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Hausordnung für alle Generationen

(23.02.2015)
Neue Initiative zur Konfliktvermeidung und für ein gutes Zusammenleben in größeren Wohnanlagen.

Kinder spielen im Hof – ältere Menschen wollen Ruhe. Das führt – vor allem in größeren Wohnanlagen – immer wieder zu Konflikten. Ein Kooperationsprojekt von Stadt, Land, Familienservice und Kinder- und Jugendanwaltschaft soll nun für einen respektvollen Umgang und ein gutes Miteinander sorgen.

„Immer wieder gibt es Beschwerden über Kinderlärm in Wohn­anlagen. Kinder brauchen aber das freie Spielen für eine gesunde Entwicklung, umgekehrt haben ältere Menschen ein höheres Ruhebedürfnis“ erklärt Familienreferentin Stadträtin Mag.a Andrea Wulz die Problematik. Gemeinsam mit dem Land Kärnten wurden in einer Umfrage die häufigsten Probleme, die zu Nachbarschafts­streitigkeiten führen, erhoben und ein freundlich illustrierter Plan erstellt, wie man in diesen Situationen mit einem höflichen Umgang und ein wenig Toleranz auf beiden Seiten für ein besseres Zusammenwohnen sorgen kann. Diese Initiative soll, so Landeshauptmannstellvertreterin Dr.in Beate Prettner, dazu beitragen, dass Kärnten und Klagenfurt noch stärker zum Wohlfühl-Lebensraum für Familien werden.

Wichtig ist ein respektvoller Umgang miteinander, denn mit Aggressivität wird oft eine Kleinigkeit zum großen Problem.

Die neue kinder- und generationenfreundliche Hausordnung, die schon demnächst, neben der regulären Hausordnung, in größeren Wohnanlagen angebracht werden soll, zeigt in einer sympathisch illustrierten Form Möglichkeiten auf, wie man in unterschiedlichen Problemsituationen im Wohnbereich dennoch freundlich miteinander umgehen kann.

Anlassfälle sind, wie Kinder- und Jugendanwältin Mag.a Astrid Liebhauser bestätigt, der Lärm, den das Aufprallen von Bällen auf Asphalt oder Hauswänden verursacht, damit verbundene Verschmutzung oder Beschädigung der Wohnanlage etc.

Kinder haben ein erhöhtes Bewegungs- und Spielbedürfnis und auch ein Recht auf Freizeit. Ältere Menschen sind ruhebedürftig. „Wichtig ist es, vernünftig und in einem angemessenen Ton miteinander zu reden“, das würde von Vornherein so manche Konflikte ersparen, so Liebhauser. In einer Gemeinschaftswohnanlage sind alle gleichermaßen für ein friedvolles Zusammenwohnen verantwortlich.

Mag.a Daniela Obiltschnig, Familienbeauftragte der Stadt Klagenfurt, verweist auf die zahlreichen Initiativen, die in den vergangenen Jahren im Rahmen des „Audit familienfreundliche Gemeinde“ unternommen wurden. Klagenfurt ist die erste Landeshauptstadt, die mit dem Zertifikat ausgezeichnet wurde. Auch ein gutes Miteinander unterschiedlicher Generationen in Wohnanlagen ist ganz im Sinne der Familienfreundlichkeit.

Die neue kinder- und generationengerechte Hausordnung soll kein Regelwerk sein, dass Verbote aufzeigt – sie dient mit freundlich gestalteten Illustrationen zur Veranschaulichung, wie man mit problematischen Situationen respektvoll umgehen und so Konflikte vermeiden kann.

Die kinder- und familiengerechte Hausordnung wird in den nächsten Tagen den Verantwortlichen bei Wohnbaugenossenschaften, privaten Bauträgern und für Gemeindewohnungen mit der Bitte um Anbringung im Stiegenhaus zugestellt.

 

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