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Leitbild für die Stadt vorgestellt

(18.11.2016)
Die Erstellung eines Leitbildes für die Stadt ist wichtiger Teil des Reformkurses. Jetzt liegt es vor, wurde vom Stadtsenat einstimmig positiv beurteilt und von der gesamten Stadtregierung gemeinsam der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz berief Freitag eine Sondersitzung des Stadtsenates ein, um einerseits die Ergebnisse der Bürgerbefragung, andererseits das Leitbild vorzustellen.

„Das Leitbild ist zukunftsweisend für die Stadt, zeigt, wohin sich die Stadt entwickeln soll, deshalb wurde auch ein Sondersenat angesetzt“, so die Stadtchefin. 
Eine der Grundlagen für das neue Leitbild ist eine groß angelegte Bürger- und Bürgerinnenbefragung der Stadt, die von Dr. Gabriele Stoiser, stellvertretende Leiterin der Abteilung Bevölkerungs­wesen, durchgeführt wurde. Sie präsentierte im  Senat die Ergebnisse. 
Ausgeschickt wurden 61.000 Fragebögen, man konnte sich auch Online an der Befragung beteiligen. Ziel war es herauszufinden, wie die Klagenfurter Bevölkerung die derzeitige Situation der Stadt sieht, wohin sich die Stadt entwickeln soll, wo die Bürgerinnen und Bürger Schwerpunkte sehen wollen, wofür soll Geld ausgegeben, wo soll gespart werden. Die Rücklaufquote von 13 Prozent entsprach dem Schnitt bei solchen Umfragen, berichtete Dr. Stoiser.  

So sehen es die Bürger und Bürgerinnen

Die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengefasst: 87 Prozent der Menschen wohnen sehr gerne, oder gern in Klagenfurt und schätzen die Lebensqualität sehr gut bzw. gut ein (75,5 Prozent). Man erlebt Klagenfurt als grüne, sichere (70 %) Stadt mit gutem Angebot im Bereich Bildung, Literatur, Sport und als Tourismusziel.

Als attraktiver Wirtschaftsstandort mit großem Arbeitsplatzangebot wird Klagenfurt allerdings nur bedingt wahrgenommen, es wird als Stadt für ältere Generationen gesehen und man sieht eher pessimistisch in die Zukunft (vor allem jüngere Menschen).

Dementsprechend auch die Wünsche für die weitere Entwicklung von Klagenfurt. Für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes soll mehr Geld in die Hand genommen werden, ganz oben auf der Wunschliste stehen auch der Erhalt bestehender Freizeitflächen und der Sportinfrastruktur für die Allgemeinheit, der Ausbau der Radwege und des Öffentlichen Verkehres. Bei der Sicherheit soll nicht gespart werden, wohl aber im Unterhaltungsbereich und bei Veranstaltungen. Keine Schulden machen, Ausgabenreduktion aber wenig Leistungsreduktion wünscht man sich laut Umfrage bei den städtischen Finanzen.

Weiteres Anliegen: mehr Bürgerbeteiligung, vor allem im eigenen Stadtteil.
Diesem Wunsch will die Bürgermeisterin gleich mit der Diskussion um das Leitbild nachkommen – es soll in den einzelnen Stadtteilen vorgestellt und dann noch nachgeschärft werden.

 Dem Senat wurde es von Dr. Martin Strutz, Agentur, Namos, präsentiert. Er war ja von der Stadt mit der Erstellung beauftragt worden.

Das Leitbild

Zusätzlich zur Bürgerbefragung wurden Arbeitskreise zu den verschiedenen Themen installiert. Besetzt waren die Arbeitskreise mit rund 130 Personen aus den verschiedensten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen der Stadt.

Klar gestellt wurde von Dr. Strutz im Stadtsenat, dass das Leitbild kein neuer Stadtslogan, kein Motto ist, sondern eine Handlungsanleitung, ein Fahrplan, wohin sich die Stadt entwickeln soll, für welche Werte sie steht und welche Leitmotive den Weg bestimmen.

Das Ergebnis der Arbeitskreise korrespondiert mit  der Wahrnehmung der Bevölkerung: es gilt der Überalterung der Stadt gegenzusteuern, das ist möglich wenn man Jugend und Familien mehr Perspektiven in der Stadt anbietet, so dass sie entweder nach der Ausbildung hier hochwertige Jobs finden oder nach dem Studium wieder nach Klagenfurt zurückkehren. Wirtschaftsförderung, Lebensqualität, Familienangebote wie Kinderbetreuung und der Weg zur Smart City, zur vernetzten, umweltbewussten und technologieorientierten Stadt sollen den Weg vorgeben. Zusammengefasst wurde das alles unter dem Begriff Smart City. Stadt der Begegnung“, wobei Begegnung  für Lebensqualität steht.

