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Klagenfurt braucht einen Flughafen!

(13.08.2014)
Jetzt  will das Land wieder prüfen, ob in den Flughafen investiert werden soll. Die Stadtvertreter sind empört.
Ein Schreiben der Kärntner Landesholding hat im Klagenfurter Rathaus für Entrüstung gesorgt. Danach soll sich die Landeshauptstadt mit hohen Kosten an einer Studie beteiligen, ob in den Flughafen weiter investiert werden soll.

Bürgermeister Christian Scheider und Vizebürgermeister Albert Gunzer zeigten in einer Pressekonferenz deutlich ihre Empörung: „Bereits vor einem Jahr hat ein Gutachten des Landes das Szenario einer Schließung beinhaltet. Nach breiten Protesten und der einstimmigen Resolution des Klagenfurter Stadtsenates hat das Land sich dann zur Sanierung der Landebahn bekannt. Und jetzt haben wir wieder den Stand von vor einem Jahr  und sollen uns noch dazu an einer 162.000 Euro teuren Studie beteiligen“, sind Scheider und Gunzer fassungslos.
Die Stadt sei nicht bereit sich an Studien oder Gesprächen, die eine Schließung des Flughafens ins Auge fassen, zu beteiligen. Für die Stadt komme nur eine Sanierung und Stärkung des Flughafens in Frage, so Gunzer. Der Stadtsenat habe auch bereits einstimmig den Klagenfurter Anteil von 3 Millionen Euro bewilligt, insgesamt ist eine Investition von 15 Millionen Euro notwendig.

Genehmigung nur bis 2015

Wie dringend eine Entscheidung des Landes ist, erläuterte Flughafen-Aufsichtsratmitglied Dr. Andreas Skorianz, der in diesem Gremium die Stadt vertritt. Die derzeitige Landebahn habe die Genehmigung für Verkehrsflüge nur mehr bis Ende 2015. Bis Ende September muss der Flughafen wissen, ob das Geld für eine Sanierung zur Verfügung steht, also ein Beschluss des Landes vorliegen. Die Fluggesellschaften erstellen den Winterflugplan 2015/2016 jetzt im Herbst und wenn Klagenfurt 2016 keine genehmigte Landebahn mehr hat, kann die Stadt von Verkehrsmaschinen nicht mehr angeflogen werden. Dazu komme, dass auch die EU-weite Ausschreibung noch Zeit in Anspruch nimmt, stellte Skorianz fest. Er legte auch die Zahlen auf den Tisch, was eine eventuelle Schließung des Flughafens koste. Derzeit wird dies mit rund 30 Millionen Euro beziffert, wobei die genauen Kosten für die Ablösung aller langfristigen Verträge oder die Auflösung des Tanklagers noch gar nicht vorlägen.


Schaden für die Wirtschaft


Empört ist der Klagenfurter Finanzreferent Albert Gunzer vor allem über die Tatsache, dass seit zwei Jahren bekannt ist, dass die Sanierung bis Ende nächsten Jahres erfolgen muss und nun - ein Jahr davor - wieder erst nur über Studien und „Handlungsempfehlungen“ geredet wird, statt die entsprechenden Beschlüsse zu fassen.
„Für die Kärntner Wirtschaft ist der Flughafen unentbehrlich. Wir haben viele Betriebe, die international tätig sind und erreichbar sein müssen. Das trifft auch für die Klagenfurter Großveranstaltungen wie Bachmannpreis oder Ironman zu“, listet Vzbgm. Gunzer auf. Unverständlich für ihn auch, dass Unternehmen wie zum Beispiel Schenker, das am Flughafen zehn Millionen investiert hat– Klagenfurt setzte sich in einem harten Rennen gegen Sofia durch – jetzt verunsichert werden.

Auch für Bürgermeister Christian Scheider ist es unfassbar, dass man 200 Arbeitsplätze in Klagenfurt, davon 51 am Flughafen, rund 100 bei Schenker aufs Spiel setzt. „Unsere Stadt bewegt sich jetzt auf die 100.000 Einwohner zu und die eigene Landesregierung bremst den Aufschwung“, kritisiert der Klagenfurter Bürgermeister, der auch die Folgen für den Tourismus anmahnt.

„Mit der Stadt gibt es nur Verhandlungen über eine Stärkung unseres Flughafens“, stellten Scheider und Gunzer fest und kritisierten auch die nicht vorhandene Gesprächskultur der Kärntner Landesholding. Zu einem Zeitpunkt, wo man schon absehen könne, dass weiterer Verzug Klagenfurt den Verkehrsflughafen kostet, die Stadt einfach mit einem Schreiben für eine „Handlungsempfehlung“ mit möglicher „Deinvestitionsphase“ zu Kasse zu bitten, ist wirklich eine Beleidigung“, so die Stadtvertreter.

 

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