

Der tatsächlichen Umsetzung des Projekts Lakeside Science & Technology Park gingen Überlegungen zur Nutzung des Areals im Süden der Universität Klagenfurt voraus, die bis in die frühen 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückreichen. Im Jahr 2000 wurde die Idee wieder aufgenommen, es wurden Rahmenbedingungen analysiert, Best Practice-Beispiele recherchiert, ein Dialog mit allen Beteiligten (Unternehmen, Alpen-Adria Universität, Fachhochschule, Politik und Bevölkerung) geführt, eine Feasibility Studie erstellt und ein Realisierungskonzept erarbeitet.
Der Park wurde in drei Baustufen geplant, die abhängig von der erreichten Auslastung bis zum Jahr 2015 errichtet werden sollten. Die erste Baustufe mit sechs Gebäuden und rund 14.000 m² wurde mit 14 Unternehmen im April 2005 eröffnet; 2006 folgte die zweite Baustufe mit zwei weiteren Gebäuden und rund 7.000 m² und schon im Sommer 2010 wurde die dritte Baustufe mit nochmals zwei Gebäuden fertig gestellt. Der Park besteht nunmehr aus zehn Gebäuden mit einer Gesamtfläche von rund 26.000 m². Die Auslastung beträgt knapp 90%. 28 Unternehmen und weitere 17 Gründungsunternehmen im Build! Gründerzentrum Kärnten mit rund 1.000 MitarbeiterInnen sind hier angesiedelt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 54 Mio. Euro, die zur Gänze öffentlich (durch die Republik Österreich, das Land Kärnten und die Landeshauptstadt Klagenfurt) finanziert wurden. Der Betrieb des Parks wird aus den laufenden Einnahmen bestritten.
Der Lakeside Park positioniert sich als eine Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universitäts- bzw. Fachhochschulinstituten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Die Konzeption war durch die direkte Nachbarschaft zur Alpen-Adria-Universität von Beginn an darauf konzentriert, die strategisch gezielte »Zusammenstellung der Nachbarschaft«, das hervorragende Setting für Kooperation, im Bereich F&E anzubieten. Forschungsintensive, innovative, wachstumsorientierte Unternehmen, die im Bereich der Informationstechnologien, Telematik/Verkehrstelematik, ergänzenden und weiterführenden Technologien tätig sind, bilden die Zielgruppe. Durch die Ansiedlung eines großen Unternehmens im Bereich von Windkraftanlagen, wird die Ausrichtung in Richtung erneuerbare Energien erweitert.
Die sorgfältige und umfassende Planung beginnt bei der Architektur der Gebäude und der Landschaftsplanung der Anlage, reicht über die modernen und flexibel anpassbaren Büroflächen bis hin zur individuellen Unterstützung der Unternehmen bei speziellen oder auch einfachen alltäglichen Dingen durch das Team vor Ort. Dazu wurden neben einem Restaurant und einem Café-Bistro ungewöhnliche Infrastruktureinrichtungen, wie deutsch- und englischsprachige Kindergärten ab dem 1. Lebensjahr, das Build! Gründerzentrum Kärnten (zur Unterstützung von Unternehmensgründungen vor Ort), die Lakeside Labs (eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit dem Schwerpunkt auf selbstorganisierende vernetzte Systeme) oder der Kunstraum Lakeside (der sich als Ort für avancierte internationale Kunstproduktion, kontextbezogen in Funktionsbestimmung, Struktur und Betrieb des Lakeside Parks einbringt) etabliert.
»Eins und eins ist elf« - Die Rechnung wird zu einer Kooperationsformel, zu einer Metapher für das, was an Fülle im miteinander entstehen kann, bei gleichzeitiger Autonomie und Individualität jedes teilnehmenden Partners.
Die Unternehmen im Park erfüllen im Wesentlichen die vorgegebene Schwerpunktsetzung. Die marktüblichen Mietpreise liegen zwischen € 10,00 und € 9,40 pro m² (netto exkl. Betriebskosten), die Auslastung ist mit knapp 90% ausgezeichnet.
Die Geschäftsführung wird in Personalunion vom Vorstand des KWF Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds wahrgenommen, um die operativen Agenden vor Ort kümmert sich ein Team von 7 Personen.
Mit Umsetzung der dritten Baustufe (Mitte 2010) wurden die Ziele der ursprünglich bis 2015 angelegten Aufbau- und Entwicklungsplanung erreicht. Um den Park mit dem bestehenden Team bei Fortführung bzw. Ausbau der bisherigen Aktivitäten (Kunstraum, Lakeside Conference, etc.) wirtschaftlich erfolgreich weiterzuführen, wird mittelfristig eine Auslastung von 85-90% angestrebt, die bereits erreicht werden konnte. Weitere Ausbaustufen und künftige Entwicklungen sind über Public-Private-Partnership-Modelle vorgesehen. Team und Modell des Lakeside Parks unterscheiden sich signifikant von anderen österreichischen Parks und repräsentieren eine systemisch angelegte, regionale Innovationsstrategie.