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Holocaust-Gedenktag 2018

"Die Nummer auf deinem Unterarm ist blassblau wie deine Augen", das ist der Titel eines Buches von Dr. Eva Umlauf. Sie erhielt schon mit zwei Jahren in Auschwitz die KZ-Nummer eintätowiert. Sie sprach bei der Holcaust-Gedenkveranstaltung 2018 der Stadt Klagenfurt.
Dr. Eva Umlauf ist Kinderärztin und Psychotherapeutin. Sie wurde in einem Arbeitslager des NS-Regimes in der Slowakei geboren und kam als Zweijährige mit ihrer Mutter in das Vernichtungslager Auschwitz. Der Ermordung durch Gas entgingen beide durch viel Glück. Einen Tag vor ihrer Ankunft in Auschwitz-Birkenau stellten die Nazis die Vergasungen ein, weil die unvorstellbaren Verbrechen möglichst noch vertuscht werden sollten. Während sie und ihre Mutter überlebten, wurde der Vater zwei Monate vor Kriegsende in der Außenstelle Melk des Konzentrationslagers Mauthausen ermordet.


Wie man mit so einer Familiengeschichte umgeht, hat Dr. Eva Umlauf mit berührenden Worten bei der Gedenkmatinée der Stadt geschildert und aus ihrem Buch gelesen.
„Die gemeinsame Zukunft muss man sich erarbeiten, dazu gehört die heilende Kraft eines offenen Umgangs mit der Vergangenheit, mag sie auch noch so schrecklich sein. So ist Identitätsstiftung und die Formung eines kollektiven Erinnerns möglich“, mahnte sie.

Der Vorsitzende des Klagenfurter Gedenk- und Erinnerungsbeirates Univ. Prof. Dr. Peter Gstettner mahnte ebenfalls, dass Erinnern nicht eine Sache der Vergangenheit ist, sondern Auftrag für die Zukunft sein muss. Die Frage „Wie ist Auschwitz überhaupt möglich geworden“ müsse uns jetzt und künftig beschäftigen, um rechtzeitig gefährliche Tendenzen in unserer Gesellschaft bekämpfen zu können.
„Wir haben den Auftrag Stellung gegen die zu beziehen, die Rassismus und Antisemitismus wieder salonfähig machen“, so Univ. Prof. Dr. Gstettner.


„Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Respektlosigkeit gegenüber den Mitmenschen drängen – leider auch mit Hilfe der sozialen Medien – wieder in die Mitte unserer Gesellschaft. Hier sind wir alle aufgefordert dagegen energisch aufzustehen“, forderte die Klagenfurter Bürgermeisterin. Der gehe es nicht um inhhaltsleere Veranstaltungen, sondern darum, Erinnerungen und Erlebnisse von Zeitzeugen an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Stimmungsvoll begleitet wurde die Gedenkmatinee von den Musikern  Jan Kubis (Slowakei) und Matejka Luznik (Rumänien).

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