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Gedenken am Loiblpass

(14.06.2014)
Am Loibl gab es für den Tunnelbau eine Außenstelle des KZ Mauthausen. Jährlich wird hier der Opfer gedacht.
Zum 20.Mal gab es  Samstag hier die Gedenkveranstaltung für die Opfer des NS-Regimes. Univ.Prof. Dr. Peter Gstettner ist es zu verdanken, dass der Ort unvorstellbarer Qualen und Nazimorde und die „Baustelle des Todes“ der Vergessenheit entrissen worden sind.
Direkt vor dem Tunnelportal legten viele Organisationen und Institutionen Kränze nieder. So auch der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider und eine Delegation aus der Partnerstadt Dachau die hier der Toten, Misshandelten und Gefolterten gedachten.

Kein Verdrängen und Vergessen

Für das Klagenfurter Stadtoberhaupt ist die Gedenkveranstaltung am Loibl, bei der er jedes Jahr dabei ist, ein Herzensanliegen: „Eine dringend notwendige Erinnerungsarbeit, es kann nicht oft genug hervorgehoben werden, wie wichtig es ist, dass das KZ Loibl Nord nicht in Vergessenheit geraten ist. Nur so können wir unserer Jugend  die Mahnung mit auf den Weg geben, dass solche grauenhaften Taten sich nie mehr wiederholen dürfen“.
Bürgermeister Christian Scheider verweist dabei auf die von ihm gesetzten Gedenkinitiativen in der Landeshauptstadt Klagenfurt – die Verlegung der Stolpersteine zur Erinnerung an die von den Nazis ermordeten jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen, die Sanierung des israelitischen Friedhofes, die Veranstaltungen zum internationalen Holocaustgedenktag im Jänner, die Installierung eines Beirates für Erinnerungskultur. „Wir schulden den Opfern, dass nichts verdrängt und vergessen wird und nur wer sich der Geschichte bewusst ist, kann eine gute, tolerante und friedliche Zukunft mitgestalten“, so das Klagenfurter Stadtoberhaupt.

Die Bedeutung des Gedenkens strich auch Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser hervor, der dabei die „bemerkenswerten Klagenfurter Initiativen“ hervorhob.

In den Mauthausen Außenlagern Loibl Nord und Loibl Süd waren rund 1.600 Zwangsarbeiter für den Bau des Loibltunnels interniert. Sie litten unter den Gewaltorgien und Folterungen der Naziaufseher unvorstellbare Qualen. 40 Menschen starben durch Entbehrungen, Misshandlungen, Erschießen oder durch Herzinjektionen des Lagerarztes direkt am Loibl.  Die Lager kosteten aber viel mehr Menschen das Leben - bei Krankheit und Arbeitsunfähigkeit wurden die Zwangsarbeiter wieder nach Mauthausen gebracht und dort ermordet.

Nach der Befreiung 1945 wuchsen Gras und Bäume über die Lagerreste bis das Mauthausen-Komitee und die engagierte Arbeit von Univ.Prof Dr. Peter Gstettner einen Teil der Reste freilegten und zu jährlichen Gedenkveranstaltungen luden.
2014 sind wieder über 200 Besucher und Besucherinnen aus den verschiedensten Staaten gekommen.  Überlebende und deren Nachkommen aus Polen, Italien, Frankreich, Slowenien, Deutschland, Delegationen der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft und zahlreicher Lagerkomitees aus ganz Europa.


Auf gesellschaftliche Strömungen achten

Die Ansprachen von Dušan Stefančič (Überlebender der KZ Dachau, Gusen und Mauthausen), Ernst Grube, (Überlebender von Theresienstadt und stellvertretnder Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau), Daniel Simon, Sohn eines Überlebenden und Präsident der französischen „Amicale de Mauthausen“ und des Schriftstellers Erwin Riess hatten eines gemeinsam: den Appell alles gegen das Vergessen zu unternehmen, achtsam für gesellschaftliche Strömungen zu sein und mit Zivilcourage sofort gegen jegliche Anfänge faschistischen Gedankengutes, Rassismus, Antisemitismus engagiert aufzutreten.
Mit Pascal Gebeneter und Iva Gutic vom Klagenfurter Gymnasium Lerchenfeld kam wieder die Stimme der Jugend zu Wort.

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