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FH muss bleiben

(12.07.2011)
Klagenfurt kämpft für Erhalt und Ausbau des FH-Standortes. Erst kürzlich wurde vom Stadtsenat eine Resolution verabschiedet.
„Wir haben das Gefühl, dass hier mit der Brechstange versucht wird, eine für Klagenfurt schlechtere Lösung herbeizuführen“, sagten Bürgermeister Christian Scheider und Stadträtin Mag. Andrea Wulz zur derzeit laufenden Standortdiskussion betreffend Fachhochschule in Klagenfurt. Doch noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, der Aufsichtsratbeschluss wurde der Landesregierung mitgeteilt und diese fällt im Herbst eine Entscheidung.
Stadt, Universität, der Verein zur Errichtung der Fachhochschule sowie die betroffenen Studierenden ziehen nun gemeinsam an einem Strang und sprechen sich vehement gegen die Verlegung der technischen Studienbereiche nach Villach aus. Geht es nach den Vorstellungen des FH-Gremiums, sollen die Studiengänge „Medizinische Informationstechnik“ sowie „Netzwerktechnik und Kommunikation“ bereits ab dem Wintersemester 2012 in Villach angeboten werden.
„Die Stadt wurde hier vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagte Bürgermeister Scheider, der kritisiert, dass die Argumente der Stadt völlig übergangen wurden. Argumente wie Klagenfurt mit zwei HTLs, Universität und Lakeside Park als Bildungsstandort Nr. 1. „Mit der möglichen Abwanderung würde ein in über 15 Jahren aufgebautes Know-How verloren gehen“, sagte Scheider.


14 Millionen Euro investiert


Von der Stadt Klagenfurt wurden in den derzeitigen Standort in der Primoschgasse rund 14 Millionen Euro investiert. In Gebäude, Ausstattung und Betriebskosten. Daher fordern Scheider und Wulz den Ausbau der Infrastruktur, nämlich die noch engere Verknüpfung von Fachhochschule und Universität. „Die Stadt Klagenfurt ist immer bereit für Reformen, nur muss man auch alle Argumente berücksichtigen und nicht über die Köpfe hinweg entscheiden“, schloss Bürgermeister Scheider.


Diskussion schadet Standort


Als schädigend für den Standort Klagenfurt bezeichnete Stadträtin Mag. Wulz die aktuelle Diskussion.
„Die Bewerberzahlen für das neue Studienjahr waren bis Mai gut, nach Ausbruch der Standortdiskussion gab es einen massiven Rückgang“, kritisiert Mag. Wulz. Für Wulz ist klar: Sollte eine Abwanderung nicht zu verhindern sein, dann muss Villach ein Abschlagszahlung leisten. Von der Wissenschaftsreferentin wird dazu auch eine IHS-Studie in Auftrag gegeben, die einen Investitions- und Finanzierungsplan unter den Vorraussetzungen vorsieht, dass die technischen Studiengänge abwandern und Klagenfurt von Feldkirchen die Bereiche „Gesundheit und Soziales“ übernimmt.


Kritik der Betroffenen


Schwere Kritik am Aufsichtsratsbeschluss gab es auch von den Betroffenen. So wurden die Studierenden mittels einer Email vor vollendete Tatsachen gestellt und aufgefordert, sich darauf einzustellen, ab 2012 in Villach weiter zu studieren. Von den Studienvertretern Stefan Kienzl (Netzwerktechnik) und Tibor Zajki-Zechmeister (MedIT) wurde spontan eine Unterschriftenaktion gestartet, innerhalb kürzester Zeit hatte man trotz Ferienzeit 108 Unterschriften zusammen.


Fachhochschulen sind „Nahversorger“


Studierende an Fachhochschulen kommen zu überwiegenden Teil aus dem jeweiligen Bezirk bzw. dem nahen Umland. Würden die Technikbereiche nach Villach ausgesiedelt, dann würden die Studierenden aus dem Kärntner Unterland vermutlich großteils nach Graz abwandern. Auf diese Problematik machten die Vertreter vom Verein zur Errichtung der Fachhochschule aufmerksam.

Vom Stadtsenat wurde übrigens erst kürzlich eine Resolution zur Beibehaltung der Studiengänge an der FH Klagenfurt an die Kärntner Landesregierung verabschiedet. „Bis zur entscheidenden Sitzung der Landesregierung wollen wir alle Möglichkeiten nutzen, dass der FH-Standort Klagenfurt nicht nur erhalten, sondern noch ausgebaut wird“, zeigten sich Bürgermeister Scheider und Stadträtin Mag. Wulz kämpferisch.

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