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Klagenfurt 500: Festakt im Wappensaal

(24.04.2018)
Mit einem Festakt wurde die Schenkung der Stadt an die Landstände gewürdigt. Ehrengäste kamen aus ganz Österreich und vielen Partnerstädten.

Genau am Tag der Schenkung  durch Kaiser Maximilian I.  vor 500 Jahren erinnerte der Festakt an diesen historischen und in der deutschen Rechtsgeschichte beispiellosen Akt. Nie zuvor hatte ein kaiser eine ganze Stadt verschenkt. Für Klagenfurt begann damit eine Zeit der Blüte und der Entwicklung.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz konnte für die österreichische Bundesregierung Ministerin Elisabeth Köstinger, gebürtige Kärntnerin, den höchsten Repräsentanten des Landes, Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser und das gesamte Kärntner Regierungskollegium, sowie zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens Kärntens begrüßen.

Herausforderungen selbstbewusst meistern

„Vor 500 Jahren waren andere Städte in Kärnten wesentlich bedeutender als das kleine und durch Feuer zerstörte Klagenfurt. Aber mit Beharrlichkeit und Mut wurde diese Stadt aufgebaut, neu geschaffen, weiter entwickelt“, sagte die Bürgermeisterin in ihrer Rede. „Wie nie zuvor und danach war Klagenfurt in dieser Zeit von Optimismus geprägt“, zitierte die Stadtchefin die Historikerin Dr. Claudia Fräss-Ehrfeld und wünschte sich, dass mit solchem Mut, diesem Optimismus und solcher Beharrlichkeit Klagenfurt in Zukunft weiter entwickelt wird. Das gehe nur, wenn man offen ist für neue Ideen und da sei der Diskurs, der Dialog über die Grenzen hinweg besonders wichtig. Deshalb freue sie sich auch besonders, dass elf von fünfzehn Klagenfurt Partnerstädten Delegationen zur Jubiläumsfeier gesandt haben. „Das ist eine Auszeichnung für uns und ein schönes Zeichen gelebter Freundschaft“, so Dr. Maria-Luise Mathiaschitz. Sie sprach auch die Herausforderungen der Zukunft an wie zum Beispiel den Ausbau der Digitalisierung, die Innenstadt zukunftsfit zu machen trotz boomenden Onlinehandels, die Belebung von Lendkanal und Lendhafen, das Hereinholen des Sees in die Stadt, den Bau des neuen Hallenbades um auch Sport und Tourismus zu stärken.

„Wir sind selbstbewusst in der Gegenwart angekommen und wollen jetzt zuversichtlich in die Zukunft gehen. Wir werden alles dafür tun, die Stadt weiter aufzubauen und gemeinsam wird uns dies gelingen“, erklärte Bürgermeisterin Dr. Mathiaschitz.

Weltoffen, gastfreundlich und herzlich

Für die Partnerstädte sprach der Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich, der sich bei seinem ersten Besuch in Klagenfurt beeindruckt von der Schönheit der Stadt und vor allem von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft zeigte. Die Beziehungen von Klagenfurt in die Welt seien ausgezeichnet und es gelte Dank zu sagen, dass Klagenfurt sein Jubiläum mit allen Partnerstädten feiert. Ein Zeichen für die Weltoffenheit für die Klagenfurt bekannt ist. 88 Jahre sei die Städtefreundschaft nun alt und Städtepartnerschaften sind kein Auslaufmodell, sondern im heutigen Europa wichtiger denn je, so der Oberbürgermeister.

„In einer Zeit, wo wir gesellschaftliche Spaltungen erleben, müssen wir das Denken über die Grenzen stärken. Die Liebe zur Heimat muss Hand in Hand gehen mit Toleranz und Verständnis. Das geht umso leichter, wenn man den anderen kennt“, mahnte Sven Gerich.

„Wir müssen weiter am Ausbau der Kontakte arbeiten, das soll auch ein Signal an unsere Bürger sein, die Partnerstädte zu besuchen“, schloss der Oberbürgermeister.

