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Kindergärten trotz Einsparungen top!

(16.12.2009)
Mit einer intelligenten Organisationsreform können in den städtischen Kindergärten und Horten trotz Sparmaßnahmen Arbeitsplätze und Qualität erhalten bleiben. Auch die Tarife werden nicht erhöht!
1,5 Millionen Euro sollen in den nächsten drei Jahren im Bereich der städtischen Kindergärten und Horte eingespart werden. Gleichzeitig ist gewährleistet, das konnte Vzbgm. Dr. Maria-Luise Mathiaschitz heute Vormittag im Rathaus versichern, „dass sowohl die Arbeitsplätze als auch die große pädagogische Qualität, für die Klagenfurter Kindergärten und Horte bekannt sind, erhalten bleiben“. Und auch die Kindergartenbeiträge sollen, geht es nach Vzbgm. Mathiaschitz, nicht erhöht werden.

„Kinder sind unser wertvollstes Gut! Ich möchte, dass für jedes Kind ein Kindergartenplatz vorhanden ist, den sich alle Eltern leisten können und auch weiterhin zwei Fachpädagoginnen pro Gruppe für die Betreuung der Kinder zur Verfügung stehen“ unterstreicht Mathiaschitz. Gleichzeitig macht es die finanzielle Situation der Stadt erforderlich, dass gespart wird. „Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Kindergärten und Horte und der Stabstelle für Public Management haben wir jetzt eine Lösung gefunden, wie Einsparungen ohne Qualitätsverlust gewährleistet werden können“, ist die für die städtischen Kindergärten und Horte verantwortliche Referentin erleichtert.
Flexibilität wird das Zauberwort der nächsten Jahre heißen, damit das Ziel „Sparen trotz Qualitätssicherung“ erreicht werden kann.

DIENSTZEITENREGELUNG

Vor allem eine neue Dienstzeitenregelung ermöglicht, so MMag. Johannes Kaschitz von der Stabstelle „Public Management“ im Magistrat, ein beträchtliches Einsparungspotential. So sollen bei den Ganztagsgruppen in den Kindergärten 10 Wochenstundenstunden (von 80 auf 70) und in den Halbtagsgruppen 5 Wochenstunden reduziert werden. Das wird möglich, weil frühmorgens, wenn die Kinder in den Kindergarten gebracht und Nachmittags, wenn sie abgeholt werden, die Gruppen nicht immer voll ausgelastet sind. „Manche Eltern bringen ihre Kinder später, manche holen sie früher ab“, so Daniela Zettel, die Leiterin der Abt. Kindergärten und Horte. Daher sind oft ein paar Stunden weniger Kinder in Gruppen und es ergibt sich die Möglichkeit, dann eventuell zwei Gruppen gemeinsam zu betreuen.

Ein weiteres Sparpotenzial bildet, so MMag. Kaschitz, der „natürliche Personalabgang“. Das sind Pädagoginnen, die in Karenz gehen, freiwillig aus dem Beruf ausscheiden, in Pension gehen oder den Arbeitsplatz wechseln. Das sind im Schnitt 20 Personen pro Jahr, die jetzt nicht mehr nachbesetzt werden können.
Durch die Wochenstundenreduktion in den Gruppen ist dann aber genügend Personal zur Verfügung, um trotzdem den Betrieb bei voller Qualität aufrecht erhalten zu können.

MEHR KOMPETENZ FÜR LEITERINNEN

Kindergartenleiterinnen bekommen künftig mehr Kompetenz: sie sollen bei Objektivierungsverfahren für Personal dabei sein und mitbestimmen können, wer den Anforderungen in ihrem Betrieb am besten gewachsen ist. Außerdem sollen Diensteinteilungen künftig flexibler gehandhabt werden und von der Leiterin in ihrem Betrieb direkt vorgenommen werden können.
Weiters wird der Bereich an administrativen Aufgaben der Kindergartenleiterinnen nach Prioritäten und Notwendigkeiten durchforstet werden, damit die Leiterinnen künftig wieder mehr in den Gruppen arbeiten können.

„Diese Umstrukturierungsmaßnahmen werden in den kommenden drei Jahren insgesamt rund 1,5 Millionen Euro bringen“, sagt Vzbgm. Dr. Maria-Luise Mathiaschitz, im vierten Jahr weitere 1,5 Millionen. „Und trotzdem müssen wir, und dafür werde ich mich auch weiterhin massiv einsetzen, keine Tariferhöhungen vornehmen“. Denn mit diesen Strukturmaßnahmen, kann nachhaltig gespart und gleichzeitig der Preis für einen Kindergartenplatz gehalten werden.

PÄDAGOGINNEN INFORMIERT UND ZUM MITGESTALTEN EINGELADEN

Die Organisationsänderungen finden übrigens nicht ohne das Wissen der Kindergarten- und Hortpädagoginnen statt. In einem eigens einberufenen Informationsabend, der Dienstag im Gemeindezentrum St. Ruprecht stattgefunden hat, wurden alle Pädagoginnen über den Stand der Dinge informiert, aufgeklärt und eingeladen, sich persönlich mit wirksamen Vorschlägen, einzubringen.
„Wir können diesen Reformvorschlägen nur zustimmen und müssen bemüht sein, für Kinder und Mitarbeiterinnen Modelle zu finden, die Arbeitsplatz und Kindergartenplatz erhalten und gleichzeitig sparen helfen“, so Inspektorin Daniela Zettel.

KRABBELGRUPPEN

Was den Beibehalt oder die Auflösung von Krabbelgruppen betrifft, so wird es im Frühjahr 2010 eine genaue Bedarfserhebung geben. Die Stadt deckt nur 12 Prozent des Betreuungsbedarfs für die Unter-3-Jährigen ab, 88 Prozent werden von privaten Einrichtungen abgedeckt. Im Jahr 2003 hat sich temporär ein Mehrbedarf ergeben, den die Stadt mit eigens geschaffenen Krabbelgruppen abgedeckt hat. Dort, wo der Bedarf nicht mehr in diesem Ausmaß gegeben ist, sollen dann eventuell Räume und Pädagoginnen der Krabbelgruppen wieder Kindergärten zur Verfügung stehen.
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