Zum Inhaltsbereich springen
Seite teilen

Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktstatistik liefert Informationen zu Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften. Monatlich wertet das Arbeitsmarktservice Kärnten (AMS) die Arbeitslosenzahlen und die Zahl der offenen Stellen für Klagenfurt-Stadt aus. Jeweils am Monatsende werden stichtagsbezogen der Bestand an als arbeitslos vorgemerkten Personen und die dem AMS gemeldete Zahl der freien Arbeitsplätze erfasst.

2020 hat die Corona-Krise zu einer dramatischen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt geführt. Waren in den ersten beiden Monaten des Jahres noch weniger Arbeitslose als im Jahr davor gemeldet, so gab es in den Folgemonaten ausschließlich Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Im April, dem Monat mit der höchsten Zahl an Arbeitslosen in Klagenfurt, waren 7.420 Personen auf Arbeitssuche, um 71,2% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Im März, dem Monat, in dem die ersten Covid-19-Maßnahmen in Österreich gesetzt wurden, betrug das Plus 56,0%.

Im Jahresdurchschnitt waren 3.210 Männer und 2.572 Frauen (2019: 2.559 bzw. 2. 044) arbeitslos gemeldet, insgesamt 5.783 Personen (2019: 4.603; 2018: 4.817; 2017: 5.268). Der durchschnittliche Arbeitslosenbestand stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel (+1.180 bzw. +25,6%). In den letzten zwei Jahrzehnten gab es nur 2016 mit durchschnittlich 5.512 Arbeitslosen annähernd so hohe Werte. Hinzu kommen noch im Mittel 623 Personen in Schulung (2019: 644; 2018:750; 2017: 822). Auch die Zahl der offenen Stellen nahm ab. Waren es 2019 im Durchschnitt 1.046 (2018: 1.005; 2017: 773), so sank diese Zahl im Jahr 2020 auf 780, d.h. es kamen rund 7,4 Arbeitssuchende auf eine angebotene Stelle.

Von der Zunahme der Arbeitslosigkeit waren sowohl Männer (+25,5%) als auch Frauen (+25,8%) betroffen. Über das Jahr gesehen gibt es deutliche Schwankungen im Verlauf der Arbeitslosenzahlen. In den Wintermonaten kommt es immer - saisonbedingt - zu einem starken Anstieg der Zahl der Arbeitslosen. Durch die Corona-Krise lag das Maximum 2020 jedoch erstmals im April bei 7.420 Arbeitslosen, gefolgt vom März (7.399) und Dezember (6.509). Im September, dem Monat mit der geringsten Arbeitslosigkeit, waren 4.765 Personen auf Jobsuche.

Die Arbeitsmarkt-Krise traf alle Altersgruppen. Auch die Jugendarbeitslosigkeit, die in den letzten Jahren kontinuierlich zurückging (2019: -7,4%; 2018: -13,8%; 2017: -16,6%), stieg deutlich an. So waren im Jahresdurchschnitt 534 unter 25-Jährige (2019: 414) als arbeitslos vorgemerkt, was einem Plus von 29,0% entspricht. Bei den Älteren gab es ein Plus von 20,6% auf 1.799 (2019: 1.492 bzw. +0,4%; 2018: 1.486 bzw. -1,9%; 2017: 1.515 bzw. +5,7%). Rund drei von zehn Arbeitssuchenden (31,1%) waren über 50 Jahre alt.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (über 6 Monate), ebenfalls ein Indikator für den Arbeitsmarkt, hat sich im Jahresdurchschnitt um ein Drittel auf 2.193 erhöht (2019: 1.645 bzw. 6,0%; 2018: 1.749 bzw. -12,7%; 2017: 2.004 bzw. +0,3%). Betrachtet man die Gruppe der Langzeitarbeitslosen, die mehr als ein Jahr ohne Arbeit waren, so gab es einen Anstieg um ein Viertel auf 1.113 (2019: 885 bzw. -8,7%; 2018: 969 bzw. -9,4%; 2017: 1.069 bzw. +10,2%).

Die Zahl der jobsuchenden Akademiker, die mit Beginn der Sommerferien meist ansteigt und in den Folgemonaten etwas zurückgeht, erreichte 2020 ebenfalls im April ihren Höchststand (534), gefolgt vom Juli (521). Im Jahresdurchschnitt waren 283 Akademikerinnen und 185 Akademiker arbeitslos gemeldet, in Summe also 468 und damit um 18,2% mehr als 2019. Ihr Anteil an den Arbeitslosen betrug im Mittel 8,1%.

Differenziert man nach dem Ausbildungsgrad zeigt sich, dass jeder zweite vorgemerkte Arbeitslose nur einen Pflicht­schul­abschluss aufweist, rund ein Drittel hat eine Lehre oder mittlere Ausbildung absolviert und nicht ganz jeder Zehnte hat eine Matura.

Bei ausländischen Staatsangehörigen wurde mit 29,2% ein noch höherer Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet als bei Inländer*innen (24,1%). Über das Jahr gesehen waren im Mittel 1.778 Ausländer*innen, also rund ein Drittel aller vorgemerkten Arbeitsuchenden (30,7%), arbeitslos gemeldet.

Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag im Jahresdurchschnitt bei 139 und damit um 14,2% über dem Vorjahreswert (2019: 122 bzw. +4,6%; 2018: 117 bzw. -12,0%; 2017: 133 bzw. 6,3%). Die meisten Lehrstellen­such­en­­den gab es im Juli (165) und April (158). Durchschnittlich wurden 54 offene Lehrstellen angeboten (2019: 71; 2018: 62; 2017: 57). Das größte Lehrstellenangebot gab es im Feber (109).

 

 

Scrolle nach oben