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Neue Medien bringen neue Suchtgefahr

(15.04.2016)
Fachtagung der Suchtberatung setzte sich mit „Onlinesexsucht“, gängigen Praktiken und Hintergründen sowie Beratung und den rechtlichen Aspekten auseinander.

Am Freitag lud die Spielsuchtberatung der Stadt Klagenfurt zu einer Fachtagung, die sich mit „Onlinesexsucht“, der Beratung und rechtlichen Aspekten befasste. Das Team um Ernst Nagelschmied orientiert sich bei der Themenfindung immer an den Nachfragen in der Beratungsstelle sowie an der aktuellen medialen Berichterstattung. „Pornografie im Internet verzeichnet enorme Zugriffe und ist ein lukratives Geschäftsfeld. Schätzungen gehen von einem jährlichen Umsatz von 57 Milliarden Dollar aus, Tendenz steigend“, informiert Ernst Nagelschmied, Leiter der Suchtberatung.

Es sei daher naheliegend gewesen, dieses Thema seitens der Suchtberatung aufzugreifen. „Für uns als Stadt, die sich der Prävention verschrieben hat, ist es enorm wichtig, die Suchtberatung weiterzuentwickeln. Damit kann neuen Suchtgefahren etwas entgegengesetzt werden. Diese Fachtagung leistet einen wichtigen Beitrag dazu“, sagt Gesundheitsreferent Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler.

Für die Fachtagungen der Suchtberatung können regelmäßig führende Experten gewonnen werden. Am Freitag gab Dr. Aron Kampusch, der Klinischer- und Gesundheitspsychologe sowie Verhaltenstherapeut in Wien ist, einen Wegweiser durch die Welt des Sex im Internet. Erklärt wurden gängige Praktiken, Suchbegriffe und Hintergründe. „Sexsucht und Onlinesexsucht sind in vom Internet erschlossenen Räumen mittlerweile nicht mehr trennbar“, stellt Dr. Kampusch fest und unterstreicht damit die Tragweite dieser im Bereich der neuen Medien angesiedelten Sucht.

Sex im Internet versuche einerseits die vielfältigen Wünsche seiner User zu befriedigen, andererseits aber auch neue „needs“ zu schaffen. Kampusch: „Hinter jeder Sexsucht stehen auch Bedürfnisse oder Verletzungen, welche durch den Konsum des Patienten zu Tage treten.“ Hinter Internetsex-Phänomenen stecken aber oft auch kriminelle Machenschaften. Das machte Bzl. Claus Kügerl in seinem Vortrag deutlich und verwies auf die damit verbundenen Delikte im Strafrecht.

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