Mehr bewusst machen und noch ausbauen soll man die Stärken der Stadt wie die zentrale Lage im Alpen Adria Raum, die Größe, das Gesundheitsangebot, die kulturelle Vielfalt und die Kinder- und Familienfreundliche Stadt.

Die Arbeitskreise haben aber nicht nur das Leitbild und die dazugehörigen Handlungsfelder ausgearbeitet, es liegen auch schon über 100 Handlungsempfehlungen vor.

Dank

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz bedankte sich in herzlichen Worten für die engagierte Arbeit und gratulierte zur Erstellung.

Auch die anderen Stadtsenatsmitglieder Vzbgm. Jürgen Pfeiler,  Stadtrat Mag. Otto Umlauft, Vzbgm. Christian Scheider und Stadtrat Wolfgang Germ äußerten sich positiv und zufrieden. Scheider schlug auch eine dementsprechende Zeitleiste für die Umsetzung und die budgetmäßige Dotierung vor.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz stellte dazu fest, dass man den Konsolidierungspfad nicht verlassen, aber mit Hilfe des Leitbildes den Mitteleinsatz steuern kann. Außerdem erwarte sie sich von jedem Referenten dem Leitbild entsprechend vorbereitete Projekte, die man bei guter Finanzentwicklung unterjährig sofort umsetzen kann.

 Das Leitbild, zu dem noch ein Kulturentwicklungsplan kommt, wurde vom Stadtsenat einstimmig positiv zur Kenntnis genommen. Die gesamte Stadtregierung präsentierte Leitbild und Bürgerbefragung dann auch gemeinsam in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit – ein historischer Auftritt.

Die Pressekonferenz

„Ein wirklich historischer Auftritt mit großer Signalwirkung“, charakterisierte Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz die Pressekonferenz zum Leitbild der Stadt Klagenfurt. Zu ersten Mal präsentierten alle Fraktionen der Stadtregierung ein Projekt gemeinsam der Öffentlichkeit. „Das zeigt, dass die gesamte Stadt hinter diesem Leitbild steht und die Bedeutung eines solchen Leitbildes. In den Erstellungsprozess waren wir auch alle einbezogen“, sagte die Bürgermeisterin.

Sie fasste nach der Präsentation durch Dr. Martin Strutz (Leitbild) und Dr. Gabriele Stoiser (Bürgerbefragung) auch noch einmal die Zielsetzungen zusammen: „Nachhaltig handeln, also für die nächsten Generationen, umweltbewusst, eine Stadt der kurzen Wege, Sicherheit, leistbares Wohnen, Kinderbetreuung, Breitensport, Radwegeausbau“.

Mit diesem Leitbild sollen sich auch die Klagenfurterinnen und Klagenfurter befassen, es soll in den einzelnen Stadtteilen vorgestellt und dann noch nachgeschärft werden.

Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler bezeichnete das Leitbild als Leitfaden für die tägliche Arbeit, wo die Mittel aus dem Budget eingesetzt werden sollen.
Vizebürgermeister Christian Scheider sagte, dass die Umsetzung eine Herausforderung sein wird und griff die Bedeutung der Grünflächen für die Bevölkerung heraus, die aus der Umfrage hervorgeht. 
Stadtrat Mag. Otto Umlauft dankte für die äußerst professionelle Erarbeitung und stellte fest, dass ein wichtiger Teil einer lebenswerten Stadt die Arbeitsplätze sind. Hier gelte es noch mehr Unternehmen, auch aus dem benachbarten Ländern Italien und Slowenien nach Klagenfurt zu bringen.
Auch für Stadtrat Wolfgang Germ sind Arbeitsplätze besonders wichtig, die Stadt habe da einen großen Auftrag.
Als Schulreferentin sieht Stadträtin Ruth Feistritzer den eingeschlagenen Weg zum Bildungszentrum durch die Umfrage bestätigt, hier sollen weitere Schwerpunkte gesetzt werden.
Stadtrat Frank Frey erklärte, man stehe mit dem Leitbild am Beginn einer Reise und hoffte auf eine weitere gute Zusammenarbeit. Die stellvertretende Clubobfrau der Grünen, Karin Ruppert, betonte die Wichtigkeit der Umsetzung.

 ÖVP-Clubobmann Markus Geiger  hob die gemeinsame Pressekonferenz als Signal für eine neue politische Kultur hervor, als positives Zeichen für die Umsetzung. Der Leitbildprozess sei so ein echtes Musterprojekt.

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