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Gedenken beim KZ Loibl Nord

(13.06.2015)
70 Jahre nach der Befreiung im Jahr 1945 wurde am Loibl der Opfer des KZ Außenlagers Mauthausen gedacht.

Die Gedenkfeier gab es  zum 21.Mal. Die Städtepartner Klagenfurt und Dachau waren dabei, die Bürgermeister legten einen Kranz nieder.

„Baustelle des Todes“ wurde sie von den Menschen genannt, die aus Mauthausen zum Bau des Loibltunnels geschafft wurden. Rund 1.600 Zwangsarbeiter wurden hier gequält, gedemütigt, ermordet. 40 Menschen aus verschiedensten Ländern wie Polen oder Frankreich starben direkt im Loibl-Lager durch Entbehrungen, Misshandlungen der KZ-Aufseher, Herzinjektionen des Lagerarztes, wurden erschossen. Adere Zwangsarbeiter wurden nach Mauthausen zurück transportiert und dort ermordet.

Direkt beim Tunnel-Portal gibt es Gedenktafeln für diese Opfer der grausamen Nazi-Diktatur. Und dort wurden auch heuer wieder bei der Internationalen Gedenkveranstaltung von vielen Delegationen, an der Spitze Sozialminister  Rudolf Rudolf Hundstorfer und Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser, Kränze nieder gelegt. 

Für die Partnerstädte Klagenfurt und Dachau, die ja inzwischen auch eine Gedenkpartnerschaft haben, kamen Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz und Bürgermeister Kai Kühnel zur Gedenk­-veranstaltung und legten beim Tunnelportal einen gemeinsamen Kranz nieder. Die beiden Städtepartner haben es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam an die schreckliche Geschichte zu erinnern, zu mahnen und für eine Zukunft in Frieden für alle einzutreten.

Delegationen der Städtepartner setzten heuer schon gemeinsam Initiativen gegen das Vergessen bei den Gedenkfeiern in Dachau, Mauthausen und im KZ-Außenlager Hallein.

„Dachau und Klagenfurt pflegen einen offenen und würdevollen Umgang mit der Vergangenheit. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, als Städtepartner bei den verschiedenen Gedenkfeiern in diesem Jahr gemeinsam teilzunehmen und zusammen ein deutlich sichtbares Zeichen zu setzen“,  so Dr. Maria-Luise Mathiaschitz.

Die Internationale Gedenkfeier am Loibl fand am Appellplatz des ehemaligen Lagers, an das ja Jahrzehnte nicht mehr erinnerte, statt. Dass hier seit 21 Jahren Gedenkveranstaltungen stattfinden, die Überreste einer Baracke wieder zu sehen sind, Steine deutlich machen, wo der ehemalige Stacheldrahtzaun verlief und mit Holzinstallationen die Wachtürme symbolisiert werden, ist den Bemühungen von Univ.Prof. Dr. Peter Gstettner und des Mauthausen-Komitees zu verdanken.

Gstettner ist ja auch Vorsitzender des Gedenkbeirates der Stadt Klagenfurt.

Zum heurigen Gedenken waren weit über 200 Menschen gekommen, viele sind aus Frankreich, Polen, Italien, Slowenien extra angereist. Als Zeitzeuge sprach Dr. Stanilslaw Leszczyński.

Mit Mauthausen und dem Schrecken der Nazizeit hatten sich auch zwei Schüler und eine Schülerin des WI’MO in Klagenfurt auseinandergesetzt. Julian Maier, Selina Tschauko und Januš Pihler spannten den Bogen vom KZ Mauthausen bis zu Mobbing, Stigmatisierung und gefährlichen Verallgemeinerungen in unserer heutigen Gesellschaft.

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