzinjektionen des Lagerarztes getötet. Ihre Leichen wurden einfach verbrannt. Andere der rund 1.600 hier internierten Zwangsarbeiter wurden bei Krankheit und Arbeitsunfähigkeit zurück nach Mauthausen gebracht und dort ermordet.

Gedenk-Partnerschaft mit Dachau          

Einen wichtigen Schritt in der Erinnerungskultur hat Klagenfurt schon getan, als eigentlich kaum jemand über die Verbrechen der Nazi-Diktatur gesprochen hat, diese verdrängt wurden: 1974 ging man mit Dachau eine Städtepartnerschaft ein. In Dachau wurde von den Nazis das erste Konzentrationslager errichtet und der Name Dachau stand immer auch für den Schrecken und das Grauen dieser Lager.
Neben einer aktiv gelebten Partnerschaft in den Bereichen Kultur, Sport, Verwaltung, wuchs die zwischen den beiden Städten eine Gedenk-Partnerschaft. Bei Gedenkveranstaltungen am Loibl, in Dachau, in Mauthausen oder auch bei der ersten Erinnerungsveranstaltung in Hallein im Jahr 2015, nehmen beide Städte gemeinsam teil.