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15 Jahre Spielsuchtberatung

(03.04.2013)
Spielsucht hat oft böse Folgen - für Betroffene und das Umfeld. Stadt hilft mit kostenloser, vertraulicher Beratung.
Seit 15 Jahren bietet die Landeshauptstadt Klagenfurt (als eine der ersten Städte) mit der Spielsuchtberatungsstelle Menschen Hilfe an, die an einer nicht-substanzgebundenen Sucht leiden. Insgesamt haben in dieser Zeit 561 Personen Hilfe in dieser Einrichtung angenommen – aktuell sind es 299 Personen, die regelmäßig Einzel- oder Gruppenberatung in Anspruch nehmen. Anlässlich des Jubiläums soll erneut auf die Gefahr, die das seit 1997 legalisierte „Kleine Glücksspiel“ mit sich bringt, aber auch das oft rasche Übergehen von Freizeitbeschäftigung in Abhängigkeit (Internet, PC-Spiele) aufmerksam gemacht werden. Bei einem Aktionstag im Konzerthaus Klagenfurt halten namhafte Referenten, darunter Prim. Dr. Herwig Scholz und Dr. Jörg Petry, Vorträge zum Thema.

Gesundheitsreferentin Vzbgm. Dr. Maria-Luise Mathiaschitz ist es wichtig „ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch nicht-substanzgebundene Sucht tragische Folgen für den Betroffenen, aber auch dessen Umfeld mit sich bringt“. Mathiaschitz setzt sich seit Jahren vehement für die Abschaffung des „Kleinen Glücksspiels“ ein, dessen Legalisierung die Zahl der Spielsüchtigen rasant in die Höhe schnellen ließ. „Zu Beginn unserer Tätigkeit haben wir zwei Casino-Spieler mit dem Team der Alkoholberatung mit betreut. Bereits zwei Jahre nach der Legalisierung des ‚Kleinen Glücksspiels’ waren es 18 Personen“, bestätigt DSA Ernst Nagelschmied, Leiter der Suchtberatungsstellen der Landeshauptstadt Klagenfurt und weist darauf hin, dass die Beschaffungskriminalität bei Spielsüchtigen bereits die von Drogenabhängigen überschritten hat! Statistisch gesehen wurden bisher lediglich rund 57 Prozent der Spielsüchtigen nicht straffällig, rund 28 Prozent wurden straffällig, jedoch nicht angezeigt und knapp 15 Prozent wurden aufgrund krimineller Handlungen angezeigt.

Dass kurz vor der vergangenen Landtagswahl von den dafür zuständigen politischen Mandataren die Lizenz für das „Kleine Glücksspiel“ für weiter 15 Jahre bestätigt wurde, ärgert Mathiaschitz. Gemeinsam mit dem Kärntner Landeshauptmann, der sich in seiner Zeit als Gesundheitsreferent des Landes auch stets für die Abschaffung des „Kleinen Glücksspiels“ eingesetzt hat, werde man versuchen, das Gesetz „zumindest aufzuweichen“.
Einige kleine Änderungen, wie zum Beispiel fachkundige Schulung des Spielsalonpersonals, strikte Spielpausen in Salons und Kleincasinos sowie das Verbot der 24-Stunden-Öffnungszeiten seien immerhin bereits die Regel. Auch alkoholische Getränke direkt beim Automaten zu konsumieren ist mittlerweile verboten – an der Theke jedoch nicht verhinderbar.

Dass die Spielsuchtberatungsstelle der Stadt mittlerweile mit zwei Psychologinnen besetzt ist, ist für Mathiaschitz ebenso ein Erfolg. „Würden, wie gefordert, wenigstens 5 Prozent der Einnahmen, die das Land vom ‚Kleinen Glücksspiel’ profitiert zurück an Betreuungseinrichtungen fließen, wäre das äußerst hilfreich“. Grundsätzlich sieht sie den Profit, der aus Spielsalons etc. in die Landeskasse fließt als unverantwortlich.

Die Spielsuchtberatungsstelle der Stadt Klagenfurt hilft bei Problemen mit
- Glücksspiel (Automaten, Casinos, Glücksspiel im Internet)
- übermäßiger Nutzung von Internet und Computer
- Kaufsucht
- suchtähnlichem exzessiven Sexualverhalten
- übertriebener Sportausübung
- unverhältnismäßiger Arbeitsausübung
- und mit anderen substanzungebundenen Süchten.

Betroffene, aber auch Angehörige können sich jederzeit an die fachkundigen Beraterinnen wenden.

Kontakt: Spielsuchtberatung Klagenfurt, (derzeit) Georg-Lora-Straße (demnächst) St. Veiter Straße 195, Telefon: 0463/537-5782 oder -5783,
E-Mail: spielsuchtberatung@klagenfurt.at 
oder über die Homepage der Landeshauptstadt Klagenfurt
www.klagenfurt.at/spielsuchtberatung
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