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Resolution an ORF Generaldirektor

(28.06.2013)
In wichtigen Angelegenheiten zeigt man Einigkeit. Der Gemeinderat steht geschlossen zur Beibehaltung des Bachmannpreises.
Freitag hat der Gemeinderat eine Resolution an ORF Generaldirektor Alexander Wrabetz verabschiedet und mit Nachdruck aufgefordert, den Bachmannpreis in seiner jetzigen Form beizubehalten.

 

„Der ORF Generaldirektor war sich wohl nicht bewusst, was er da bei einer Krisensitzung am Küniglberg gefordert hat“, brachte es Kulturreferent Vizebürgermeister Albert Gunzer zu Beginn des Sondergemeinderates auf den Punkt. Denn was die Ankündigung, aus Spargründen den Bachmannpreis einzustellen, im deutschsprachigen Raum an erbosten Kommentaren ausgelöst hat, lässt sich bisher mit wohl mit keiner ORF-Ankündigung vergleichen. Gunzer forderte daher Wrabetz auf, die Haltung gründlich zu überdenken und findet es aber auch gleichzeitig hinterfragenswert, wie eine Rundfunkanstalt, die sich von Werbung und Zwangsgebühren erhält, in eine finanzielle Schieflage geraten kann, die sogar zu einer Krisensitzung führt. „Die Stadt Klagenfurt wird immer ein verlässlicher Partner bleiben“, unterstrich Gunzer.

 

„Die Entscheidung, den Bachmann-Preis einzustellen, ist eine klare Verfehlung des öffentlich-rechtlichen Kulturauftrages“, stelle Vizebürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz fest. Für die Vizebürgermeisterin ist der Bachmannpreis für viele Schriftsteller das Sprungbrett auf die Literaturbühne. Auch gesellschaftspolitisch spielt der Bachmannpreis eine bedeutende Rolle. Dr. Mathiaschitz nannte in diesem Zusammenhang die Eröffnungsrede 2009 des Autors Josef Winkler, der mit der damaligen Kärntner Politik abrechnete sowie über die Siegerin von 2011, Maja Haderlap, und deren autobiografischen Roman, der einen wichtigen Teil der Kärntner Geschichte beleuchtet.

 

Für Stadtrat Peter Steinkellner ist der Bachmannpreis vergleichbar mit dem Georg-Büchner-Preis, eine Absetzung würde zu einer Verstümmelung der Klagenfurter, der Kärntner Kultur führen.

 

„Die Vorgangsweise des ORF ist ein Schlag ins Gesicht“, sagte Bürgermeister Christian Scheider, der die Umgangsformen mit der Stadt kritisierte. Scheider appellierte an alle, gemeinsam mit aller Konsequenz an einem Strang zu ziehen und sich zu wehren, denn für den Bürgermeister ist das erst der Anfang der Einsparungsdiskussion beim Staatsfunk.

 

„Sollte der Bewerb abgesetzt werden, hat der ORF seine Legitimation verloren“, meinte Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann (Grüne). Und für Gemeinderätin Mag. Sieglinde Trannacher (Liste EW’09) sind Kunst und Kultur die Nahrung, ohne die jede Gesellschaft verkümmert.

 

Die Resolution wurde einstimmig beschlossen.

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