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Feinstaubkleber im Test

(06.06.2009)
Die EU finanziert das dritte Feinstaubprojekt in Klagenfurt. jetzt wird ein spezieller Kleber getestet.

Dieser hat beim ersten Klagenfurter Feinstaubprojekt für einige Schlagzeilen gesorgt. Die EU hat nun ein eigenes projekt genehmigt, um den Kleber ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Umweltstadträtin Mag. Andrea Wulz und Verkehrsreferent Stadtrat Peter Steinkellner präsentierten das Vorhaben gemeinsam mit Dr. Wolfgang Hafner (Leiter Umweltabteilung Stadt), Dipl.Ing. Martin Kobald (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und Johann Koban (Abteilung Straßenbau/Verkehr) der Öffentlichkeit.

CMA, bekannt geworden als „Feinstaubkleber“, soll in Sommer- und Winteranwendung getestet und evaluiert werden. Projektpartner von Klagenfurt sind die Gemeinden Bruneck und Lienz, die Technische Universität Graz als wissenschaftlicher Begleiter, die Firma Chemosan in Arnoldstein als Hersteller des Feinstaubklebers und das Swedish National Road und Transport Research Institute. Mit dabei sind auch der ÖAMTC und das Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Die Gesamtkosten liegen bei 2,7 Millionen Euro, die EU übernimmt 50 Prozent davon, das Projekt läuft bis September 2012.

Unter leitung der Umweltabteilung und Mitarbeit der Abteilung Straßenbau und Verkehr. soll eine serienreife Methodik, ein Handbuch für andere Gemeinden entwickelt werden..
Umweltreferentin Stadträtin Mag. Andrea Wulz ist stolz, dass Klagenfurt schon das dritte Projekt bewilligt bekommen hat: „Man darf nicht vergessen, dass gerade bei dieser Problematik viele europäische Gemeinden auf die Arbeit in Klagenfurt schauen“.
Senatskollege Peter Steinkellner als zuständiger Verkehrsreferent  ist zufrieden, dass man man in Klagenfurt nun neue Wege gehen wird. Für ihn gilt es bei Winterstreuung und Straßenabrieb anzusetzen.

Der Leiter der Umweltabteilung Dr. Wolfgang Hafnerbilanziert, dass 22 Prozent der Feinstaubbelastung durch Aufwirbelung des Straßenstaubs verursacht werden. Hier soll der umweltfreundliche Feinstaubkleber – eine Calcium-Magnesium-Acetat-Lösung- ansetzen.
CMA, ursprünglich ein umweltfreundliches Auftaumittel, wird im Winterdienst auf gekennzeichneten Teststrecken aufgebracht,  im Sommer auf Baustellen und unbefestigten Straßen. Die Luftgüteuntersuchungen und Auswertungen übernimmt die TU Graz, die Untersuchungen zur Verkehrssicherheit der ÖAMTC und das Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Streufahrzeuge der Stadt Klagenfurt werden so umgebaut, dass die Dosierung ganz fein eingestellt und auch genauestens dokumentiert (GPS) werden kann. Der Feinstaubkleber ist ja schon im KAPA GS _Projekt zum Einsatz gekommen, diese Vorab-Erfahrungswerte sind natürlich mit eingeflossen.
Dr. Wolfgang Hafner rechnet auch vor, dass in Klagenfurt die Feinstaubbelastung mit verschiedenen Maßnahmen schon drastisch reduziert werden konnte– von über 80  Grenzwertüberschreitungen im Jahr 2005 auf  knapp über 30 im Jahr 2008.

Im Oktober wird übrigens das zweite EU-Projekt „Life-Spas“, Lärmschutzwände kombiniert mit Feinstaubfiltern, mit einem internationalen Feinstaubkongress in Klagenfurt abgeschlossen.

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