Zum Inhaltsbereich springen

Kirchlicher Auftakt zur Jubiläumswoche

(22.04.2018)

 Ökumenische Gottesdienste im katholischen Dom und in der evangelischen Johanneskirche, eine bemerkenswerte Ausstellung und eine spezielle historische Führung auf dem Weg zwischen den beiden Kirchen standen auf dem Programm.

  

„Einen würdevolleren Auftakt wie diesen ökumenischen Gottesdienst, die Ausstellung im Dom, den Spaziergang zur Kirche am Lendhafen und den dortigen Dankgottesdienst, zelebriert von den höchsten kirchlichen Würdenträgern in unserem Land, kann es wirklich nicht geben“, dankte Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz mit herzlichen Worten nach dem ökumenischen Gottesdienst im Klagenfurter Dom.

In der vollbesetzten Kirche erinnerten Bischof Dr. Alois Schwarz und der evangelische Superintendent Mag. Manfred Sauer an die wechselvolle Geschichte der Stadt in den letzten 500 Jahren seit der Schenkung durch Kaiser Maximilian I. an die   Landstände.

Mag. Sauer nahm dabei, angelehnt an ein Zitat von Gert Jonke, den Vergleich einer Klangwolke, die sich von der Vergangenheit bis in die Zukunft spannt und manchmal schöne, aber auch traurige oder gewaltsame Melodien umfasse. Bischof Dr. Alois Schwarz erinnerte daran, dass der Klagenfurter Dom einst als evangelische Kirche gebaut worden sei und erst nach einem jahrhundertelan­gen Weg der Trennung und Auseinandersetzungen man nun gemeinsam in dieser Kirche stehe und am Nachmittag in der evangelischen Kirche zu Gast sein werde. Die beiden hohen Kirchenrepräsentanten appellierten an alle Menschen in der Zukunft immer den gemeinsamen, friedlichen Weg zu suchen.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz stellte fest, dass die Epoche nach der Schenkung der Stadt von einer unvergleichlichen Aufbruchsstimmung geprägt gewesen sei. An eine solche Aufbruchsstimmung wolle man gerne mit dem 500-Jahr-Jubiläum anknüpfen und optimistisch und gemeinsam in die Zukunft gehen.

Die Ausstellung in der Domkirche wurde von Dompfarrer Dr. Peter Allmaier präsentiert, der Dr. Peter Tropper herzlich für die Zusammenstellung und Graphikerin Sigrid Bostjancic für die Gestaltung dankte.

An den Pfeilern der Kirche sind sechs sogenannte Segel befestigt, die jeweils ein Jahrhundert der Kirchengeschichte in Klagenfurt schildern. Dazu gibt es Drucke zum Blättern und einen QR-Code mit dessen Hilfe man Literatur und Musik aus diesem Jahrhundert zu hören bekommt.

Nach der Ausstellungseröffnung gab es auf dem Domplatz noch eine Agape mit dem Klagenfurt 500 Menu (Leberkäse Fleischerei Plautz, Taumberger Klagenfurt-Weckerl, Wenger-Senf und Schleppe Jubiläumsbier).

Anschließend ging es mit einer speziellen Stadtführung von der Domkirche zur Johanneskirche am Lendhafen.

Hier gab es einen gemeinsamen Dankgottesdienst, ebenfalls mit  Bischof Dr. Alois Schwarz und Superintendent Mag. Manfred Sauer gestalteten. 

Beide hatten für das Dankgebet zum 500-Jahr-Schenklungsjubiläum der Stadt ein Zitat aus den Briefen des Propheten Jeremias gewählt, das sinngemäß sagt, sucht das Beste für die Stadt, laßt Euch auf sie ein, bringt Euch ein, wenn es der Stadt gut geht, geht es Euch gut. Die Zukunft gemeinsam gestalten, Brücken schlagen, Spannungen aushalten, wachsam gegen radikale Tendenzen sein, mit Phantasie diese Stadt weiterbauen, das solle der künftige Weg zum Wohl Klagenfurts sein.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz bedankte sich bei der evangelischen Kirchengemeinde ganz herzlich für die vielstimmigen Dankesgebete, für das gute Miteinander mit der Stadt und der Kirchen untereinander.  Sie erinnerte auch daran, dass die Schenkung durch den Kaiser es vor 500 Jahren erst ermöglicht habe, dass sich Klagenfurt so entwickelt hat. Nur wenige Monate zuvor, im Oktober 1517 haben die Luther-Thesen die Reformation in Gang gesetzt und Klagenfurt ist durch die protestantischen Landstände zuerst als evangelische Stadt konzipiert und gebaut worden.

„Die evangelische Kirche ist also untrennbar mit der Entwicklung unserer Stadt verbunden und auch heute ein wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft“, so die Bürgermeisterin, die den Wunsch aussprach „gemeinsam können wir zuversichtlich in die Zukunft gehen.“

Ein herzliches Dankeschön gab es auch vom Kurator der Johanneskirche Klagenfurt, Mag. Udo Puschnig dafür „dass wir heute so schöne Stunden der Ökumene erleben durften und für das gute Miteinander der Kirche und der Politik“.

 Anschließend traf man sich vor der Johanneskirche auf dem Martin-Luther-Platz zu einer weiteren Agape.

Scrolle nach oben