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In den Bäumen „weiterleben“

(20.10.2015)
Naturbestattungen werden immer beliebter. Am Friedhof Annabichl gibt es ab sofort eine Baumbestattungsanlage mit 672 Urnenplätzen.

Die Stadt bietet eine neue Möglichkeit für die letzte Ruhestätte. Am Friedhof Annabichl wurde auf Initiative von Friedhofsreferent Vizebürgermeister Christian Scheider eine Naturbestattungsanlage angelegt. „Naturbestattungen liegen europaweit im Trend. Insgesamt können wir in einem eigenen Bereich für Baumbestattungen ab sofort 672 Urnenplätze bei 28 Bäumen anbieten“, informiert Scheider. Die Kosten für einen Urnenplatz betragen 1.700 Euro bei einer Laufzeit von 50 Jahren. Die Friedhofsgebühren sind darin auch schon inkludiert. Für die Baumbestattungen werden sogenannte Bio-Urnen verwendet, weil diese verrottbar sein müssen. „Erfahrungsgemäß lösen sie sich nach etwa zwei Jahren in der Erde auf. Die Asche kann dann sozusagen in den Baum übergehen, was vor allem ein schöner symbolischer Akt ist“, erklärt Ing. Hans Jürgen Melcher von der Friedhofsverwaltung das Besondere an dieser Form der Naturbestattung.

In der parkähnlich angelegten Anlage sind Kerzen und Blumenschmuck verboten. Alles soll unberührt und naturbelassen bleiben. Lediglich der Rasen wird gemäht. Für Grabschmuck und Kerzen ist ein eigener Platz bei den Gedenktafeln vorgesehen. Die Abteilung Hochbau hat für alle Bäume eine dieser Tafeln hergestellt. Jede ist mit jeweils 24 Schildchen versehen, in welche die Namen der Verstorbenen eingraviert werden. Die Abteilung Vermessung hat die Baumbestattungs-Urnenplätze digitalisiert. Damit sind sie jederzeit, wie auch alle anderen Gräber auf den städtischen Friedhöfen, über den Friedhofskataster auf der Klagenfurt Homepage abrufbar.

Generell nehmen in Klagenfurt Erdbestattungen ab. Schon über 60 Prozent ziehen die Feuerbestattung vor. Übrigens war es vor drei Jahren noch genau umgekehrt, wie Ing. Melcher feststellt: „Kinder und Angehörige wohnen oft nicht mehr in der Nähe, was die Grabpflege nicht mehr so leicht macht wie früher.“ Zwei Baumbestattungs-Urnenplätze sind schon verkauft. Interessenten können direkt mit der Friedhofsverwaltung in Kontakt treten. Neues gibt es auch von den Fürsorgegräbern, die künftig der Urnenbestattung weichen. Scheider: „Die Kapelle, in denen über 2.000 Urnen Platz finden, wird gerade hergerichtet. Für mittellose Menschen ohne Angehörige bieten wir damit eine würdevolle letzte Ruhestätte. Das ist auch eine humane und soziale Visitenkarte.“

Weitere Infos:

Friedhofsverwaltung

Magistrat der Landeshauptstadt Klagenfurt 
Waagplatz 2
9020 Klagenfurt am Wörthersee
+43 463 537-5793
+43 463 537-6268
friedhofverwaltung@klagenfurt.at

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