Zum Inhaltsbereich springen

Die Entsorgung hat 2016 gut gewirtschaftet

(08.11.2017)
Das abgelaufene Geschäftsjahr bringt durch Kanalisation, Kläranlage und Müllbeseitigung Überschüsse von insgesamt 9,3 Millionen Euro. Mit den Rücklagen in der Höhe von nun über 90 Millionen Euro müssen aber schon in naher Zukunft große Investitionen getätigt werden.

Über den Geschäftsverlauf der Abteilung Entsorgung und Wasserschutz im Jahr 2016 haben Entsorgungsreferent Stadtrat Wolfgang Germ und Abteilungsleiter Ing. Karl Weger am Mittwoch bei einem Pressegespräch informiert. Im Geschäftsbericht enthalten sind die Leistungsbereiche Müllabfuhr, Kanalisation, Kläranlage und Wasserschutzbau.

2016 hat die Abteilung Entsorgung Überschüsse von insgesamt 9,3 Millionen Euro (Kanalisation und Kläranlage 7,2 Mio. sowie Müllbeseitigung 2,1 Mio. Euro) erwirtschaftet. Mit den bestehenden Rücklagen und jenen, die aus 2017 dazu kommen, beläuft sich die Gesamtsumme der Rücklagen auf über 90 Mio. Euro.

„Das klingt viel, sie müssen aber zweckentsprechend eingesetzt werden. Und schon in naher Zukunft sind einige große Investitionen notwendig“, informiert Germ. Den größten Brocken bildet die Kläranlage. Noch heuer sollte laut Germ der Stadtsenat die Entscheidung treffen, ob saniert oder am Standort neu gebaut wird. Genügend Reserveflächen stünden dafür zur Verfügung.

Die Kosten der beiden Varianten werden jeweils zwischen 70 und 100 Millionen Euro geschätzt. „Weiters fallen bis 2029 Kosten für die Deponienachsorge in Hörtendorf von acht bis zehn Millionen Euro an. Auch die Investitionen für Kanalbau werden von fünf auf acht Millionen pro Jahr erhöht“, merkt Weger an. Zudem schlägt sich die derzeit im Bau befindliche Müllbehälterwaschanlage mit 1,5 Mio. Euro zu Buche.

Jährlich verwaltet die Abteilung Entsorgung rund 52 Millionen Euro an Ausgaben: 53 Prozent entfallen auf Kanalisation, 36 Prozent auf Müllbeseitigung, 10 Prozent auf die Kläranlage und rund 1 Prozent auf Wasserschutz. Der Kostendeckungsgrad fällt für 2016 positiv aus: So wurde in der Abwasserbeseitigung 32 Prozent und in der Müllbeseitigung 18 Prozent Überschuss erwirtschaftet. Im Vergleich zu 2015 ist das ein Plus von rund 10 bzw. 6 Prozent.

In die Aufgaben des Wasserschutzbaus fallen die Wartung und Betreuung des Russenkanals sowie der fünf Regenwasserrückhaltebecken mit dem Hochwasserschutz „Sattnitz“. Entspannt hat sich mittlerweile die Situation beim Russenkanal. Durch den Abbau des Biberdamms ist der Abfluss des Wassers wieder gewährleistet. Der Rückstau bis nach Waidmannsdorf hat sich aufgelöst. „Der Bereich wird periodisch überwacht, bisher ist der Biber aber nicht zurückgekehrt. Scheinbar hat er woanders einen neuen Lebensraum gefunden“, so Germ.

187 Mitarbeiter sind aktuell in der Entsorgung beschäftigt. Sie holen jährlich 55.000 Tonnen Abfälle von 21.792 Gebäuden und 68.104 Wohnungen in der Landeshauptstadt ab. Das Kanalnetz umfasst eine Länge von 807 Kilometern, das ist in etwa gleich viel wie jenes in Graz. Es ist ein in Abwasser- und Schmutzwasserkanal getrenntes System.

Gemeinsam mit den Abwässern der Gemeinden des Wasserverbandes Wörthersee Ost landen diese in der Kläranlage Klagenfurt. Sie hat derzeitig eine Kapazität von 300.000 Einwohnerwerten. Zu Spitzenzeiten liegt man jedoch schon weit darüber, daher wird ein Ausbau auf 350.000 notwendig. Über 99 Prozent der Liegenschaften in Klagenfurt sind mit dem Kanalsystem verbunden. Nur mehr bei einzelnen Wohnsitzen in Randgebieten fehlt noch ein Kanalanschluss.

Scrolle nach oben