Zum Inhaltsbereich springen

Fotoausstellung im Living Studio

(01.08.2012)
Anja Bohnhof, erste Gewinnerin des Stipendiums für künstlerische Fotografie des Landes Kärnten, zeigt ihre Werke in der Stadtgalerie.
Erstmals hat das Land Kärnten in Kooperation mit der Stadt Klagenfurt ein Stipendium für künstlerische Fotografie ausgeschrieben. Ausgewählt wurde die deutsche Fotografien Anja Bohnhof. Seit Mai lebt und arbeitet sie im Künstleratelier des Europahauses in Klagenfurt.

Ein Teil der Ausstellung präsentiert Fotografien aus dem Projekt „Abwesenheitsnotizen“, die Anja Bohnhof mit der Fotografin Karen Weinert erarbeitet hat. Gezeigt werden Bilder von musealen Gedächtnisstätten bekannter Persönlichkeiten wie etwa Martin Luther oder Albert Einstein. Die Museen zeigen normalerweise das Leben und Schaffen dieser Menschen. Anja Bohnhof präsentiert die Räume aber im komplett ausgeräumten, leeren Zustand. Ganz nach dem Motto „was bleibt, wenn nichts mehr bleibt“, erklärt die Künstlerin. Der Blick ist fern von irgendwelchen Möbeln oder Gegenständen, sondern gibt Elemente unserer Zeit wie Steckdosen, Heizkörper etc. frei.
Der zweite Part der Schau widmet sich der Arbeit von Anja Bohnhof in Klagenfurt. Unter dem Titel „STRG+Z“ hat sie Räume in Klagenfurt fotografiert, die einen historischen Hintergrund haben, aber heute noch genutzt werden bzw. auch nicht oder nur teilweise öffentlich zugänglich sind. Das Klassenzimmer von Ingeborg Bachmann oder das Geburtshaus von Robert Musil erscheinen durch Anja Bohnhofs Arbeit in einem völlig neuem Blickwinkel. Die bestehenden Möbel hat die Fotografin mit weißen Laken abgehängt. „Mit diesen Bildern wollte ich deutlich machen, dass an diesen Orten die Zeit nicht angehalten wurde, heute Lebensräume anderer Menschen sind, aber dennoch sind sie noch Teil von jenen, deren Schaffen und Werke bis heute reichen“, erklärt Anja Bohnhof. Der Titel der Serie weist auf eine Tastenkombination am Computer hin, mit der etwas rückgängig gemacht werden kann – für Anja Bohnhof ergibt sich damit die Möglichkeit, etwas Vergangenes in der Gegenwart wieder sichtbar zu machen.

„Die Fotografie ist längst eine anerkannte Kunstform geworden, ich freue mich, dass wir in Klagenfurt auch diese Form der modernen Kunst ausstellen können“, sagt Kulturreferent Vizebürgermeister Albert Gunzer. Er wünschte der Künstlerin, die noch bis September in Klagenfurt arbeiten wird, noch eine schöne Zeit und freut sich schon auf weitere Ergebnisse ihrer Arbeit.

Zur Künstlerin:
Anja Bohnhof wurde 1974 in Hagen geborgen, studierte nach einer fotografischen Ausbildung an der Bauhaus-Universität Weimar. Sie lebt in Dortmund und arbeitet als freiberufliche Fotografin und bildende Künstlerin, hat außerdem einen Lehrauftrag für Fotografie an der FH Köln.

Die Ausstellung „Anja Bohnhof – konzeptionelle Fotografie“ ist noch bis 9. September im Living Studio der Stadtgalerie, Theatergasse 4, zu sehen. Weitere Infos auf www.stadtgalerie.net.
Scrolle nach oben