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Kleinst-Theater im Pavillon

(02.01.2012)
Klagenfurts Theaterszene wird heuer um ein Stück reicher: "Vada"-Gründer Felix Strasser und Yulia Izmaylova bespielen den Pavillon im Goethepark!
Die Intendanten des Kleinsten Theaters der Welt (Kremlhoftheater in Villach mit einem Fassungsvolumen für 8 Besucher) eröffnen in Klagenfurt ihren zweiten Standort. Saisonstart des Theaters JUST im Pavillon beim Künstlerhaus ist im Februar 2012. Felix Strasser (Generalintendant und Schauspieldirektor Kremlhoftheater) und seine Ehefrau, die russische Schauspielerin Yulia Izmaylova fanden vor kurzem mit ihrem "smallest professional theatre" der Welt Aufnahme in die Guinnes Datenbank der Weltrekorde. Motiviert durch diesen Weltrekord und dem damit verbundenen internationalen Interesse – (u. a. hat eine japanische Delegation bereits eine Aufführung gebucht) - werden die engagierten Theaterarbeiter nun auch frischen Theaterwind nach Klagenfurt bringen. Mit dem Verein VADA (Verein zur Anregung des dramatischen Appetits) und  ihrem Konzept „Theflädeck“ (Theater flächendeckend) wollen sie Schritt für Schritt realisieren, dass „jeder Einwohner des Kulturlandes Kärnten im Umkreis von 30 km ein Theater vorfindet“.

Angetan von dieser Idee hat die Stadt Klagenfurt nun den im Jahre 1913 von Architekt Franz Baumgartner erbauten Jugendstil-Pavillon im Goethepark für die Bespielung zur Verfügung gestellt.

Kulturreferent Vzbgm. Albert Gunzer: „Klagenfurt als Kulturlandes¬hauptstadt hat somit neben einem arrivierten Stadttheater, der Mittel¬bühne theaterHALLE11 und der geplanten Studiobühne im Stadthaus auch eine kreative kleine Theaterzelle, die das bunte Kultur-Spektrum der Stadt abrundet. Wir freuen uns auf neue Impulse von dieser innovativen Kleinkunststätte.“

Manuela Tertschnig, Leiterin der Kulturabteilung, die sich für JUST stark gemacht hat, meint schmunzelnd: „Das Kremlhoftheater wirbt mit einer Auslastung von 110%. Es ist zu erwarten, dass die Besucherzahlen im Theater JUST ähnlich sein werden. Konkurrenz belebt - das ist doch eine veritable Vorgabe für die neue Leitung des Stadttheaters.Mit JUST schließt sich die Kulturmeile zwischen Napoleonstadel, Stadttheater, Stadtgalerie, Stadthaus und Künstlerhaus. Es ist das Tüpfchen auf dem i im Klagenfurter Theaterleben.“

Nach minimalen Adaptierungen des stilvollen 9,96 m2 Minibauwerkes neben dem Künstlerhaus, das mit seiner Nutzung als öffentliche Bedürfnisanstalt oder Eisbude schon eine abwechslungsreiche Vergangenheit aufweist, wird somit das Theater JUST (Jugendstiltheater Goethepark) mit Februar 2012 seinen Betrieb aufnehmen können.

Das Konzept der Intendanten lautet: Intimes Volkstheater mit „Texten, die uns umhauen“. Angewendet wird die Technik der Plotmontage mit Zitaten aus der Weltliteratur und Übersetzungsvariationen. Gezeigt werden Eigen- sowie Gastproduktionen aus den Sparten Sprechtheater, Ballett, Musiktheater, Kindertheater sowie Lesungen.

Das Programm im Theater JUST im Goethepark startet im Februar mit den Produktionen „Schnee“ und „Eis“. Im Laufe des Jahres sind 5 – 6 Eigenproduktionen und mehrere Gastspiele sowie Lesungen und Kulturveranstaltungen geplant, wobei die Bühnen in Villach und Klagenfurt parallel bespielt werden.
Im Herbst 2012 wird es das erste österreichische Monodramafestival „Monobene“ geben und einen neuen Weltrekord will Vada im Sommer mit dem längsten Theaterstück der Welt aufstellen.

Als Akteure fungieren neben Strasser und Izmaylova, die sich bei der Ausübung ihrer Theaterleidenschaft in Moskau kennen gelernt haben, auch Balletttänzer und ein direkter Nachfahre von Leo Tolstoj, der Schauspieler Dr. Vladimir JaremenkoTolstoj.

Das besondere an JUST: Jeder Besucher sitzt in der ersten Reihe und hat Blick- und Körperkontakt mit den Akteuren. Dem vadaistischen Prinzip zufolge muss Theater für jeden leistbar sein, das bedeutet freie Spenden statt fixer Eintrittspreise. Verpflichtend ist die rechtzeitige Platzreservierung, gespielt wird auch auf Bestellung.

VADA wurde 2006 mit dem Anerkennungspreis der Republik Kyrgyzstan für Internationalen Kulturaustausch und 2010 mit dem Kärntner Landeskulturförderungspreis ausgezeichnet und steht für Produktionen wie u. a. „Zitatnost – ein Fußnotendrama“, „Das Leben ist ein Schrank“, „Ein Name mit Pferd“ oder der Koproduktion mit dem theaterHALLE11 „NEIN, NAUS“.

Kontakt: kremlhof.vada.cc

 

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