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Rangerin schützt Naturjuwel

(22.07.2016)
Im Natura 2000 Gebiet Lendspitz-Maiernigg wird auf Information und Aufklärung gesetzt. Beim „GEO-Tag“ entdeckten Experten im Schutzgebiet etwa 1.000 Tier- und Pflanzenarten.

„City meets nature“ heißt das Kooperationsprojekt von Stadt Klagenfurt, Land Kärnten und Universität Klagenfurt, welches seit 2010 das Europaschutzgebiet Lendspitz-Maiernigg betreut. Die Uferzone des Wörthersees ist nicht nur für Erholungssuchende attraktiv, sondern auch Lebensraum von geschützten Tier- und Pflanzenarten. Besonders empfindlich reagieren Flora und Fauna auf Störungen durch Menschen.

In diesem Sommer ist daher erstmals eine Rangerin direkt im sensiblen Schutzgebiet unterwegs, um aufzuklären und zu informieren. „Die Leute schätzen die Natürlichkeit des Gebiets“, berichtet Rangerin Elisabeth Wiegele, die schon zahlreiche Gespräche vor Ort geführt hat. „Vielen ist nicht bewusst, dass Radfahren nur auf dem ausgeschilderten Radweg erlaubt und der Uferpfad Fußgängern vorbehalten ist“, so die junge Geografie-Studentin.

 Zu wenig bekannt sei auch, dass im gesamten Schutzgebiet, inklusive dem Seeabfluss, das Befahren mit Booten (ausgenommen Anrainer) verboten ist. Dazu zählen auch Stand-Up-Paddle und andere Schwimmkörper. Was eigentlich jeder wissen sollte: das Schutzgebiet ist kein geeigneter Ort für Lagerfeuer und Grillfeste! Die reiche Flora und Fauna des Natura 2000 Gebietes sind aktuell in den Ergebnissen des „GEO-Tags der Artenvielfalt“ dokumentiert. Dabei durchstreiften 45 Experten 24 Stunden lang das Schutzgebiet.

„Eine bemerkenswerte Zahl von etwa 1.000 Tier- und Pflanzenarten wurden bei dieser Forschungsaktion mit dem Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten im Klagenfurter Naturjuwel entdeckt. Dabei sind auch einige bisher in Kärnten nicht dokumentierte Arten“, betont Stadträtin Ruth Feistritzer, die das Projekt über das Wissenschaftsreferat der Stadt fördert.

„Damit die seltenen und geschützten Arten auch weiterhin erhalten werden können, ist rücksichtsvolles Verhalten gefordert. Lärm, freilaufende Hunde und plötzlich auftauchende Rad- bzw. Segwayfahrer oder Boote erschrecken die Tiere und vertreiben sie langfristig aus ihrem Lebensraum“, weiß Projektleiterin Susanne Glatz-Jorde, die sich viel von der Aufklärungsarbeit der neuen Rangerin verspricht.

Für Stadträtin Feistritzer ist klar, dass die Uferzone weiterhin Erholungsraum für die Klagenfurter bleiben soll: „Der Balanceakt zwischen ausreichendem Artenschutz und Erholungsnutzung funktioniert so lange, wie sich die Leute an die derzeit gültigen Regeln halten.“

Mehr über die Artenvielfalt des Gebiets erfährt man in der kürzlich erschienenen Broschüre des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten zum Ergebnisse des GEO-Tags der Artenvielfalt 2015. Erhältlich ist dieser im Rathaus im Büro von Stadträtin Feistritzer.


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