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PC-Sucht: Eltern sind gefordert

(26.06.2009)
Immer mehr junge Menschen sind PC-süchtig. Klare Regeln im Umgang mit dem PC sind der beste Schutz für Kinder und Jugendliche, appellieren Vizebgm. Dr. Maria-Luise Mathiaschitz und DSA Ernst Nagelschmied. Der Computer ist aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Ob Schule, Arbeitsplatz oder auch zuhause, Recherchieren, Surfen, oder E-Mails zu schreiben gehört einfach dazu.
Mit der selbstverständlichen Nutzung von PCs im privaten Bereich steigt aber auch die Gefahr von Abhängigkeit. Die PC-Sucht ist im Ansteigen, der Einstieg erfolgt immer im jugendlichen Alter! Burschen sind eher betroffen als Mädchen.
„In der Suchtberatungsstelle der Stadt Klagenfurt werden derzeit 14 Menschen im Alter zwischen 14 und 26 Jahre mit krankhaftem Computersuchtverhalten betreut“ so Gesundheitsreferentin Vizebgm. Dr. Maria-Luise Mathiaschitz. Eltern kommen hilfesuchend zum Suchtberatungsteam der Stadt: der Sohn/die Tochter zieht sich aus dem Freundeskreis zurück, pflegt überhaupt keine sozialen Kontakte mehr, spielt bis in die frühen Morgenstunden. Die Aufmerksamkeit in der Schule lässt nach… „Sechs bis sieben Nichtgenügend sind keine Seltenheit“, bestätigt DSA Ernst Nagelschmied, Leiter der städtischen Suchtberatung. „Dazu kommt, dass PC-süchtige Schüler aus Entzugsgründen schon den Nachmittagsunterricht nicht mehr wahrnehmen können“.

Dr. Mathiaschitz appelliert stark an die Eltern. Nur sie können ihre Kinder vor dem krankhaften Umgang mit dem PC bewahren. „Es müssen ganz klare Strukturen und Rahmenbedingungen aufgestellt und konsequent eingehalten werden“, so die Gesundheitsreferentin. „Auch gemeinsam geplante Freizeitgestaltung ist wichtig für junge Leute. Der PC sollte auch möglichst nicht im Kinderzimmer stehen, sondern in einem Raum, wo auch kontrolliert werden kann, wie viel Zeit am Computer verbracht wird und welche Spiele gespielt werden“. Die maximale PC-Nutzungsdauer pro Tag sollte 4 Stunden nicht überschreiten.

Gewisse Spiele, vor allem Online-Rollenspiele, haben ein hohes Gefahrenpotential: „WOW – World of Warcraft“ ist zum Beispiel nicht empfehlenswert für junge Leute“, so Nagelschmied. „Dieses Spiel endet nie, es gibt immer ein höheres Level und man muss innerhalb einer bestimmten Zeit weiter spielen um den Bonus nicht zu verlieren“. Dazu kommt, dass die Spieler von anderen Spielern eine – scheinbar – hohe Anerkennung und positives Feedback erhalten, was ebenfalls anspornt.

PC-süchtige Kinder vom Computer weg zu bekommen ist eine schwierige Aufgabe. „Wenn man einem Jugendlichen mit Suchtverhalten den PC verbietet, reagiert der oft mit einem derart aggressiven Verhalten, das kann man sich nicht vorstellen“, so Nagelschmied. „Soferne wir Personal zur Verfügung haben, begleiten Eltern in dieser Situation und machen auch Hausbesuche um an den Jugendlichen heran zu kommen“.

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