Zum Inhaltsbereich springen

Aktion gegen Gewalt an Frauen

(25.11.2009)
Ich pfeif auf Gewalt! – Das demonstrierten heute Stadtpolitiker/innen, Vertreterinnen von Frauenorganisationen und viele Frauen mit Trillerpfeifen vor dem Rathaus!

Mit einem Pfeifkonzert vor dem Klagenfurter Rathaus wurden heute in mehreren österreichischen Landeshauptstädten zum ersten Mal die insgesamt 16 Tage gegen Gewalt an Frauen gestartet. Auch in Klagenfurt wurde die Aktion unter dem Motto „Ich pfeif auf Gewalt“ organisiert. Dem Ruf von Frauenreferentin StR. Mag. Andrea Wulz und Mag. Astrid Malle, der Leiterin des Klagenfurter Frauenbüros, waren hunderte Frauen, Vertreterinnen von Frauen- und Familienberatungsinstitutionen und, was die Initiatorinnen besonders freute, auch Bürgermeister Christian Scheider, Vizebürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz und Stadtrat Dr. Manfred Mertel gefolgt, die sich ebenfalls Trillerpfeifen schnappten und ein starkes Statement gegen Gewalt an Frauen abgaben.

Kurz vor der Aktion schilderten Stadträtin Mag. Andrea Wulz, Mag. Astrid Malle und die Leiterin des Gewaltschutzzentrums Kärnten, Mag. Roswitha Bucher, die unterschiedlichsten Formen der Gewalt, denen Frauen und Mädchen oft ausgesetzt sind und formulierten ihren Appell an die politisch Verantwortlichen auf Bundesebene, mehr Schutzmaßnahmen in die österreichischen Gesetze aufzunehmen.

Im Gewaltschutzzentrum Kärnten in der Radetzkystraße wurden allein im heurigen Jahr 586 weibliche Gewaltopfer beraten. Roswitha Bucher schätzt, dass die Zahl bis Jahresende auf zirka 700 ansteigen wird.
Körperliche, seelische Gewalt und Stalking betreffen Frauen in immer stärkerem Ausmaß. Das Gewaltschutzzentrum Kärnten kümmert sich um die misshandelten oder belästigten Frauen, die entweder nach einem Einsatz von der Polizei genannt werden (in diesem Fall tritt das Gewaltschutzzentrum mit den Opfern in Kontakt und bietet Hilfe an), oder Frauen wenden sich von sich aus oder über eine andere Beratungsinstitution an Mag. Roswitha Bucher und ihr Team.
Gemeinsam werden dann eine Gefährlichkeitseinschätzung und ein Sicherheitsplan erstellt, die Opfer werden psychologisch betreut, bekommen juristische Beratung und im Fall eines Verfahrens wird auch Prozessbegleitung angeboten.
„Das Gewaltschutzzentrum ist äußerst engagiert und kann Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, in sehr vielen Lebensbereichen helfen“, so Stadträtin Mag. Andrea Wulz und Frauenbeauftragte Mag. Astrid Malle. Dennoch, das zeigen die Erfahrungen, müssen noch einige Dinge stärker gesetzlich geregelt werden.

Ein starker Appell geht daher an die Gesetzgeber.

Gefordert werden:
- Die juristische Prozessbegleitung muss auf Zivilverfahren ausgedehnt werden.
- Das Recht auf Prozessbegleitung im Strafverfahren soll auch Personen gewährt werden, die zwar nicht Opfer eines Sexual- oder Gewaltdeliktes geworden sind, aber dennoch durch die straftat und die damit verbundene Verletzung des privaten Lebensbereiches traumatisiert wurden.
- Die Missachtung der „Wegweisung“ soll als Straftatbestand normiert werden
- Verankerung des Themas „Gewalt an Frauen“ verpflichtend in der Ausbildung von medizinischen Berufen und Justizberufen
- Auch ein Täterprogramm (Konfrontation mit der Tat, Therapieangebot) zum Schutz der Opfer soll verpflichtend sein.

Gemeinsam wiesen Stadträtin Mag. Andrea Wulz, Mag. Astrid Malle und Mag. Roswitha Bucher darauf hin, dass den wenigsten Frauen von Fremden Gewalt angetan wird. Gewalt findet zum größten Teil in den eigenen vier Wänden statt. „Jede Frau, die Gewalt erleiden muss, ist eine zu viel“ ist man sich einig. „Es müssen die Rahmenbedingungen stimmen, damit Frauen selbstbestimmt, selbständig und gleichberechtigt leben können“, fordert Wulz, die sich mit ihren Initiativen in Klagenfurt stark für die Rechte der Frauen einsetzt.

Opfer von Gewalt können sich österreichweit über die
Notruf-Hotline 0800/222555
oder im Gewaltschutzzentrum Kärnten, Radetzkystraße 9 in Klagenfurt (Tel.: 0463/590290) und im Frauenbüro der Stadt Klagenfurt, Kumpfgasse 20, Tel.: 0463/537-4656 melden!
Scrolle nach oben