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Bachmannpreis an Katja Petrowskaja! Bewerb bleibt!

(07.07.2013)
Doppelte Freude. Preis für einen grandiosen, berührenden Text und die Nachricht: der Bachmann-Bewerb bleibt in Klagenfurt!
„Der Bachmannpreis bleibt, er bleibt in Klagenfurt und auf 3Sat und im Internet“. - Mit kurzen, aber umso erfreulicheren Worten eröffnete ORF-Generalintendant Alexander Wrabetz die Preisverleihung des 37. Ingeborg-Bachmann-Literaturwettbewerbes und dankte allen, die sich in dieser Angelegenheit beteiligt, positiv eingebracht und engagiert für den Bewerb gekämpft haben. „Wir haben eine Lösung gefunden“, so Wrabetz.

Zum ersten Mal hat man dieses Jahr bei einer Lesung Menschen im Publikum vor Rührung weinen sehen. Und auch die Verfasserin des Textes hatte Tränen in den Augen, als sie von der Jury in nur einem Wahlgang zur Bachmannpreisträgerin 2013 gekürt wurde: Katja Petrowskaja hat mit ihrem Text „Vielleicht Esther“, die Jurysprecher Burkhard Spinnen als „Geschichtsaneignung durch eine Nachgeborene in ihrer bewegendsten Form“ bezeichnet hat, Jury und Zuhörerschaft gleichermaßen begeistert. Die aus Kiew stammende, in Berlin lebende Autorin beschäftigt sich in ihrem Text befasst sich mit der Vernichtung der Juden von Kiew durch die Nazis im Jahr 1941.
Bürgermeister Christian Scheider und Kulturreferent Vizebürgermeister Albert Gunzer überreichten der strahlenden Siegerin Blumen und Preisurkunde. Für den Bürgermeister heute eine doppelte Freude: „Ein großartiger Text gewinnt gekoppelt mit der Nachricht, dass der Bewerb auch weiterhin stattfinden wird“.
Der Bachmann-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Landeshauptstadt Klagenfurt gestiftet.

Eine Stichwahl um den Text mit dem schönsten Schluss-Satz „Es machte plopp“ (Verena Güntner „Es bringen“) und dem schönsten vorletzten Satz „Ich liebe dich, Jo“ (Benjamin Maack „Wie man einen Käfer richtig fängt“ brauchte es, um den Kelag-Preisträger festzustellen. Als Gewinnerin ging die junge deutsche Autorin Verena Güntner hervor. Gleich den nächster wurde dann Benjamin Maack mit dem 3Sat-Preis gewürdigt.

Den von Verlagen gestifteten Ernst-Willner-Preis erhielt der gebürtige Münchner Heinz Helle für seinen Text „Wir sind schön“, in dem es um das klassische Auseinander-Leben in einer Beziehung geht.

Publikumsliebling war die aus Vorarlberg stammende, in Wien lebende Autorin Nadine Kegele. Sie gewann den von der BKS gespendeten Publikumspreis 5.000 Euro). Nadine Kegele las einen Romanauszug: "Scherben schlucken", unterhielt die Zuhörerschaft und gab der Jury Rätsel auf.

Jurysprecher Burkhard Spinnen fühlte sich bei seinem Schlusswort wie bei einer Oscar-Verleihung, „fehlt nur noch, dass ich meine Mutter grüße“. Spinnen, der sonst gerne nach Klagenfurt reist „um hier Dinge über Literatur zu erfahren, die ich bisher noch nicht wusste“, erfuhr diesmal etwas, das jegliche Erwartung übertraf: Solidarität! Solidarität mit dem Bewerb, für den sich mit den Stimmen der ORF-Generalintendanz, 3Sat, dem ORF-Landesstudio Kärnten, den politischen Verantwortlichen der Stadt Klagenfurt und des Landes Kärnten eine breite Front für den Fortbestand des renommierten Literaturwettbewerbes gebildet hat.

Mehr Infos, Texte zum Downloaden und Videos der Lesungen und Diskussionen auf http://bachmannpreis.eu

 


 

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