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Luftgüte hat sich in Klagenfurt verbessert

(07.05.2018)
Die Belastungen durch Feinstaub und Stickstoffdioxid sind in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Vorgegebene Grenzwerte werden an allen Messstationen unterschritten. Der positive Trend ist auf die von der Stadt gesetzten Maßnahmen zurückzuführen.

Seit 2001 gelten EU-weite Luftqualitätsrichtlinien, welche die Landeshauptstadt seit 2003 ganzjährig misst. Bei den vier Messstationen (Völkermarkter Straße, Sterneckstraße, A2 Nordumfahrung und in Hörtendorf) sind die gemessenen Belastungen durch Feinstaub (PM10) und Stickstoffdioxid (NO2) in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen.

„Dieser Trend ist sehr erfreulich, die Luftgüte hat ja wesentlich mit der Lebensqualität einer Stadt zu tun. Die positive Entwicklung ist auch auf die von uns gesetzten Maßnahmen zurückzuführen“, erklärt Umweltreferent Stadtrat Frank Frey. Als Hauptverursacher von Feinstaub gilt der Verkehr und Hausbrand. Nach den EU-Richtlinien sind 35 Überschreitungstage pro Jahr zulässig. Beim Jahresmittelwert liegt der Grenzwert bei 40 µg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter). Die Feinstaubwerte sind in Klagenfurt seit Beginn der Messungen deutlich gesunken. Im Jahr 2004 hatte die Landeshauptstadt noch etwa 80 Überschreitungstage. Heute liegen alle Messstationen unter den vorgeschriebenen Grenzwerten. 

Die Gründe dafür liegen zum einen in den von der Stadt gesetzten Maßnahmen wie dem Ausbau von Fernwärmeanschlüssen, der Umstellung des alten Fernheizkraftwerkes auf Gas und der Erneuerung alter Heizungssysteme. Zum anderen kommt der Entwicklung die verbesserte Filtertechnik bei Kraftfahrzeugen und Industrieanlagen sowie geänderte klimatischen Bedingungen entgegen. Denn Feinstaubwerte sind auch stark abhängig von Wetterverhältnissen wie Wind, Inversionswetterlage oder Luftfeuchtigkeit. So gab es zB 2014 ein besonders niederschlagreiches Jahr im Winter ohne einem einzigen Überschreitungstag an allen Stationen. Dafür war 2016 wieder ein klimatisch ungünstigeres Jahr mit einer kalten, trockenen Winterepisode, was dem Trend entgegenwirkte.

„Insgesamt geht die Trendkurve aber in Sachen Feinstaubbelastung erfreulicherweise deutlich nach unten. Für die Zukunft ist hier mit keinen größeren Problemen mehr zu rechnen“, so Dr. Wolfgang Hafner, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltschutz. Klagenfurt liegt damit bei Feinstaubwerten deutlich besser als beispielsweise Graz oder andere Städte, die schon mit Vertragsverletzungsverfahren von der EU konfrontiert sind.

Beim Stickstoffdioxid gibt es beim Tagesmittelwert keinen Grenzwert, sondern einen Zielwert der mit 80 µg/m3 festgelegt ist. Erstrebenswert ist hier eine möglichst geringe Anzahl an „Überschreitungen“ zum Schutz der Gesundheit und Vegetation. Der Grenzwert beim Jahresmittelwert von Stickstoffdioxid liegt bei 40 µg/m3 in der EU und in Österreich bei 30 µg/m3. In Klagenfurt ist der EU-Grenzwert beim Jahresmittelwert derzeit bei allen Stationen unterschritten.

Beim Grenzwert für Österreich liegen die Messungen in der Völkermarkter Straße und der Nordumfahrung leicht darüber – was jedoch keine rechtliche Relevanz hat. Hauptverursacher von NO2 ist mit über 70 Prozent der lokale Kfz-Verkehr. Hafner: „Der deutlich abnehmende Trend der NO2-Belastung ist auf die Erneuerung der Fahrzeugflotte und die strengeren Abgasnormen wie Euro 5 und 6 zurückzuführen. Wenn dies weiter voranschreitet, dürfte es bis 2025 keine Probleme mehr mit Stickstoffdioxidbelastung geben.“ 

Die Stadt ist sich ihrer Klimaschutzaufgabe auch in Zukunft bewusst: „Wir versuchen, den Individualverkehr zu verringern und den öffentlichen Verkehr und das Radfahren zu forcieren. Wir sorgen mit einer Reihe von Maßnahmen dafür, dass die Belastungswerte weiter nach unten gehen und auch unten bleiben“, so Frey.

Dazu zählt etwa die regelmäßige Straßenreinigung, verbilligte Monatskarten für Öffis, Sanierung von 2.400 städtischen Wohnungen (Fernwärme statt Einzelöfen), die Fernwärmeoffensive (Stand 2005: 16.000 Anschlüsse, aktuell 27.000), Erneuerung der Busflotte, ganzjährige Sperre der Burggasse und abgeschlossene EU-Projekte (CEMOBIL, REZIPE, E-Log). Laut Frey wird weiter an Verkehrsberuhigungen in der Innenstadt (zB Begegnungszone Neuer Platz) und der Verbesserungen bei den Öffis gearbeitet.

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