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Kranzniederlegung am Loibl

(11.06.2016)
Bei der Internationalen Gedenkveranstaltung für die Opfer des KZ Loibl Nord legten die Städtepartner Klagenfurt und Dachau einen gemeinsamen Kranz nieder.

Seit 22 Jahren sorgt das Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška dafür, dass die am Loibl Gequälten und Ermordeten nicht vergessen werden. Samstag gedachten wieder das offizielle Kärnten, KZ-Überlebende und viele Besucher, Besucherinnen aus dem In- und Ausland der grauenhaften Ereignisse unter dem Nazi-Regime. Für die Städtepartner Klagenfurt und Dachau kamen Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler und Bürgermeister Kai Kühnel.

Mit der Gedenkveranstaltung am ehemaligen Appellplatz und der Kranzniederlegung beim Tunnelportal werden auch 71 Jahre nach der Befreiung jene Menschen geehrt, die hier gedemütigt und ermordet wurden.

„Baustelle des Todes“ wurde das Außenlager des KZ Mauthausen am Loiblpass genannt, gebaut wurde der Loibltunnel. Rund 1.600 Zwangsarbeiter wurden hier gequält, gedemütigt, ermordet. 40 Menschen aus verschiedensten Ländern wie Polen oder Frankreich starben direkt im Loibl-Lager durch Entbehrungen, Misshandlungen der KZ-Aufseher, Herzinjektionen des Lagerarztes, wurden erschossen, erschlagen, ihre Leichen einfach verbrannt. Andere Zwangsarbeiter wurden nach Mauthausen zurück transportiert und dort ermordet.

Beim Tunnel-Portal gibt es heute die Gedenktafeln für diese Opfer der Nazi-Diktatur. Hier legten auch heuer wieder vor der Internationalen Gedenkveranstaltung viele Delegationen, an der Spitze Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser, Kränze nieder. 

 Die Partnerstädte Klagenfurt und Dachau, die ja auch über eine Gedenkpartnerschaft verbunden sind und bei solchen Anlässen zusammen auftreten, erinnerten mit einem gemeinsamen Kranz an die Opfer. Der Delegation gehörten Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler, die Klagenfurter Gemeinderäte Judith Michael und Gerhard Leitner sowie Bürgermeister Kai Kühnel aus Dachau an. 

Für Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler sind solche Gedenk­veranstaltungen heute wichtiger denn je: „Wir müssen die Grauen der Nazi-Zeit immer wieder bewusstmachen, sie dürfen nie vergessen werden. Nur so ist es möglich den Anfängen zu wehren. In einer Zeit wo unsere Universität, ein Ort des freien Geistes, der Forschung und der Lehre von rechten Kräften gestürmt wird, wo Menschen, die Flüchtlingskindern Schwimmen beibringen, beschimpft und bedroht werden, müssen wir sehr wachsam sein“. 

Dementsprechend auch die Kranzschleife der beiden Städte: „Gegen das Vergessen“.

Organisiert wird die Feier am Loibl übrigens von Univ. Prof. Dr. Peter Gstettner, dem Vorsitzenden des Gedenkbeirates der Stadt Klagenfurt. Die Gedenkrede hielt heuer Milan Kučan, der erste Staatspräsident Sloweniens.


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