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Strategien im Kampf gegen Spielsucht

(04.05.2007)
Seit der Legalisierung des "Kleinen Glücksspiels" vor 10 Jahren ist die Zahl der Spielsüchtigen dramatisch angestiegen. Stadträtin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz und das Team der städtischen Spielsuchtberatung fordern den Ausstieg aus dem "Kleinen Glücksspiel" bzw. liefern Vorschläge für eine Übergangsphase bis zu einem angestrebten endgültigen Verbot.

"Im Jahr 1997, bevor das 'Kleine Glücksspiel' legalisiert wurde, hatten wir sechs bis acht Spielsüchtige, die wir in unserer Alkoholberatungsstelle mitbetreuen konnten" erzählt Ernst Nagelschmied, Leiter der Suchtberatungsstellen der Stadt Klagenfurt. "Heute, nur zehn Jahre später, haben wir mehr als 250 spielsüchtige Menschen in Behandlung und ihre Schicksale sind mitunter dramatisch!" Nahezu alle Betroffenen sind hoch verschuldet, viele werden straffällig.
Der Zugang zu Automaten-Casinos ist sehr einfach, zudem würde mit unfairen Mitteln gearbeitet um Menschen zum Spielen zu verleiten: "Beinahe an jeder Straßenecke ist ein Spiellokal, die eröffnen teilweise von heute auf morgen und bei jedem Supermarkt wird diskutiert, ob der noch notwendig ist oder nicht!", ist Stadträtin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz empört. Dem nicht genug werden in den Lokalen alkoholische Getränke gratis ausgeschenkt, offensichtlich um die Hemmschwelle der Spieler zu senken, Privatkredite vergeben und vieles mehr – lauter Mittel und Wege um die rund 15.000 Spielsüchtigen in Kärnten "abzuzocken". 
Stadträtin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz, Ernst Nagelschmied und Mag. Margit Harrich von der Spielsuchtberatung der Stadt fordern daher massiv den Ausstieg aus dem "Kleinen Glücksspiel" – mit dem realistischen Ansatz, vorerst mittels Adaptierung des Veranstaltungsgesetzes eine Übergangsphase zu schaffen.
Gefordert werden vorerst: eine Höchstzahl an zulässigen Automatencasinos (derzeit gibt es 42 allein in Klagenfurt), das Verbot, kostenlos Alkohol auszuschenken, das Verbot aggressiver direkter Werbung, z.B. bereits Verschuldete per SMS auf Freispiele aufmerksam zu machen, das Verbot zinsenfreie Privatkredite zu vergeben, auch bargeldloses Zahlen soll nicht mehr gestattet werden. Weiters wird eine strenge Alterskontrolle gefordert!

"Direkt mit der Spielsucht sind dramatische Schicksale verbunden" so Stadträtin Dr. Mathiaschitz. "Spielsüchtige Menschen sind meist höchst verschuldet, werden straffällig. Auch ihre Familien sind mit betroffen, wissen oft nicht, wie sie die nächsten Tage finanziell über die Runden kommen sollen". Daher der dringende Appell, das Veranstaltungsgesetz vorerst abzuändern um in drei bis fünf Jahren vom "Legalisierten Kleinen Glücksspiel" wieder weg zu sein. Das Geld, das die öffentliche Hand durch diese Einnahmen erzielt, ist kein anständiges Geld, denn es wird auf Kosten menschlicher Schicksale "erwirtschaftet", so die Verantwortlichen der Spielsuchtberatung.

 

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