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Holocaust-Gedenken der Landeshauptstadt

(27.01.2013)
Klagenfurt gedachte der Holocaust-Opfer. Bürgermeister Scheider und das Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška  luden in den Napoleonstadl.

 

Am 27. Jänner wurde das Vernichtungslager Auschwitz und der 27. Jänner ist deshalb auch der Internationale Holocaust-Gedenktag. Die Landeshauptstadt Klagenfurt und das Kärntner Mauthausen-Komitee organisierten eine berührende Gedenkveranstaltung.

Der Einladung von Bürgermeister Christian Scheider waren viele Ehrengäste gefolgt, unter anderem die slowenische Generalkonsulin Dragica Urtelj, hohe Vertreter und Vertreterinnen aus Exekutive, der katholischen und evangelischen Kirche, Justiz,  Kultur, Wirtschaft, sowie Mitglieder des Klagenfurter Stadtsenates und Gemeinderates.

Insgesamt kamen weit über 200 Gäste zur berührenden Lesung aus dem Buch „Die Freiheit kam Mai“ des griechischen Schriftstellers Iavokos Kambanellis und dem Konzert der von Mikis Theodorakis vertonten „Mauthausen Cantata“.

Für das Mauthausen-Komitee sprach Univ.Prof. Dr. Peter Gstettner zum Holocaust-Gedenktag und las aus erschütternden Aufzeichnungen von Lagerinsassen, die die Befreiung von Mauthausen am 5. Mai, also erst über drei Monate  nach Auschwitz, schilderten. „Lebende Skelette, es war als hätte sich ein Massengrab geöffnet“, zitierte Gstettner.

Für Bürgermeister Christian Scheider gilt es auch mit diesem Gedenktag ein klares Zeichen gegen Rassismus und Völkermord zu setzen. Scheider erinnerte daran, dass die Landeshauptstadt mit der Sanierung des jüdischen Friedhofes, der Aktion Stolpersteine oder der „Allee der Gerechten“, immer wieder Aktionen wider das Vergessen und Verdrängen setzt.
Wie wichtig dies sei, zeigten jüngste Umfragen aus Deutschland, so das Klagenfurter Stadtoberhaupt. Diese hätten ergeben das jeder fünfte junge Erwachsene unter 30 mit dem Namen Auschwitz nichts anfangen kann.

„Das darf nicht sein!“ appellierte Scheider. „Millionenfacher Massenmord, der Versuch ein ganzes Volk auszurotten, Leichenberge in Vernichtungslagern, Menschen denen man die Würde genommen hat, grauenhafte Geschehnisse, die kaum zu beschreiben sind – das alles darf nicht vergessen werden, muss Mahnung für die Zukunft sein, wohin Rassenwahn und Unmenschlichkeit führen können“, so der Klagenfurter Bürgermeister. 

Bürgermeister Christian Scheider weiter: „Wir müssen dafür sorgen, dass nie vergessen wird, was in Auschwitz und den anderen Lagern passiert ist. Es ist wichtig, dass wir diesen dunklen Teil der Geschichte weitergeben. Wir können nichts ungeschehen machen, aber mahnen und wachsam sein, das so etwas nie mehr passiert. Und hier gilt es den Anfängen zu wehren. Jeglichem Fanatismus der sich gegen Menschen richtet, gleich ob aus rassischen, religiösen, sozialen oder anderen Gründen, gilt es beherzt und vehement entgegenzutreten.“

Zu dieser Gedenkveranstaltung war auch ein Zeitzeuge gekommen. Dušan Stefančič aus Slowenien, Mauthausen-Überlebender und Präsident des Internationalen Mauthausen-Komitees appellierte wie Bürgermeister Christian Scheider, dass es gelte die Erinnerungen an die nächsten Generationen weiterzugeben, denn „so etwas wie die Gräuel des 20. Jahrhunderts darf nie, nie wieder passieren“.

Eröffnet wurde auch eine Ausstellung mit Bildern von Elena Strubakis, die bis zum 15. Februar im Napoleonstadl zu sehen ist. Strubakis hat auch das Buch „Die Freiheit kam im Mai“ von Iakovos Kambanellis, einem der bekanntesten Schriftsteller und Drehbuchautoren Griechenlands und Mauthausen-Überlebender, übersetzt. Gemeinsam mit dem Journalisten und Verleger Franz Richard Reiter las sie bei der Veranstaltung aus dem Band.

Ebenfalls von Iakovos Kambanellis stammt die Mauthausen-Cantate, die von Mikis Theodorakis vertont worden ist. Olga Kessaris (Gesang), Nikolaos Papadopoulos (Klavier) und Nikolaos Athanassopulos (Bouzouki) sorgten damit für die würdige musikalische Ergänzung der Gedenk-Matinée.

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