Zum Inhaltsbereich springen

30 Jahre Alkoholberatungsstelle

(26.04.2016)
Seit 1986 besteht die Alkoholberatungsstelle der Stadt, die ihr Angebot kontinuierlich ausgebaut hat. Über die Jahre wurden über 60.000 Beratungsgespräche durchgeführt.

Laut Statistik Austria sind etwa 360.000 Österreicher alkoholkrank und jeder Zehnte leidet im Laufe seines Lebens an Alkoholkrankheit. Schon früh hat die Stadt Klagenfurt die Wichtigkeit von Präventionsarbeit erkannt. So richtete der Magistrat bereits 1986 erstmals eine wöchentliche Nachbetreuungsgruppe für Alkoholkranke ein. In den Folgejahren ist das Angebot aufgrund steigender Frequenz und komplexer Begleitproblematik weiter ausgebaut worden.

Heute steht für Betroffene in den Räumlichkeiten in der Kumpfgasse 20 eine breite Palette verschiedenster Maßnahmen völlig anonym und kostenlos bereit: Beratung und Betreuung sowohl von Alkoholkranken als auch Angehöriger, Motivationsarbeit, Hilfestellung bei familiärer, beruflicher und sozialer Rehabilitation, sozialmedizinische Beratung und Maßnahmen sowie Angebote im Bereich Ergotherapie und Freizeit. Letztere sind auch besonders wichtig, um das wesentliche Ziel der Aufrechterhaltung der totalen Abstinenz zu erreichen. „Die Alkoholberatung ist ein wichtiger Teil des Präventionsprogramms der Stadt. Wir müssen diese Anlaufstelle ständig stärken, da die Volkskrankheit Alkoholismus nie ganz besiegt werden wird“, streicht Gesundheitsreferent Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler hervor.

Aktuell erhalten rund 520 Klientinnen und Klienten Beratung und Betreuung. Die Zahl setzt sich aus 440 direkt von Alkohol Abhängigen bzw. stark Gefährdeten sowie 80 Angehörigen zusammen. In etwa zwei Drittel der Alkoholkranken sind männlich. Bei den Angehörigen werden hingegen zu 80 Prozent Frauen betreut. Über 2.600 Einzel- und Paarberatungsgespräche mit Betroffenen und Angehörigen werden pro Jahr durchgeführt. Dabei ist die Beziehungsarbeit zwischen Klient und Berater für eine erfolgreiche Beratungstätigkeit im Suchtbereich ein ganz entscheidender Faktor. Daher setzt das Team der Alkoholberatung auf Stabilität und arbeitet seit mehr als zehn Jahren in der gleichen Besetzung zusammen. Hilfesuchenden Menschen werden so Vertrauen und Sicherheit geboten. „Wir sind in Klagenfurt mittlerweile eine bekannte Adresse. Über die Jahre wurden in unserer Beratungsstelle über 60.000 Gespräche geführt“, sagt der Leiter der Suchtberatung, DSA Ernst Nagelschmied.

Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit hat die Alkoholberatung in den vergangenen 30 Jahren viel zur Enttabuisierung des Themas Alkoholismus beigetragen. „Dadurch nehmen auch immer mehr jüngere Menschen, die sich erst in einer kritischen Phase der Suchtentwicklung befinden, aber noch nicht abhängig sind, unsere Hilfe in Anspruch“, weist Dr. Birgit Trattler, Leiterin der Abteilung Gesundheit, auf einen relativ neuen „Trend“ hin. In vielen Fällen könne so präventiv ein Abrutschen in die Abhängigkeit verhindert werden.

„Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Beratung ist und bleibt neben der Freiwilligkeit die Wiederübernahme der Selbstverantwortung für die Gesundheit und das eigene Leben“, weiß Mag. Josef Saliternig, seit 25 Jahren Mitarbeiter der Alkoholberatung. Rund die Hälfte seiner Klienten schafft es aufgrund von regelmäßigen Einzelgesprächen und Gruppentherapien langjährig „trocken“ zu bleiben. Das Nachbetreuungsnetz spielt hierbei eine wesentliche Rolle, wie Primarius Univ.-Prof. Dr. Herwig Scholz, einer der langjährigen Wegbegleiter der Alkoholberatung Klagenfurt, feststellt: „Begleitende, wohnungsnahe Therapiemöglichkeiten wie sie in Klagenfurt großartig strukturiert angeboten werden, sind ein Garant für das Gelingen der Entwöhnung.“

Anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Alkoholberatung“ findet am 28. April um 19 Uhr im Gemeindezentrum St. Ruprecht eine Feier mit Kabarett („Alkohol als Lösungsmittel“ mit dem Kabarettisten Josef Burger) statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Scrolle nach oben