Die Gäste aus Polen und Kroatien haben sich genauso verhalten wie es die OK-Planungen, die sich übrigens immer auf Angaben der UEFA stützten, vorgesehen hatten. "An den Spieltagen sind sogar mehr gekommen als geplant", so Pock. Vor allem die Fans aus Kroatien haben die Planungen bei weitem übertroffen. Wer an den kroatischen Spieltagen in der Klagenfurter Innenstadt war wurde auch Zeuge der Fanmassen, die die City ein ein weiß-rot-kariertes Farbenmeer tauchten. Ausgeblieben sind die deutschen Fans, hier hatte man sich aufgrund der Marketingaktivitäten mehr erwartet.
Kontraproduktiv war für das Organisationskomitee auch das Überangebot an Public Viewings. So gab es neben dem Bierzelt im Europapark noch vier weitere Leinwände sowie insgesamt 30 Public Viewings in ganz Kärnten. "Diese dienten aber nur als politische Bühne", so Pock. Aber durch das Überangebot blieben die Fans aus Kärnten von Klagenfurt fern.
Die Organisation der EURO im und um das Stadion wurde von der UEFA besonders gelobt. Und die Besucher waren vor allem von der sensationellen Stimmung begeistert. Wie gut hier alles organisiert war zeigt ein lustiges Beispiel: Am 1. Spieltag, also der Partie Deutschland gegen Polen, gab es um 18 Uhr einen Anruf im Callcenter und ein Anrainer wollte wissen, ob das Spiel abgesagt wäre, da es überhaupt keine Störungen gibt. Knapp zwei Stunden später war das Stadion mit über 30.000 Besuchern voll.
"Der Anteil am öffentlichen Verkehr war sehr hoch, die STW verzeichneten an den Spieltagen eine Verdoppelung der Passagiere", so Dipl.-Ing. Fernandez de Retana, der auch das Entsorgungskonzept als sehr positiv hervorhob.
Viel wurde von einer Flaute in den Fanzonen berichtet, nicht alles stimmt. Die Fanzone Neuer Platz war an jedem Spieltag überfüllt, auch die Fanzone Messe hat sich an den Spieltagen bewährt. Insgesamt wurden in Fanzonen und Fanmeile über 220.000 Besucher gezählt. Die Gastronomie macht rund 1,3 Millionen Euro Umsatz, von 90 Gastronomen haben nur 20 vorzeitig zugesperrt. "Und das war auch in den anderen Host Cities so", so die einhellige Meinung.
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