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Bachmannpreis 2014 vergeben

(06.07.2014)
Tex Rubinowitz gewinnt den Bachmann-Preis 2014! Die distanzierte Liebesgeschichte "Wir waren niemals hier" überzeugte die Jury!
Ingeborg-Bachmann-Preis
Jahrelang hat er den Bachmann-Bewerb, die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ begleitet, karikiert, das Rahmenprogramm im Lendhafen mitgestaltet. Dieses Jahr trat der aus Hannover stammende, in Wien lebende Autor und Zeichner Tex Rubinowitz selbst an und präsentierte der Jury am letzten Lesetag eine lässig-umgangssprachlich und zugleich tiefsinnige Reflexion über die Beziehung eines jungen Deutschen, der nach Wien zog, zu einem ständig rauchenden, an Batterien lutschenden Mädchen aus Litauen. Der Text mit dem Titel „Wir waren niemals hier“ sei eine Geschichte zwischen Mann und Frau, die nur durch das „sich Entziehen“ funktioniert. Nicht nur Juror Hubert Winkels lobte den Text „über eine Liebe, die an eine Abwesenheit gekoppelt“ sei. Neo-Juror Arno Dusini fand Gefallen an der erfrischenden Erzählung Rubinowitz’, die erfreulicherweise „ohne literarische Bedeutungsschwere“ auskommt.

Bürgermeister Christian Scheider und Kulturreferent Vizebürgermeister Albert Gunzer konnten heute, Sonntag, an einen in Österreich lebenden Autor überreichen, was beide sehr freute.

Kelag-Preis
Mit dem mit 10.000 Euro dotieren Kelag-Preis wurde der Schweizer Michael Fehr ausgezeichnet. Der blinde Autor bekam bei seinem Vortrag den Text via Kopfhörer vorgelesen und gab ihn vor Publikum und Jury wieder. Fehr überzeugte mit einem Auszug aus seinem Roman „Simeliberg“. Einem, wie die Jury es bezeichnete, „gefakten Schweizer Nationalepos zwischen Weltabgewandtheit und Weltraum-Euphorie“.

3sat-Preis
Der Facebook-Chat zweier Menschen mit Migrationshintergrund von Senthuran Varatharajah beeindruckte und berührte die Jury gleichermaßen. Der in Berlin lebende Autor, der aus Sri Lanka stammt, zeichnet einen virtuellen Dialog zweier Flüchtlingskinder, der seine Wirkung durch eine platonische, distanzierte Sprache entfaltet, so das Juryurteil.
Senthuran Varatharajah erhielt den 3sat-Preis, dotiert mit 7.500 Euro.

Mr HEYNs Ernst-Willner-Preis
Zum ersten Mal stiftet diesmal Heyn-Buchhändler Helmut Zechner den zuvor von Verlagen ausgerichteten Ernst-Willner-Preis (5.000 Euro). Er ging an die in Berlin lebende Autorin Katharina Gericke und ihren Text „Down Down Down“.

BKS-Publikumspreis
Das Publikum entschied sich ganz anderes – nämlich für die Österreicherin Gertraud Klemm und ihren dem bitterbösen Text „Ujjayi“ über eine Mutter mit einem Schreibaby, der in einer Liebeserklärung an das Leben endet.
Gertraud Klemm erhält den mit 7.000 Euro dotierten „Publikumspreis“ und zugleich das Stipendium für die Stadtschreibertätigkeit in Klagenfurt im Sommer 2015.

Burkhard Spinnen hört auf
Abschied vom Bachmann-Bewerb und den „Tagen der deutschsprachigen Literatur“ nimmt Burkhard Spinnen, der allen für das Gelingen der Veranstaltung Verantwortlichen herzlich dankte und versicherte: „Ich wurde nicht rausgeschmissen und ich bin nicht krank. Aber 14 Jahre sind eine lange Zeit und der Bewerb beruht, wie auch die Jury, auf Abwechslung und Veränderung“.

Bürgermeister Christian Scheider und Vizebürgermeister Albert Gunzer dankten dem eloquenten Germanisten, Publizisten und Schriftsteller aus Münster für seine wertvollen Beiträge auf dem Jurorenrang und wichtigen Anregungen für den Bewerb.
ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard überreichte Burkhard Spinnen die Erstausgabe eines Romans von Humbert Fink, dem Mitbegründer des Bachmann-Bewerbes.

Mehr Infos, alle Texte zum Nachlesen und Downloaden, Video-Aufzeichnungen und vieles mehr auf
http://bachmannpreis.eu

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