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Feinstaubkleber wirkt!

(01.12.2009)
CMA+, bekannt auch als Feinstaubkleber, senkt tatsächlich die Feinstaubwerte, zeigen erste Testergebnisse aus dem Sommer. Jetzt steht der Winterbetrieb bevor.

Vor knapp sechs Monaten gab es den offiziellen Start für das von der EU geförderte LIFEplus-Projekt CMA+. Es ist das insgesamt dritte Projekt zur Reduzierung der Feinstaubbelastung in Klagenfurt. Anfang Dezember konnten Umwelt-Stadträtin Mag. Andrea Wulz, Verkehrsreferent Stadtrat Peter Steinkellner, Umweltabteilungsleiter Dr. Wolfgang Hafner, DI Eckhard Küttler vom Kuratorium für Verkehrssicherheit und Johann Koban von der Abteilung Kommunale Dienste die ersten Ergebnisse präsentieren 

Über den Sommer gab es eine Teststrecke am Druckerweg in Klagenfurt, eine Staubstraße,  und einen Testbetrieb in einer Schottergrube. Die Messungen, die von der Technischen Universität Graz und vom Magistrat Klagenfurt durchgeführt worden sind, ergaben eine deutliche Reduktion der Feinstaubwerte. Ähnliches zeigten die Einsätze in den Partnergemeinden Bruneck und Lienz.

Dr. Wolfgang Hafner schätzt, dasss man mit Hilfe von CMA 15 Tage mit Feinstaub-Grenzwertüberschreitungen einsparen kann. Er erläutert auch, dass ein Viertel des Feinstaubes durch Wiederaufwirbelung von Straßenstaub entstehe. Diese Aufwirbelung könne mit dem Einsatz von CMA+ verhindert werden.  

Die Partner

CMA wird in Sommer- und Winteranwendung getestet und evaluiert. Als ein Endprodukt soll dann  auch ein Bedienungshandbuch für den Kleber vorliegen, das für alle gemeinden in Europa zur Verfügung steht Projektpartner von Klagenfurt sind die Gemeinden Bruneck und Lienz, die Technische Universität Graz als wissenschaftlicher Begleiter und das Swedish National Road und Transport Research Institute. Mit dabei sind auch der ÖAMTC und das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Die Gesamtkosten liegen bei 2,7 Millionen Euro, die EU übernimmt 50 Prozent davon, das Projekt läuft bis 2012.

Die Klagenfurter Umweltreferentin Mag. Andrea Wulz  weist immer wieder auf die Notwendigkeit einer wirksamen Reduktion der Feinstaubwerte hin und zeigt sich begeistert, dass in diesem Zusammenhang bereits das dritte EU-Projekt in Klagenfurt läuft. „Damit hat unsere Stadt eine Vorreiterrolle in Europa“, so Wulz.
Für Verkehrsreferent Stadtrat Peter Steinkellner ist das Feinstaubthema ein vielschichtiges Problem, Lösungsansätze gäbe es von verschiedenen Seiten. Dazu zählen unter anderem auch die Stärkung der E-Mobilität, die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs aber auch Energiereduktion für Heizungen. Für das CMA+ - Projekt komme in der zuständigen Abteilung ein umgebautes Streufahrzeug zum Einsatz, die Klagenfurter führen auch Schulungen ihrer Kollegen in Bruneck und Lienz durch.

Das Kernthema ist die Winteranwendung und hier wurden zuerst Tests von ÖAMTC und Kuratorium für Verkehrssicherheit durchgeführt und Rechtsgutachten eingeholt. Genaue Dosierung (10g pro Quadratmeter), Kennzeichnung der Teststrecken und Tempolimit sind zum Start dieser Wintertests notwendig. CMA kommt auf den Teststrecken statt Salz zum Einsatz, das Mittel ist für Pflanzen und Gewässer unbedenklich.

Die Winterteststrecken

In Klagenfurt zählen Teilstücke der Völkermarkterstraße, der Enzenbergstraße und des Rudolfsbahngürtels zu den Versuchstrecken.
Und während in den drei Städten in der Natur getestet wird, läuft in Schweden ein Road-Simulator, wo durchgehend die verschiedenen Auswirkungen des CMA auf einem Fahrband  studiert werden. Dabei wurde auch schon festgestellt, dass eine höhere Dosierung des Calcium-Magnesium-Acetats nichts bringt.

Für das Kuratorium für Verkehrssicherheit stellte DI Eckhard Küttler bei der Präsentation fest,  dass die Untersuchungen ergeben haben: die Unfallhäufigkeit auf Teststrecken ist nicht höher als auf anderen Straßenzügen. CMA ist ja schon bei den vorigen EU-Projekten zum Einsatz gekommen, deshalb gibt es auch schon Vergleichsuntersuchungen durch das KfV. Das Kuratorium hat auch eine Umfrage durchgeführt, wobei sich deutlich zeigt, dass die Bevölkerung für die Feinstaubproblematik sensibilisiert ist.

Johann Koban von der Abteilung Kommunale Dienste, stellte die notwendigen Umbauten am Streufahrzeug vor. Mit Hilfe dieser Umbauten kann nun genau dosiert werden, aber auch über GPS aufgezeichnet werden wann, wo, wie viel CMA zum Einsatz gekommen ist. Und das Fahrzeug ist auch weiter für die Salzstreuung verwendbar.

Für die Klagenfurter Ergebnisse interessieren sich übrigens schon auch Städte wie Barcelona, Stuttgart oder Halle/Saale.

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