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2. Fein-Staubfrei!-Kongress in Klagenfurt

(02.10.2009)
Internationale Experten trafen sich Anfang Oktober zum Erfahrungsaustausch und mögliche Zukunftsmaßnahmen gegen die Feinstaubbelastung in ganz Europa.


Vom 1. bis 2. Oktober stand das Klagenfurter Konzerthaus ganz im Zeichen des Feinstaubs. Anlass war der von der Abteilung Umweltschutz der Landeshauptstadt Klagenfurt organisierte zweite internationale Kongress zum Thema Feinstaub. Über 300 Teilnehmer aus vielen europäischen Ländern interessierten sich für die Vorträge und Studien der Experten.

Viele Menschen wissen wenig über die Feinstaubbelastung und ihre gesundheitlichen Auswirkungen. Feinstaubpartikel entstehen durch Automotoren oder Heizungsanlagen. Die Partikel dringen beim Atmen in die Lungenbläschen ein und verschlechtern so die Lungenfunktion. Besonders Kinder, ältere Menschen und Kranke sind davon betroffen.

Städte und Maßnahmen im Vergleich

Viele Städte haben daher bereits Gegenmaßnahmen ergriffen: In Berlin beispielsweise gibt es in der Innenstadt eigene Umweltzonen, in der nur Fahrzeuge mit einem speziellem  Katalysator oder Dieselfahrzeuge, die die „Euro2Norm“ tragen, fahren dürfen. Oder Köln bietet so genannte „Job-Tickets“ an, d.h. Unternehmen bekommen für ihre Mitarbeiter günstigere Preise bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei der Tagung wurden aber auch Negativ-Beispiele genannt: So haben in Graz beispielsweise rigorose Verkehrsmaßnahmen leider nur wenig Erfolg gezeigt.

Unter den vielen namhaften Referenten war auch der amerikanische Wissenschaftler Douglas Dockery von der Harvard School of Public Health. Sein Vortrag zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub in den USA und in Europa war ein besonderes Highlight der Veranstaltung.

Klagenfurt leidet durch seine Beckenlage unter einer besonders hohen Feinstaubbelastung. Bereits mehrere Projekte wurden gemeinsam mit der EU finanziert und durchgeführt, um die Grenzwerte einzuhalten und die Belastung zu minimieren:

EU-Projekt KAPA GS
Klagenfurts Anit-PM10-Aktionsprogramm mit Graz und Südtirol, technische und organisatorische Maßnahmen zur Reduktion von Feinstaub

EU-Live-Umwelt-Projekt SPAS
Eine Lärmschutzwand kombiniert mit einem Feinstaubfilter (Sound Particle Absorbing System)

EU-Life-Plus-Projekt CMA+
Reduktion der Feinstaubbelastung durch das Auftragen eines flüssigen Feinstaubklebers – Calcium-Magnesium-Acetat

Detaillierte Informationen zu den Projekten auf www.life-spas.at, www.life-cma.at und www.kapags.at.

Klagenfurt ist somit ein gutes Vorbild in der Bekämpfung der Feinstaubbelastung. Dennoch gilt es auch in Zukunft die Maßnahmen weiterhin durchzusetzen und so die Einhaltung der Grenzwerte zu erreichen.

Einige der Vortragenden übten auch Kritik an der Politik – da die politischen Vertreter dafür Sorge tragen müssen, dass diverse Projekte und Gegenmaßnahmen auch tatsächlich durchgeführt werden können. Dies betrifft nicht nur die lokale und regionale Politik, sondern das Problem der Feinstaubbelastung gibt es in ganz Europa und sollte daher flächendeckend in Angriff genommen werden.


Bildtext:
Bild 1: Das Konzerthaus war während des Kongresses eine „Fein!Staubfrei!“-Zone.
Bild 2: Die Fachpressekonferenz am Ende der Veranstaltung, bei der alle namhaften Experten anwesend waren.

Fotos: Stadtpresse/Eggenberger
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