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Protest gegen Streichung des Bachmann-Bewerbes

(21.06.2013)
Heftige Reaktionen von "Klagenfurt Kultur" an geplanter Streichung der Tage der deutschsprachigen Literatur!
Heftige Reaktionen gab es heute seitens der Klagenfurter Kulturszene gegen die vom ORF geplante Streichung der Tage der deutschsprachigen Literatur aus Gründen restriktiver Sparmaßnahmen.
„Mit aller Schärfe verwehre ich mich gegen diese äußerst kurzsichtige und kulturfeindliche Entscheidung“, sagt der Klagenfurter Kulturreferent Vzbgm. Albert Gunzer. „Der Bachmannpreis ist nach 37 Jahren eine Qualitäts-Kulturmarke geworden, die europaweit imagestiftend für Klagenfurt und Kärnten ist und sich positiv auf den Ruf Österreichs im Ausland auswirkt. Der Beitrag von rund 100.000 Euro seitens der Stadt zeigt, wie wichtig uns dieser nicht nur für Literaten, sondern für den gesamten wirtschaftlichen Bereich rund um die Literatur ist. Eine hochwertige Eigenproduktion zugunsten billiger Fertigimporte einzusparen zeugt nicht nur von mangelndem Kulturverständnis, sondern von einer Verfehlung des öffentlich-rechtlichen Auftrages“, protestiert Albert Gunzer und fordert Herrn Wrabetz auf, sich diesen unüberlegten Schnellschuss noch einmal gründlich zu überlegen. „Wir werden uns mit vereinten Kräften gegen dieses Vorhaben zur Wehr setzen!“

Auch Seitens der Kulturamtsleitung und des Robert-Musil-Literatur- Museums gibt es kräftigen Widerstand. „Gerade jetzt, wo wir seit drei Jahren rund um den Bachmannpreis ein hochwertiges Literaturprogramm wie Literatur after work, das dreisprachige Literaturfestival lesePLATZ Klagenfurt und vieles mehr für die Bevölkerung anbieten und immer weiter ausbauen, wäre ein Ende des Bachmannpreises auch eine dramatische Einschränkung für das Bemühen um kulturelle Qualität in Klagenfurt“, so MMag. Manuela Tertschnig. „Auch die sehr erfolgreiche Wiedereinführung des Stadtschreibers, welcher der jeweilige Publikumssieger des Bachmannpreises ist, wäre damit in Gefahr. Wir fühlen uns unseren Schriftstellern, unseren Verlagen, unseren Literaturkonsumenten, unserem Buchhandel mit dem gesamten  Rundherum verpflichtet und setzen bewusst Kontrapunkte gegen den Verfall der Lesekultur. Eine literarischeTrägerrakete wie den Bachmannpreis zu streichen, kommt einem Werteverfall der Literatur gleich und wäre simpel gesagt, einfach dumm.“

Dr. Heimo Strempfl, Leiter des Robert Musil Literatur Museums ergänzt: „Die Abschaffung der Tage der deutschsprachigen Literatur würde auch den Klagenfurter Literaturkurs, der mit dem Bachmann-Preis ganz eng verzahnt ist, treffen. Der Literaturkurs ist seit dem Jahr 1997 ein Sprungbrett für junge Autorinnen und Autoren. Viele ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten zählen längst zu den Etablierten, wie etwa die späteren Bachmann-Preisträger Terézia Mora oder Thomas Lang und auch der zukünftige HANSER-Verleger Jo Lendle war im ersten Literaturkurs-Jahr als Stipendiat in Klagenfurt. Es sollte alles dafür getan werden, dass die Veranstaltung in ihrer Gesamtkonzeption, die seit dem Jahr 1997 höchst erfolgreich ist und jungen Autoren große Chancen eröffnet, erhalten bleibt.“

 

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