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Naturschutz

 

NATURA 2000 Gebiet - Wörthersee Ostbucht im Landschaftsschutzgebiet - Lendspitz Siebenhügel

Wörthersee-Ostbucht Landschaftsschutzgebiet Lendspitz
Die Kärntner Landesregierung hat in ihrer Sitzung am 13.9.2005 einstimmig beschlossen, in der Wörthersee- Ostbucht im Landschaftsschutzgebiet Lendspitz-Siebenhügel und Maiernigg ein EU-konformes Natura-2000-Gebiet einzurichten.
 
Damit wurde die Vorausetzung dafür geschaffen, dass für Verbesserungsmaßnahmen in diesem Gebiet EU-Fördermittel lukrierbar sind.
Die Umweltabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt hat in Kooperation mit dem Land Kärnten, der Arge NATURSCHUTZ, der Interessensgemeinschaft für Ornithologie, dem Kärntner Institut für Seenforschung und der Universität Klagenfurt einen LIFE-NATUR-Projektantrag ausgearbeitet, wonach in den nächsten 4 Jahren ca. 3 Millionen Euro in die Umsetzung effektiver Schutz- und Verbesserungsmaßnahmen, sowie in die Errichtung einer Vogelwarte investiert werden können.

Das bestehende Landschaftsschutzgebiet

In der Wörthersee-Ostbucht befindet sich, neben dem größten Strandbad Österreichs, das Landschaftsschutzgebiet Lendspitz-Siebenhügel und Maiernigg. Dieses weist auf einer Uferlänge von rund 500 Metern eine typische Verlandungsvegetation auf, die am übrigen Wörthersee nur noch im Natura-2000-Gebiet Walterskirchen ausgebildet ist. Das Schutzgebiet wird durch den Wörtherseeabfluss (Glanfurt) geteilt.
Das nördlich der Glanfurt gelegene Schutzgebiet Lendspitz-Siebenhügel ist wesentlich stärker vom menschlichen Einfluss geprägt. Der schmale Ufersaum wird von Röhricht eingenommen, der dahinterliegende Föhren-Birken-Bruchwald ist von einem Radweg durchschnitten. Nicht verbuschte bzw. verwaldete Moorflächen werden von Pfeifengraswiesen, Seggenrieder- und Schneidried-Beständen dominiert. Der östliche Teil ist durch zwei Straßen voneinander getrennt. In diesem Bereich dominieren intensive Grünland- und Ackerflächen mit inselartigen Vorkommen von Seggenrieder, und Bruchwälder, welche von Wassergräben durchzogen sind.
Im südlich gelegenen, wesentlich naturbelasseneren Maiernigg, kann noch die typische Verlandungszone festgestellt werden. Dem schmalen Schilfbestand folgt ein ausgedehntes Schneidried, landeinwärts befinden sich Großseggenbestände und Pfeifengraswiesen. Diese werden von Feuchtgebüsch und Bruchwäldern abgelöst, die in einen föhren- und fichtenreichen Laubmischwald übergehen. 
Bei höherem Wasserstand des Wörthersees werden beträchtliche Teile des Gebietes überflutet.

Vielfältige Nutzungsinteressen

Das Landschaftsschutzgebiet liegt mit dem Strandbad, dem Europapark und Minimundus in einem bedeutenden Naherholungsgebiet der Landeshauptstadt Klagenfurt. Es ist eines der bedeutendsten freizeit-touristisch orientierten Gebiete Kärntens.
Aufgrund dieser besonderen Lage gibt es eine ausgeprägte Identifikation der Bevölkerung mit diesem Gebiet. Die daraus restultierenden vielfältigen Nutzungsinteressen (Jagd, Freitzeit, Tourismus, Erholung, Gastronomie) stellen eine besondere Herausforderung für eine Umsetzung des Naturschutzgedankens dar. Das Projekt soll dazu genutzt werden, durch umfassende Informations- und Bewusstseinsarbeit die einzigartige ökologische Bedeutung der Gebietes stärker hervorzuheben. Eine enge Zusammenarbeit mit allen interessierten Privatpersonen und den verschiedensten Organisationen und Institutionen wird auch weiterhin angestrebt. Der größte Teil des Schutzgebietes ist öffentliches Gut  im Eigentum der Landeshauptstadt Klagenfurt und des öffentlichen Wassergutes. Für die Grundeigentümer soll es keine Benachteiligung geben, bestehende Rechte und Gesetze werden nicht angetastet und gelten weiterhin.

Wissenschaft & Natur-Erleben

Im Natura 2000-Gebiet konnten bisher 23  besonders geschützte Vogelarten, weiters über 120 Vogelarten wie Brutvögel, Durchzügler und Wintergäste nachgewiesen werden. Die Wörthersee-Ostbucht ist ein bedeutendes Gebiet für Hunderte überwinternde Vogelarten (z. B. Prachttaucher, Schwarzhalstaucher, Pfeifente, Schnatterente, Reiherente, Tafelente, Weißkopfmöwe) und hat internationale Bedeutung als Rastplatz für Zugvögel (z. B. Nachtigall, Blaukehlchen, Mariskensänger, Beutelmeise, Rohrammer, Drosselrohrsänger).
Ziel des Projektes ist einerseits die wissenschaftliche Untersuchung des Gebietes als Rastplatz für Zugvögel, andererseits die Schaffung öffentlich zugänglicher Bereiche. In diesen können die Besucher mithilfe innovativer Informationstechnologie die Natur "hautnah" erleben.

Überregionale Bedeutung

Derzeit wird ein INTERREG IIIA Projekt (im Österreich-Slowenien-Programm) mit dem Titel „Birdwatching im Alpen-Adria-Raum" umgesetzt. Für ornithologisch interessierte Personen werden 3- oder 5-Tages-Pakete für den Besuch verschiedener Gebiete in Kärnten, Slowenien und Friaul-Julisch-Venetien erstellt.
Mit der Errichtung einer Vogelwarte im Landschaftsschutzgebiet Maiernigg soll nicht nur ein wissenschaftliches Kompetenzzentrum für Vogelzugforschung geschaffen werden, sondern auch ein zusätzlicher Standort für das Birdwatching-Projekt.

Die genaue Lage des Gebietes und die geplanten Maßnahmen finden Sie im Download des Natura-2000-Planes (203 kB)

NATURA 2000 - Lendspitz  Maiernigg - Managementplan (6,70 MB)

NATURA 2000 - Lendspitz Maiernigg - Managementplan - Kurzbericht (297 KB)

NATURA 2000 - Lendspitz Maiernigg - Flächenbilanz

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Seite aktualisiert am: 01.08.2010