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Ingeborg-Bachmann-Preis 2007 für Lutz Seiler

(01.07.2007)
Für "Turksib", einen von der Jury durchwegs gelobten "großartigen, dichten Text", in dem ein Geigerzähler Stimmungen aufnimmt und zum Erzähler wird, hat der aus Thüringen stammende Autor Lutz Seiler den diesjährigen, mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis der Stadt Klagenfurt gewonnen.

Er war als Letzter am ersten Lesetag im ORF-Theater an der Reihe und galt sofort als starker Anwärter auf den diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis. Mit "Turksib", einem Auszug aus einem Prosatext entführte Lutz Seiler Jury und Publikum mit der Bahn in die kasachische Ebene, er wurde für große sprachliche und erzählerische Qualität gelobt. Kulturstadtrat Albert Gunzer überreichte den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis an den strahlenden Gewinner.
Den Preis der Telekom Austria (10.000 Euro) gewann der Österreicher Thomas Stangl. "Ich bewundere diesen Text über Zeit und Raum, der schon vom ersten Satz weg sehr schön zu nennen ist", war etwa Ilma Rakusa voll des Lobes über die namenlose Erzählung des Wieners. Der Text sei eine "Topographie Wiens als toter und gleichzeitig traumhafter Stadt", meinte Daniela Strigl.

Auch Peter Licht galt - auch wenn sich drei Jurymitglieder nicht zu seinem Text äußern wollten - ab dem Zeitpunkt seiner Lesung als absoluter Preisfavorit, er bekam zwei: den mit 7.500 Euro dotierten 3sat-Preis und den kelag-Publikumspreis (5.000 Euro). "Das ist einer der hysterischsten und dabei gleichzeitig ständig die Fassung bewahrenden Selbstberuhigungstexte, die ich bis jetzt in Klagenfurt gehört habe", zeigte Klaus Nüchtern seine Begeisterung über Peter Lichts "fröhliche Apokalypse". Der deutsche Musiker und Autor sorgte übrigens mit seiner Bitte nicht fotografiert und nicht gefilmt zu werden für Aufsehen. 3sat übertrug seine Lesung also so, dass man Peter Licht nur von Hinten sehen konnte, die Preise nahm für ihn stellvertretend sein Verleger entgegen.

Der von Verlagen gestiftete Ernst-Willner-Preis (7.000 Euro) ging an den Lüneburger Jan Böttcher für seinen Text "Freundwärts".
Die Zusammenfassung der Diskussionen, Biographien der Autoren, alle Texte zum Downloaden und vieles mehr auf der Bachmannpreis-Homepage
 
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