 Innovation

Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser sprach als überzeugter und stolzer Europäer, Österreicher, Kärntner, Klagenfurter und Waidmannsdorfer (ein Stadtteil von Klagenfurt). Er ging auf die Vergangenheit mit der Schenkung ein und meinte humorvoll „heute hat ein Kaiser nichts mehr zu verschenken“. Aber man werde Klagenfurt und seine Entwicklung nach besten Möglichkeiten weiter unterstützen. „Unsere Landeshauptstadt war schon oft Vorreiter sowie mit dem ersten Hochhaus Österreichs, dem ersten Fernheizwerk Österreichs, der ersten Fußgängerzone, heute gibt es Innovation in Forschung und Entwicklung“, führte Dr. Peter Kaiser aus.

Region mit großen Chancen

Als Vertreterin der Bundesregierung überbrachte Ministerin Elisabeth Köstinger die Grüße von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Klagenfurt sei früher in Zeiten des Eisernen Vorhangs an einer Grenze gelegen, habe auch keine leichten Zeiten überwunden und liegt jetzt in einer zusammengewachsenen Region und dieses Zusammenwachsen bringe viele positive Aspekte in Wirtschaft und Kultur. Die Alpen-Adria-Region ist eine Region mit großen Chancen so die Ministerin.

Festreden

Die Festredner bei der Feier waren die Historikerin und Geschichtsvereins­direktorin Dr. Claudia Fräss-Ehrfeld, Literat und Büchner-Preisträger   Dr.h.c. Josef Winkler und Dr. Konrad Paul Liessmann, Universitätsprofessor, Philosoph und Kulturpublizist.

Dr. Claudia Fräss-Ehrfeld nahm die vielen Ehrengäste mit auf einen spannenden Spaziergang durch 500 Jahre Klagenfurter Geschichte, Josef Winkler plädierte mit scharfen Worten für eine Stadtbibliothek. Dr. Konrad Paul Liessmann führte in die Zukunft und skizzierte die schwierigen Aufgaben von Stadtpolitik und Stadtplanung für die urbanen Zentren der Zukunft. Städte müßten neue Entwicklungen nicht nur zulassen sondern sie aktiv und dynamisch unterstützen um attraktiv für die Jugend zu sein. „Eine Stadt muss mehr sein als ein Raum zum Wohnen und für Konsumation. Die Bürger müssen sich eingeladen fühlen, Teil einer Stadt zu sein, einer Stadt der Partizipation“, so Liessmann.

Landtagspräsident Reinhard Rohr, Hausherr im Wappensaal, blickte auch anhand des Beispiels Landhaus, das ja damals von den Landständen errichtet worden ist, in die Geschichte und in die Zukunft. Für letztere gelte es jetzt die Herausforderungen gemeinsam zu meistern und den zentralraum Kärnten für die Zukunft zu rüsten.

Kinder und Musik

Berührend war der Auftritt von Kindern aus Kindergarten und Hort St. Ruprecht und „Haus des Kindes“ mit speziellen Wünschen an ihre Stadt(u.a. „alle Menschen sollen sich hier wohl fühlen und gerne hier wohnen“)

Musikalisch gestaltet wurde der Festakt vom Ensemble Musica claudiforensis und dem Doppelsextett des Kammerchors Klagenfurt am Wörthersee.

Der Chor brachte auch die Welturaufführung einer „Hymne an Klagenfurt“, komponiert von Günther Antesberger, wofür es begeisterte Dankesworte von Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz gab.

 Der Festakt fand im Landhaushof mit viel Jugend und Optimismus seinen Abschluss. Die Kinder der Volksschule 11 St. Ruprecht, die Volksschule 24/Ljudska šola 24 und die Volksschule St. Ursula brillierten unter anderem mit einem fröhlichen Lindwurm-Boogie. Anschließend stiegen Luftballone mit Liebeserklärungen der Kinder an ihre Stadt in den Himmel.

 Von der Bürgermeisterin gab es ein ganz herzliches Dankeschön an die Kinder aber auch an alle, die geholfen haben, den würdigen Festakt vorzubereiten und zu gestalten.

 Die Festreden zum Nachlesen:

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