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10 Jahre Drogenambulanz in Klagenfurt

(07.11.2012)
Das Team der Drogenambulanz in Klagenfurt betreut suchtkranke Menschen, hilft und begleitet sie zurück in ein selbstbestimmtes Leben.
„10 Jahre sind ein Anlass, um zurückzublicken und eine Einrichtung in den Mittelpunkt zu rücken, die Menschen in ein selbstbestimmtes, drogenfreies Leben begleitet“, sagt Klagenfurts Gesundheitsreferentin Vizebürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz. Gemeinsam mit dem Gesundheitsreferenten des Landes Kärnten, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Peter Kaiser und Dr. Claudia Scheiber, der Leiterin der Drogenambulanz, wurde heute Vormittag in einem Pressegespräch auf die Arbeit der letzten 10 Jahre zurückgeblickt.

Die Stadt Klagenfurt und das Land Kärnten betreuen die Einrichtung am Rudolfsbahngürtel gemeinsam. „Wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung, das Personal stellt das Land Kärnten“, erklärt Mathiaschitz. 2002 wurde mit vier Mitarbeitern, die knapp über 100 Patienten betreuten, begonnen. Heute besteht das Team aus 10 Angestellten, das heuer über 500 Menschen, die illegale Substanzen konsumieren, in Betreuung hatte. „Die meisten unserer Patienten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, konsumieren hauptsächlich Heroin oder Cannabis“, erklärt Dr. Claudia Scheiber.

Besonders gefährlich: Immer mehr Menschen nehmen mehrere illegale Substanzen zu sich. „Die sogenannte Polytoxikomanie hat in den letzten Jahren stark zu genommen, die Behandlung ist hier besonders schwierig“, weiß Dr. Mathiaschitz. Hauptaufgabe der Drogenambulanz ist es, die Menschen aus der Sucht zu begleiten, sie in ein geregeltes Leben zurück zu führen. 2011 konnten die Behandlung von vielen Langzeitabhängigen beendet werden, 30 Prozent davon gelten als gesund.

„Eine Drogenabhängigkeit ist nicht nur für den Patienten, sondern auch für die Familie und das gesamte Umfeld eine enorme Belastung“, erklärt LR Dr. Peter Kaiser. Finanzielle Probleme oder die Tabuisierung in der Gesellschaft sind nur zwei Faktoren, die eine Rolle spielen. „In Kärnten ist die Anzahl der Suchtabhängigen im österreichweiten Vergleich zurückgegangen“, so Kaiser. Damit es aber gar nicht erst zu einer Abhängigkeit kommt, ist die Präventionsarbeit von enormer Bedeutung. „Kärnten ist das einzige Bundesland, in dem es einen eigenen Präventionsrat gibt“, erklärt Dr. Peter Kaiser weiter.

Das Team der Drogenambulanz arbeitet interdisziplinär – Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter oder Krankenpfleger bilden ein multiprofessionelles Team. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit Krankenhäusern. „Viele unserer Patienten haben Infektionskrankheiten, Hepatitis C ist besonders häufig. Bei uns wird jeder Patient rasch behandelt, dank der guten Zusammenarbeit mit den Spitälern“, sagt Dr. Claudia Scheiber.
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