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Kein Stadion-Beschluss im Senat: SP und Grüne zogen aus

(01.09.2008)
Die vergangene Woche unterbrochene Sondersitzung des Klagenfurter Stadtsenates zum Thema Stadion wurde Montag Vormittag fortgesetzt.
Der Senat sollte einen Vorschlag zur Zukunft des Wörtherseestadions ausarbeiten, den Bürgermeister Harald Scheucher bei seinem Gespräch mit Finanzminister und Vizekanzler Molterer Dienstag in Wien präsentieren kann.

Einen Beschluss gab es nicht, nach zweistündiger Sitzung zogen die SP-Fraktionen und Grün-Stadträtin Andrea Wulz aus dem Sitzungsraum im Stadion aus, damit war das Gremium nicht beschlussfähig.
Begründung für den Auszug: „Fehlende Informationen, offene Fragen, fehlende Unterlagen“.
Zu Gast im Stadtsenat waren auch Architekt Albert Wimmer, der das Klagenfurter Stadion geplant hat und Ing. Gert Unterköfler, der die Bauaufsicht hatte. Der Architekt erläuterte nochmals die einzelnen Varianten mit den Kosten. Wimmer stellte aber fest, dass nicht nur Nutzwertanalysen zur Entscheidung herangezogen werden können. „Bei einem solchen Bau geht es auch um Emotionen, Aussehen und Sicherheit“, so der Architekt.
Im Zusammenhang mit verschiedenen Fragen erklärte Wimmer, dass schon vor dem Bau alle Unterlagen für eine eventuelle UVP fertig waren, ging auch auf Betriebskosten und Instandhaltung ein. Die größten „Brocken“ bei den Betriebskosten seien Rasen und Licht, beides benötige man in kleinen und großen Variante. Bei der Instandhaltung schlage sich hauptsächlich der Korrosionsschutz zu Buche. Auch dieser wird bei verkleinertem und bestehendem Stadion benötigt.

Mit zehn Fragen befasste Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz den Senat. Sie wollte auch den Sportpark als Ganzes betrachtet wissen, ein Teil davon sei das Stadion, in Wien solle man ausloten, was der Bund bereit ist, zu einem „herzeigbaren Sportpark“ beizutragen.

Stadtrat Peter Steinkellner stellte fest, dass es zum Thema Ballsportkompetenzzentrum eine Klausur am Hafnersee gegeben hat und jetzt in Arbeitsgruppen die Details fixiert werden. Zum Stadion stellte er fest, dass es hier um eine visionäre Entscheidung für die nächsten 40 Jahre gehe.

Bürgermeister Scheucher hielt fest, dass es schon bei der Ausschreibung um den gesamten Sportpark gegangen sei, man aber bei dem Gespräch mit dem Finanzminister konkretisieren muss, welche Variante die Stadt haben will.

Vizebürgermeister Walter Zwick mahnte, den Gemeinderatswahlkampf nicht in den Stadtsenat zu tragen, es gehe darum im Interesse der Stadt und der Bevölkerung eine Entscheidung zu treffen, die man dem Bund präsentieren kann.

Stadträtin Andrea Wulz kritisierte mangelnde Unterlagen und sprach von Rechtsbruch, sollte nicht zurückgebaut werden.

Stadtrat Christian Scheider sprach sich für größtmögliche Flexibilität aus, damit man in eine „offene Zukunft gehen kann“. Dies sei aber nur möglich wenn man keine baulichen Veränderungen, sprich Verkleinerung, Rückbau durchführe. Und die Optik des Stadions komme bei der Bevölkerung gut an. Für die Anrainer gelte es ein zusätzliches Verkehrskonzept zu beschließen.

Auch Stadtrat Albert Gunzer sprach sich gegen einen Rückbau und für eine größere Variante aus. Er ist auch überzeugt einen Konsens mit den direkten Anrainer erzielen zu können. Gunzer appellierte bei so einer Frage nicht gegenseitig die Bevölkerung aufzuwiegeln.

Nach knapp zweistündiger Diskussion wollte Bürgermeister Harald Scheucher nochmals die Varianten und deren Kosten auflisten um dann die Abstimmung durchzuführen und so einen Vorschlag der Stadt mit nach Wien nehmen zu können. Dazu kam es aber nicht mehr, da SP und Grüne-Stadträtin den Sitzungsraum verließen, damit war der Stadtsenat nicht mehr beschlussfähig.

VP und BZÖ sprachen sich für die Variante mit 22.000 Sitzplätzen aus, dies wird Bürgermeister Scheucher Dienstag in Wien dem Finanzminister mitteilen.
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