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Holocaust-Gedenken der Stadt

(24.01.2016)
Zum internationalen Holocaust-Gedenktag lud die Stadt Klagenfurt zur Matinée. Gedenkredner war diesmal Ari Rath (91).

„Ein klares Mahnen gegen das Vergessen der unfassbaren Gräueltaten“, ist für Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise die Aufgabe der Veranstaltung. Als Gastredner kam diesmal der 91jährige Ari Rath, der als 13jähriger aus Österreich vor den Nazis flüchten musste.  

Am 27. Jänner 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit und an diesem Tag wird international der Millionen Opfer des Naziregimes gedacht. Die Stadt Klagenfurt lud im Vorfeld des Gedenktages wieder zu einer stimmungsvollen Matinée ins Künstlerhaus an der zahlreiche Repräsentanten aus Politik, Kultur und Gesellschaft teilnahmen. Als Vertreter des Stadtsenates waren die Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler und Christian Scheider sowie Stadträtin Ruth Feistritzer dabei.

Gegen Rasswenwahn und Diskriminierung

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz freute sich besonders, viele Schülerinnen und Schüler sowie Pädagogen begrüßen zu können und dankte, dass sich gerade die Jugend bei den Klagenfurter Gedenkaktionen wie dem Projekt Stolpersteine und vielen Veranstaltungen einbringt.

„Das ist ein schönes Zeichen und macht Mut für die Zukunft“ so die Bürgermeisterin. Mit dieser Matinée zum Holocaust-Gedenktag wolle die Stadt an das dunkelste Kapitel der Geschichte erinnern, an jene Zeit, als Millionen Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Einstellung verfolgt, gefoltert, ermordet wurden.

„Unsere Aufgabe ist es, uns mit Vehemenz gegen das Vergessen und das Verharmlosen dieser Gräueltaten zu stellen“, erklärte die Bürgermeisterin.

„Wohin Rassenwahn, Diskriminierung und autoritäre Regime führen, haben uns diese schrecklichen Verbrechen gezeigt. Die Einhaltung der Menschenrechte muss oberste Priorität haben, deshalb müssen wir immer ganz klar und entscheiden gegen Diskriminierung und Rassismus auftreten“, appellierte Dr. Mathiaschitz.

Dankbar und gerührt 

„Berührt und gerührt“ zeigte sich Ari Rath, 91 Jahre und Hauptredner der Gedenkveranstaltung, die, so Rath „vor einigen Jahren noch nicht möglich gewesen wäre und auch heute noch nicht selbstverständlich ist.“
Rath, Journalist und Buchautor konnte mit 13 Jahren nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland mit einem Kindertransport nach Palästina flüchten. Er war lange Chefredakteur und Herausgeber der Jerusalem Post, arbeitet jetzt als freier Publizist. 
Er erzählte wie mit dem Anschluss 195.000 österreichische Juden über Nacht vom Mensch zum Unmensch erklärt wurden, wie niemand gegen die Plünderungen protestiert hat, die jüdischen Mitbürger verfolgt und verhaftet wurden.

 „Die Gefahr ist nicht gebannt, wir müssen wachsam sein. Ich bin sehr dankbar für solche Veranstaltungen wie sie die Stadt Klagenfurt organisiert. Nur wenn wir an das Schlimmste erinnern, können wir eine Wiederholung hoffentlich verhindern. Bitte mahnen Sie immer weiter gegen das Vergessen“ bat Ari Rath mit eindringlichen Worten. Er hat heute die österreichische und die israelische Staatsbürgerschaft.

„Wir werden ihre Worte in unseren Herzen bewahren“, so die Bürgermeisterin, die mit der Matinée ein „gemeinsames Plädoyer für Frieden und Freiheit, gegen Verfolgung und gegen das Vergessen“ setzen will. Ari Rath trug sich anschließend in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Klagenfurt ein.
Mit Zitaten von Ivan Ivanji, der ebenfalls schon bei einer Klagenfurter Gedenkmatinée sprach erinnerte der Vorsitzende des Gedenkbeirates Univ.Prof. Dr. Peter Gstettner, an die Gräueltäten in den österreichischen Vernichtungslagern.

Musikalisch begleitet wurde die Matinée vom Duo Masis, von Karen Asatrian und Anna Hakobyan. Die beiden spielten Musik aus dem Film „Schindlers Liste“ aber auch Stücke mit denen die Vertreibung und Ermordung von 1,5 Millionen Armeniern thematisiert wird.

Mit dabei auch zwei Gedenkdiener aus Spittal und Lienz, die einen Zivil-Ersatzdienst in Holocaust-Gedenkstätten leisten.

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