Stadtwappen

Mit der Lage des ältesten Klagenfurt steht die Namensgebung der Stadt Klagenfurt und wohl auch das mythologische Bildsymbol des Stadtsiegels in engstem Zusammenhang. Dieses älteste Klagenfurt an der Glan wurde von Herzog Hermann von Spanheim als Furtsiedlung gegründet.
Erstmals wird die Siedlung in einer Urkunde des Klosters St. Paul, die zwischen 1192 und 1199 entstanden ist, als „in foro chlagenvurt“ (= im Markt Klagenfurt) genannt. Etwa 100 Jahre später wurde der Markt durch Bernhard von Spanheim in die Gegend des heutigen Alten Platzes verlegt, damit dieser vor den ständig wiederkehrenden Glanüberschwemmungen sicher war.
Das älteste Stadtsiegel stammt aus dem Jahre 1287. Es zeigt einen hohen, schmalen Turm mit drei Zinnen. In halber Höhe des Turmes schwebt ein unheimliches Mischwesen vorbei. Es besteht aus drei für die Romanik typischen Tiersymbolen: Aus einem Hunde- oder Wolfskopf, einem Vogelkörper und einer dreifach geringelten Schlange.

Furt der Klage

Dieses mythologische Wesen stellt die „Klag“ (Mehrzahl „Klagen“) dar, ein unheimliches, Verderben bringendes Wesen, das an Flussübergängen als Wasserdämon haust, Sterbefälle ankündigt und Menschen auf merkwürdige Weise verschwinden lässt. Danach ist auch der Name Klagenfurt als Furt der Klage (Mehrzahl „der Klagen“), althochdeutsch Chlagun- oder Chlagonovurt, zu deuten. Wie übrigens auch das altslowenische Cviljovec (Zelouzi, um 1600 bezeugt) den Ort bezeichnet, wo sich Klagegespenster (Cvilja = Klageweib) aufhalten.

Als nun das älteste Klagenfurt an einen sicheren Ort, den heutigen Alten Platz, verlegt wurde, haben die Bewohner des Marktes einerseits zur Erinnerung an die von der „Klage beherrschten Furt“, andererseits als Schutz und Abwehrzeichen dieses drachenartige Mischwesen, die Klage darstellend, im Stadtsiegel aufgenommen.

Die ursprüngliche Deutung geriet allerdings im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit.
Name und Stadtsiegel haben in der Folge unterschiedliche Interpretationen erfahren. Im 16. Jahrhundert, als Klagenfurt Landeshauptstadt wurde, ist es humanistische Gelehrsamkeit, die wohl nach dem Fund eines Nashornschädels am Zollfeld das ursprünglich zweifüßige Drachentier zu einem Lindwurm mit vier Füßen auf festen Grund stehend umwandelt. Bereits 1583 erteilen die Stadtherren, den Befehl, auf dem Neuen Platz einen Brunnen zu errichten.
10 Jahre später steht in Klagenfurt der Lindwurm als Monumentalisierung des Wappentiers und als typisches Kunstwerk des Manierismus. Von diesem Zeitpunkt an begegnen wir dem zweifüßigen Drachentier und dem vierfüßigen Lindwurm als gleichwertige Bildzeichen sowohl im Wappen als auch im Stadtsiegel von Klagenfurt.
Auszug aus „Name, Siegel und Wappen der Landeshauptstadt Klagenfurt“
von Dr. Dieter Jandl aus dem Band „800 Jahre Klagenfurt“. 

Derzeit gültiges Klagenfurter Stadtwappen




Das derzeit gültige Klagenfurter Stadtwappen zeigt vor rotem Hintergrund einen weißen Turm mit dem davor schwebenden Mischwesen in kräftigem Grün.