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Goldene Medaille für Historiker

(10.11.2017)
Die Stadt ehrte einen Geschichtsforscher, der die Folgen der schrecklichen Judenvernichtung im Nazi-Regime aufarbeitet.

Dr. Hubert Steiner ist einer jener profunden Historiker, die sich intensiv mit den Auswirkungen der schrecklichen Judenverfolgung im Nazi-Regime, mit der Provenienz-Forschung (Herkunftsforschung) von Kunst- und Kulturgütern beschäftigen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist auch das Schicksal von Juden in Kärnten und Klagenfurt. Jetzt wurde er mit der Goldenen Medaille der Landeshauptstadt Klagenfurt ausgezeichnet.

Die Verleihung erfolgte in der Bibliothek der Klagenfurter Universität und genau am Abend des 9. Novembers. Es ist jener Tag an dem vor 79 Jahren beim Novemberprogramm, der sogenannten Reichskristallnacht, Nazi-Horden Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen plünderten, zerstörten und in Brand steckten.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz hob die Verdienste von Dr. Hubert Steiner im Zusammenhang mit der Klagenfurter Erinnerungskultur hervor und erinnerte daran, dass die Landeshauptstadt mit dem Erinnerungsbeirat vielen Projekten wie den Stolpersteinen oder der Holocaust-Gedenkmatinee auf diesem Gebiet vorbildhaft ist. Dr. Steiner dankte sichtlich gerührt für die hohe Ehrung, die ihm deshalb so viel bedeute, weil „das von meiner Stadt kommt“. Anschließend trug sich der Historiker in das Goldene Buch der Landeshauptstadt ein.

Steiner, der im September seinen 60. Geburtstag feierte, wurde in Klagenfurt geboren, maturierte am BG II und machte seine ersten akademischen Schritte als frischgebackener Historiker in der Bibliothek der Universität Klagenfurt, die damals noch Universität für Bildungswissenschaften hieß. An diese Zeit erinnerte auch Mag. Lydia Zellacher, die Leiterin der Bibliothek der Alpen- Adria-Universität Klagenfurt. Dr. Hubert Steiner ging 1987 an das Österreichische Staatsarchiv, wo er heute noch tätig ist.

Wie Univ. Prof. Dr. Dieter Pohl, Leiter der Abteilung Zeitgeschichte an der Klagenfurter Uni, erläuterte, war für Steiner dann die Affäre Waldheim der Anstoß, sich auf Restitution und Provenienzforschung zu spezialisieren. Er arbeitet eng mit dem Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und der Anlaufstelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien zusammen, war in der Historikerkommission des Bundes tätig und ist weltweit gefragter Gastredner.

In Klagenfurt sprach er nach der Ehrung zum Thema „Kärntens und Klagenfurts Juden unter nationalsozialistischem Joch sowie der Versuch der Vergangenheitsbewältigung anhand des einschlägigen Archivgutes im Österreichischen Staatsarchiv.“

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