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Ehrengräber

Josef Friedrich Perkonig


03.08.1890 - 08.02.1959
Dichter

Perkonig wurde am 3. August 1890 als Sohn eines Graveurs in Ferlach geboren, besuchte in Klagenfurt Gymnasium und Lehrerbildungsanstalt, wo er zum Lehrer ausgebildet wurde. Er trat als Dichter, Schriftsteller und Romancier hervor. 
Josef Friedrich Perkonig hat sich in der Volksabstimmungspropa-ganda für Österreich verdient gemacht und brachte in seinen literarischen Werken die besonderen Wesenszüge insbesondere des gemischtsprachigen Kärnten zum Ausdruck.

Während des Ständestaates war er Klagenfurter Gemeinderat sowie Vertreter für Wissenschaft und Kunst im Ständischen Landtag, doch als Volkspolitischer Referent auch schon Verbindungsmann für die Nationalsozialisten.

Während des NS-Regimes übte er bis Ende 1941 das Amt eines stellvertretenden Landesleiters der Reichsschrifttumskammer aus. Sein erster Antrag um Aufnahme in die NSDAP vom 25. Juli 1938 wurde jedoch vom Gaugericht Kärnten am 23. Mai 1939 wegen seiner Mitgliedschaft zur Freimaurerloge Paracelsus abgelehnt (erst 1941 erfolgte nach mehrfachen Interventionen seine Aufnahme). Zum Landesobmann für Schriftsteller im Gau Kärnten wurde Perkonig 1939 trotz einiger Bedenken der NSDAP-Stellen „wegen der nur wenigen Schriftsteller in Kärnten, die für dieses Amt in Frage kommen“, ernannt.

Nach 1945 passte er sich sofort den neuen politischen Gegebenheiten an und arrangierte sich durch Förderung der Slowenen mit dem neuen System. Perkonig ist ein Beispiel dafür, wie man unter Umständen aus der spezifischen Volkstumssituation des Grenzlandes, aus welcher er stammte, eine effiziente, aus heutiger Sicht moralisch fragwürdige Erfolgsstrategie entwickeln konnte.

 

Friedhof Annabichl - Kapellengruft XIII/SW/6

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