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Friedhöfe: Diebstähle und Vandalismus

(25.08.2016)
Kupferdiebstahl von organisierten Banden schädigt die Klagenfurter Friedhofsanlagen und verursacht hohe finanzielle Kosten. Konzept mit Gegenmaßnahmen wird erarbeitet.

„In der heutigen Zeit ist scheinbar einigen Menschen gar nichts mehr heilig“, fasst Vizebürgermeister Christian Scheider als zuständiger Referent die Situation auf den Klagenfurter Friedhöfen zusammen.

 Auf den Friedhöfen Annabichl und Viktring mussten im letzten Jahr Schäden von über 60.000 Euro verzeichnet werden. Die Täter haben unter anderem über 60 Meter Kupferabdeckungen von den Urnenwänden gerissen und abtransportiert.  Es dürfte sich um eine spezialisierte Bande handeln. Die Reparaturarbeiten werden nun mit Alu durchgeführt.

Das sind aber nicht die einzigen Sorgen, die Friedhofsreferent und Friedhofsverwaltung beschäftigen. 
Am Friedhof St. Ruprecht gibt es in den WC-Anlagen weiter Verwüstungen und Drogenmissbrauch. Die extra montierten Blaulichtlampen (dieses Licht verhindert, dass Süchtige die Venen für den Einstich finden) wurden abgerissen, Fenster zerstört, Toiletten unbrauchbar gemacht.

Und der Friedhof St. Ruprecht ist auch ein Hotspot für Bettlerbanden geworden. „Diese belästigen aggressiv und sogar auch direkt während Begräbnissen Friedhofsbesucher und Trauernde“, schildern Vzbgm. Christian Scheider und der Leiter der städtischen Friedhofsverwaltung Ing. Hans Jürgen Melcher die Vorkommnisse.

 Der Friedhofsreferent kündigt ein Krisengespräch mit allen relevanten Organisationen, allen voran Polizei, Ordnungsamt und Bergwacht an. Mit diesen gemeinsam soll nun rasch ein Konzept, ein Plan erarbeitet werden. „Damit die Menschen die Gedenkstätten wieder in Ruhe aufsuchen können und man die Diebstähle hintanhalten kann“, so Scheider.
Er wünscht sich dafür eine personelle Aufstockung des Ordnungsamtes und eine finanzielle Absicherung im Budget für Vorsorgemaßnahmen.

Betroffen sind auch die Grünanlagen vor den Friedhöfen – hier wird sogar übernachtet. 

Bestattungstrends

Die Friedhofsverwaltung sorgt derzeit auch für die sich ändernden Wünsche bei Bestattungen vor. Der Trend zur Urnenbestattung und vor allem zur Naturbestattung steigt kontinuierlich. Derzeit liegen diese Möglichkeiten mit 60 Prozent schon weit vor der traditionellen Erdbestattung. Für die sogenannte Naturbestattung am Friedhof gibt es 600 Urnenplätze wobei in nur wenigen Monaten schon 60 verkauft worden sind.

„Gefragt sind auch sogenannte Urnenstelen, die nun ebenfalls vermehrt errichtet werden und Urnenschachtgräber“, erklärt Vzbgm. Christian Scheider.

Die Stadt kümmert sich auch um die sogenannten Fürsorgefälle, verstorbene Menschen, bei denen es keine Verwandten oder Nachkommen gibt, die die Bestattung bezahlen. 
„Leider gibt es immer mehr Menschen, die ganz alleine sind und niemand da ist, der sich um die Beerdigung, Bestattung kümmert“, bedauert Scheider eine gesellschaftliche Entwicklung. Für solche Fälle hat die Friedhofsverwaltung die der Stadt geschenkte Kapellengruft  restauriert, wo nun 3.000 Urnen Platz haben. Traurig: hier wird jetzt auch ein Baby bestattet, das in einer Babyklappe abgegeben wurde und nicht überlebt hat.

 Ein großes und sensibles Vorhaben steht ebenfalls bevor: die Sanierung der Hauptallee am Friedhof Annabichl. „Derzeit wird gemeinsam mit der Abteilung Stadtgarten der genaue Plan erarbeitet und dann im Stadtsenat vorgestellt“, so Scheider. 

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