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40. Ingeborg-Bachmann-Literaturpreis vergeben

(03.07.2016)
Für ihre charmante, unangestrengte Satire über den deutschen Alltag wurde die in Berlin lebende Britin Sharon Dodua Otoo mit dem 40. Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz sprach bei der Preisverleihung von einer erfreulichen, neuen Stimme in der literarischen Welt.

International wie nie zuvor war der diesjährige, 40. Ingeborg-Bachmann-Literaturwettbewerb. Die teilnehmenden Autorinnen und Autoren kamen aus acht (!) Nationen – gewonnen hat die Schwarze Britin Sharon Dodua Otoo. Die Autorin, Aktivistin und Herausgeberin der englischsprachigen Burchreihe „Witnessed“ war überrascht und überwältigt, zur Siegerin gewählt worden zu sein. „Ich kannte den Bewerb gar nicht, habe mich einfach über die Einladung und Erfahrungen gefreut“ war Sharon Dodua Otoo überrascht, als Siegerin aus Klagenfurt weg zu fahren.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz überreichte den von der Landeshauptstadt Klagenfurt gestifteten, mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis mit großer Freude an die sympathische Autorin und ihren hervorragenden Text. „Ich stimme Jurorin Hildegard Keller zu, die gesagt hat: mit diesem Text erhält die literarische Welt eine erfreuliche, neue Stimme!“, so die Bürgermeisterin, die Sharon Dodua Otoo die Urkunde mit einem großen Kompliment überreichte und für die weitere literarische Laufbahn viel Erfolg wünschte.

Mit ihrem Text „Herr Gröttrup setzt sich hin“ hat die 1972 in London geborene Autorin Humor in die Lesearena gebracht. Die Jury sah in der Geschichte über ein spießiges Ehepaar und ein Frühstücksei, dass nach siebeneinhalb Minuten nicht und nicht hart kochen will, „eine wunderbare Persiflage auf Loriots Ei-Nummer“ (Hildegard Keller), Klaus Kastberter erinnerte der Text an Thomas Bernhards „Der deutsche Mittagstisch“.

Kelag-Preis

Aus der Schweiz kommt der diesjährige Kelag-Preisträger. „Los Alamos ist winzig“ lautete der Titel des Texts von Dieter Zwicky. Der aus Zürich stammende Autor hat bereits 2007 am Klagenfurter Literaturwettbewerb teilgenommen. Heute nahm er den mit 10.000 Euro dotierten, so genannten „Zweiten Preis“ mit nach Hause.

3sat-Preis

Die deutsche Autorin Julia Wolf gewinnt mit ihrer Geschichte „Walter Nowak bleibt liegen“ den 3sat-Preis (7.500 Euro). Die in Berlin lebende Autorin erzählt darin von einem älteren Mann, der im Schwimmbad stürzt und über sein Leben nachdenkt, während er am Boden liegend auf Hilfe wartet.

Publikumspreis und Stadtschreiber-Stipendium 

Die nächste Klagenfurter Stadtschreiberin heißt Stefanie Sargnagel! Die 1986 in Wien geborene Autorin erhielt nämlich den von der BKS gestifteten Publikumspreis (7.000 Euro). Mit dem Publikumspreis verbunden ist das Klagenfurter Stadtschreiberstipendium im Folgejahr – Stefanie Sargnagel ist somit eingeladen, von Mai bis September 2017 zu einem künstlerischen Arbeitsaufenthalt in der Landeshauptstadt Klagenfurt zu verbringen.

Ihr Text „Penne vom Kika“ kam zwar bei den meisten Juroren gut an, auf der Preisträger-Shortlist war Stefanie Sargnagel dennoch nicht vertreten.
Sie begeisterte mit ihrem Text, der „raus aus der Hochkultur, rein in die reale Hölle der Vorstadtkneipen“ (Zitat Hubert Winkels) führt, aber die Leserinnen und Leser, den meisten von ihnen ist die Wienerin mit ihren  Kurztexten und Zeichnungen von Facebook bestens bekannt!


Infos, Autorenportraits, Texte zum Downloaden, Jurydiskussionen etc auf http://bachmannpreis.orf.at

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