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Literatour.at 2012 - Programm

(15.12.2011)
Vier vielversprechende junge Autoren gehen in der Reihe "Literatour.at" im Jahr 2012 an den Start. Auftakt der Lesungs-Reihe ist am 25. Jänner mit Christina Maria Landerl.
In der Literatur-Lounge des Musilmuseums hat Kulturreferent Vizebürgermeister Albert Gunzer gemeinsam mit "Programmdirektor" Musilmuseumsleiter Dr. Heimo Strempfl und Mag. Wilfried Hude (Katholischer Akademikerverband) das Programm für die zwölfte Auflage der "Literatour.at" vorgestellt.
Im kommenden Jahr werden wieder vier vielversprechende junge Autoren in Klagenfurt lesen, die als Stipendiaten beim Literaturkurs vertreten waren und mittlerweile erfolgreich ihre ersten Romane aufgelegt haben und - mitunter- mit gut dotieren Preisen ausgezeichnet worden sind.

Es lesen: Christina Maria Landerl (25. Jänner), Sebastian Polmans (22. März), Albrecht Selge (18. Oktober), Daniel Wisser (15. November)

„Der erste Reflex ist, dass man der jungen Autorin sorgenvoll-warnend zurufen möchte: Nein, tu’s nicht, damit wirst du nur Schiffbruch erleiden. Schreib bloß kein Buch, in dem die Hauptrolle die Stadt Wien spielt und dem als "Folie" auch noch Ingeborg Bachmanns "Malina" unterlegt ist!“ So leitet Andreas Wirthensohn seine Besprechung von Christina Maria Landerls Buch „Verlass die Stadt“ (Schöffling, 2011) in der Wiener Zeitung (vom 11. November 2011) ein.

„Doch dann tut sie es doch. Schreibt ein Buch, das schon im ersten Absatz die Bachmann zitierend aufgreift - "Der Ort des Geschehens ist Wien. In Wien spielt es, und zwar heute. Nur bin ich heute nicht mehr da. Hier ist Wien. Ich bin weg." - und fortan neben Gudrun, Max, Laura, Peter und der abwesenden Margot vor allem einen "Helden" hat: die Stadt Wien, oder genauer: Wien im Sommer. Dabei stammt die Autorin gar nicht von hier, sie wurde 1979 im oberösterreichischen Steyr geboren, hat ein paar Jahre als Sozialpädagogin in Wien gearbeitet und lebt jetzt in Berlin. Kann das gut gehen?
Es kann. Und das hat vor allem damit zu tun, dass Christina Maria Landerl nichts beweisen will - nicht ihre Belesenheit, nicht ihre Klugheit, nicht ihre schriftstellerischen Fähigkeiten im Spiel mit der literarischen Tradition - und die Sache deshalb wunderbar unverkrampft angeht.“
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Dass sie es doch tun wird, wusste man spätestens seit Christina Maria Landerls Lesung aus ihrem Text im Jahr 2010 beim Klagenfurter Literaturkurs im Musil Haus. Dass sie das Buch inzwischen fertig gestellt und bei Schöffling herausgebracht hat, ist höchst erfreulich, dass Landerl am 25. Jänner 2012 damit ins Musil Haus – wo sie erstmals aus dem Text gelesen hat – zurückkehrt, ebenfalls.

Landerl eröffnet mit ihrer Lesung die Reihe „Literatour.at“ die gemeinsam vom Katholischen Akademikerverband Kärnten (KAV) und vom Musil Museum für die Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt durchgeführt wird, in ihr zwölftes Jahr geht und damit „das Dutzend vollmacht.“

Die zweite Lesung bestreitet der junge deutsche Autor Sebastian Polmans, der im Jahr 2009, also ein Jahr vor Christina Maria Landerl, Stipendiat des Klagenfurter Literaturkurses war. Polmans war 2011 mit seinem Romandebüt „Junge“ höchst erfolgreich und erhielt dafür unter anderem den mit 15.000 € dotierten Jürgen Ponto-Literaturpreis.

In der Begründung der Jury heißt es: "Ein ruhig, vor allem aber poetisch genau und intensiv erzählter Bericht, der den Leser bald einspinnt, über einige Tage im Leben eines Jungen, immer in dessen Perspektive bleibend: eine bedrohte Kindheit auf dem Lande, hier, eher zufällig, am Niederrhein in der Nähe der holländischen Grenze, wo zwei Sprachen ineinander übergehen und in dem Jungen der Wunsch übermächtig wird, ins Weite auszubrechen".Auch der dritte Autor, der in der Reihe zu Wort kommen wird, Albrecht Selge, war bereits Stipendiat des Literaturkurses in Klagenfurt. Selges Romandebüt „Wache“ lese sich „wie ein nachdenklicher, von unzähligen feinsten Beobachtungen aus prall gefüllten Notizbüchern genährter Essay, als sei der Walter Benjamin des Passagen-Werks sanftmütig wiedergeboren worden ... ein schönes, stilles, oft auch komisches Buch“, notierte Gustav Seibt in der Süddeutschen Zeitung.

Albrecht Selge war 2005 nicht nur Stipendiat beim Klagenfurter Literaturkurs, er wurde – gemeinsam mit den anderen Stipendiaten des Literaturkurses – auch mit dem Förderpreis für Literatur des Landes Kärnten ausgezeichnet.

Das wiederum verbindet Albrecht Selge mit dem in Klagenfurt geborenen und in Wien lebenden Schriftsteller Daniel Wisser, der den Förderpreis für Literatur im Dezember 2011 verliehen bekommen hat. Wisser war 2011 auch einer der Bewerber um den Ingeborg-Bachmann-Preis.
Juror Paul Jandl hatte seinen Text, angelehnt an den inzwischen erschienenen Roman "Standby" (Klever Verlag), ausgewählt.

Literarisch sucht Daniel Wisser immer nach neuen Formen und neuem Stil, musikalisch liefert der 1971 geborene Autor, Verleger und Musiker mit dem Ersten Wiener Heimorgelorchester elektronischen Pop, wobei bei es bei den Texten natürlich auch auf sprachliche Finesse ankommt.

Beginn: jeweils 19.30 Uhr, Eintritt frei!
www.musilmuseum.at
 
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