Zum Inhaltsbereich springen
Seite teilen

Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktstatistik liefert Informationen zu Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften. Monatlich wertet das Arbeitsmarktservice Kärnten (AMS) die Arbeitslosenzahlen und die Zahl der offenen Stellen für Klagenfurt-Stadt aus. Jeweils am Monatsende werden stichtagsbezogen der Bestand an als arbeitslos vorgemerkten Personen und die dem AMS gemeldete Zahl der freien Arbeitsplätze erfasst.

2020 hat die Corona-Krise zu einer dramatischen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt geführt. Waren in den ersten beiden Monaten des Jahres noch weniger Arbeitslose als im Jahr davor gemeldet, so gab es in den Folgemonaten ausschließlich Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Im Jahr 2021 kam es zu einer deutlichen Entspannung am Arbeitsmarkt.  Im Jänner (+15,7%) und Feber (+13,9%) zeichnete sich aufgrund des coronabedingten Lockdowns noch keine Trendwende ab, beginnend mit März setzte jedoch eine deutliche Verbesserung der Arbeitsmarktlage ein mit Rückgängen der Arbeitslosenzahlen in einer Bandbreite zwischen 36,5% (Mai 21)und 22,3% (Dezember 21) bis Ende des Jahres. Die großen Abnahmen waren in erster Linie durch die starken Einbrüche durch die Pandemie im Jahr 2020 bedingt. Vergleicht man die Zahlen jedoch mit dem Vorkrisenniveau, so lagen die Werte ab April auch unter jenen des Jahres 2019.

Im Jänner, dem Monat mit der höchsten Zahl an Arbeitslosen in Klagenfurt, waren 6.562 Personen auf Arbeitssuche, um 15,7% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres (5.673). Bis März sank die Zahl auf 5.224, was ein Minus von 29,4% gegenüber März 20, dem Monat, in dem die ersten Covid-19-Maßnahmen in Österreich gesetzt wurden, bedeutet. Am geringsten war die Zahl der Arbeitssuchenden – wie schon im Vorjahr - im September mit 3.585 (2020: 4.765), um dann wieder – auch saisonal bedingt – auf 5.058 zu steigen. Im Vorjahr lag verursacht durch die Corona-Krise das Maximum im April bei 7.420 Arbeitslosen, gefolgt vom März (7.399) und Dezember (6.509).

Im Jahresdurchschnitt waren 2.534 Männer und 2.008 Frauen (2020: 3.210 bzw. 2.572) arbeitslos gemeldet, insgesamt 4.542 Personen (2020: 5.783; 2018: 4.817; 2017: 5.268). Der durchschnittliche Arbeitslosenbestand sank damit im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel (-1.241 bzw. +21,5%) und lag damit sogar etwas unter den Zahlen von 2019 mit durchschnittlich 4.603 Arbeitslosen. Hinzu kommen noch im Mittel 686 Personen in Schulung (2020: 623; 2018:750; 2017: 822). Auch die Zahl der offenen Stellen nahm wieder zu. Waren es 2020 im Durchschnitt 780 (2018: 1.005; 2017: 773), so stieg diese Zahl im Jahr 2021 auf 1.424, d.h. es kamen rund 3,2 Arbeitssuchende auf eine angebotene Stelle.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten alle Altersgruppen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Der Arbeitsmarkt für unter 25-Jährige, der sich in den Vorcorona-Jahren positiv entwickelte (2019: ‑7,4%; 2018: -13,8%; 2017: -16,6%) und 2020 ebenfalls einbrach (+29,0%), erholte sich sehr gut. 2021 waren mit durchschnittlich 347 um ein Drittel (-35,1%) weniger unter 25-Jährige als arbeitslos vorgemerkt (2020: 534; 2019: 414). Bei den Älteren, von denen übers Jahr gesehen im Mittel 1.603 arbeitslos waren, gab es zwar auch ein Minus (2020: 1.799 bzw. +20,6%; 2019: 1.492 bzw. +0,4%; 2018: 1.486 bzw. -1,9%; 2017: 1.515 bzw. +5,7%), das jedoch mit 10,9% deutlich geringer ausfiel. Rund vier von zehn Arbeitssuchenden (35,3%) waren über 50 Jahre alt. In der Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen gingen die durchschnittlichen Arbeitslosenzahlen um ein Viertel (‑25,8%; 2020: +27,9%) auf 2.592 zurück.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (über 6 Monate), ebenfalls ein Indikator für den Arbeitsmarkt, ist im Jahresdurchschnitt um 7,9% gesunken (2020: 2.193 bzw. 33,3%; 2019: 1.645 bzw. 6,0%; 2018: 1.749 bzw. -12,7%; 2017: 2.004 bzw. +0,3%). Betrachtet man allerdings die Gruppe der Langzeitarbeitslosen, die mehr als ein Jahr ohne Arbeit waren, so gab es – nach +25,8% im Vorjahr – einen weiteren Anstieg um ein Fünftel auf 1.338 (2020: 1.113; 2019: 885 bzw. ‑8,7%; 2018: 969 bzw. -9,4%; 2017: 1.069 bzw. +10,2%). Seit März sind die Zahlen jedoch rückläufig. Im Dezember waren noch 1.110 Personen, deren Arbeitslosigkeit schon über ein Jahr andauert, im AMS-Register als arbeitslos vorgemerkt.

Die Zahl der jobsuchenden Akademiker, die mit Beginn der Sommerferien meist ansteigt und in den Folgemonaten etwas zurückgeht, erreichte 2021 im Jänner ihren Höchststand (464). Im Jahresdurchschnitt waren 227 Akademikerinnen und 159 Akademiker arbeitslos gemeldet, in Summe also 386 und damit um 17,6% weniger als 2020 (2020: +18,2%). Ihr Anteil an den Arbeitslosen betrug im Mittel 8,5%.

Differenziert man nach dem Ausbildungsgrad zeigt sich, dass jeder zweite vorgemerkte Arbeitslose nur einen Pflicht­schul­abschluss aufweist, rund ein Drittel hat eine Lehre oder mittlere Ausbildung absolviert und nicht ganz jeder Zehnte hat eine Matura. Unabhängig vom Bildungsniveau konnten alle Gruppen vom Wiedererstarken des Arbeitsmarktes profitieren.

Bei ausländischen Staatsangehörigen, bei denen im Vorjahr mit +29,2% ein höherer Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet wurde als bei Inländer*innen (+24,1%), lag der Rückgang bei -25,1% (Inländer*innen: -19,9%). Über das Jahr gesehen waren im Mittel 1.332 Ausländer*innen (2020: 1.778), also nicht ganz ein Drittel aller vorgemerkten Arbeitsuchenden (29,3%), arbeitslos gemeldet.

Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag im Jahresdurchschnitt bei 104 und damit um 25,4% unter dem Vorjahreswert (2020: 139 bzw. +14,2%; 2019: 122 bzw. +4,6%; 2018: 117 bzw. -12,0%; 2017: 133 bzw. 6,3%). Die meisten Lehrstellen­such­en­­den gab es im August (131) und Juli (130). Durchschnittlich wurden 76 offene Lehrstellen angeboten (2020: 54; 2019: 71; 2018: 62; 2017: 57), deutlich mehr als im Vorjahr (+39,2%). Das größte Lehrstellenangebot gab es im Oktober (120).

 

 

Scrolle nach oben