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HAK setzt Zeichen gegen das Vergessen

(19.02.2016)
Im Beisein des Künstlers Manfred Bockelmann wurde dessen Bild des HAK-Schülers Otto Zeichner, der 1942 im KZ Auschwitz ermordet wurde, in der Handelsakademie enthüllt.

Anlässlich des 120-Jahr-Jubiläums der Handelsakademie Klagenfurt setzten Schüler, Professoren und Schulleitung am Freitag gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen. Im Beisein von Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz, dem Künstler Manfred Bockelmann sowie vieler Ehrengäste wurde in der Aula der Schule ein Bild des 1942 im KZ Auschwitz ermordeten HAK-Schülers Otto Zeichner enthüllt. Das Portrait jenes Direktors, der in der NS-Zeit von 1938 bis 1945 die Handelsakademie leitete, wird durch Bockelmanns Bild des Opfers Otto Zeichner in der Direktorengalerie ersetzt.

Sein tragisches Schicksal soll symbolisch an die Verfolgung und Gräueltaten des Nazi-Regimes mahnend erinnern. „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass heute jener Teil der Geschichte beleuchtet und öffentlich wird, der jahrelang verschwiegen wurde. Ein großes Dankeschön für den Einsatz an alle Schüler, Professoren und Projektbeteiligten“, sagte die Bürgermeisterin in ihren Grußworten und wies auch auf die Verlegung der Stolpersteine in Klagenfurt hin. Für die Familie Zeichner wurde in der Adlergasse einer der Stolpersteine verlegt.

Neben HAK-Direktor Mag. Franz Hudelist und Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner, Vorsitzender des Gedenkbeirates der Stadt, sprach via Videobotschaft auch die in Israel lebende Schwester Zeichners, Esther Schuldmann, in berührenden Worten zu den Gästen der Gedenkveranstaltung. Otto Zeichner, geboren am 19. Februar 1921 in Klagenfurt, war zur NS-Zeit einer von 50 jüdischen Schülerinnen und Schülern der Handelsakademie. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 war den jüdischen HAK-Schülern der weitere Schulbesuch verboten. Otto Zeichner flüchtete nach Holland, ist aber dann verhaftet und nach Auschwitz deportiert worden. Dort wurde er am 11. August 1942 im Alter von nur 21 Jahren ermordet.

Die HAK Klagenfurt beschäftigt sich schon seit Jahren in Form von Projekten und Zeitzeugenbesuchen mit der Geschichte des Nationalsozialismus. 2008 wurde in der Schule die künstlerische Installation „Tatort Klagenfurt 1938-1945“ mit den Namen der vertriebenen und ermordeten jüdischen Schülerinnen und Schülern errichtet. In einem internationalen Zeitungsprojekt 2009 wurden von Schülern „weiße Flecken der Erinnerung“ mit einem Bericht über Otto Zeichner gefüllt. Aus dem Schüler-Projekt „Zeichnen gegen das Vergessen“ zu den Kohle-Portraits von Holocaust-Opfern des Kärntner Künstlers Manfred Bockelmann entstand schließlich die Idee, zum 120-Jahr-Jubiläum ein besonderes Zeichen der Erinnerung zu setzen.

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