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Besuch aus Israel im Rathaus

(16.07.2019)
Die Geschwister David und Shiria Schuldmann sowie die Schwestern Limor Shtierman und Talia Shochat besuchten Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz im Rathaus. Drei ihrer nächste Verwandten fielen den Nazis zum Opfer, Stolpersteine erinnern in Klagenfurt an sie.

Es waren abscheuliche Gräueltaten, die die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg den Menschen antaten. Wie präsent diese fürchterliche Zeit noch heute ist, zeigte der emotionale Besuch von David und Shiria Schuldmann sowie Limor Shtierman und Talia Shochat im Klagenfurter Rathaus.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz begrüßte die Gäste aus Israel in ihrem Büro, um gemeinsam über die Vergangenheit ihrer Vorfahren zu sprechen.  Die Mutter von David und Shiria Schuldmann, wurde 1922 in Klagenfurt als Erna Zeichner geboren. Ihre Mutter und ihr Bruder Otto - Schüler der Handelsakademie Klagenfurt - wurden von den Nazis umgebracht. Erna war eine von 150 Überlebenden des sogenannten „Kladovo-Transportes“, sie konnte nach Palästina flüchten. Dem Bruder und der Mutter von  Erna Zeichner wurden je ein Stolperstein in der Adlergasse gewidmet, an ihrer letzten freiwillig gewählten Wohnadresse.

Julie Spitz, eine nahe Verwandte von Limor Shtierman und Talia Shochat, erhielt einen Gedenkstein letztes Jahr in der Spengergasse. Ihr Sohn Josef konnte nach Schweden flüchten, Julie wurde im August 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Zwei Familienschicksale, die zusammenschweißen, je zwei Geschwister, die das Schicksal ihrer Vorfahren sichtbar machen, um zu erinnern, zu warnen und ihnen ein Gesicht geben. Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz ist die Erinnerungskultur und die Aufarbeitung des Holocaust ein besonderes Anliegen. „Man merkt wie emotional das Thema in diesen Familien nach wie vor ist, unsere Aufgabe ist es, diese Erinnerungsarbeit zu unterstützen, um den Opfern des grauenhaften Nazi-Regimes zu gedenken und sie sichtbar zu machen“, so die Bürgermeisterin.

Stolpersteinverlegung

Die Stolpersteine sind ein europaweites Projekt des Künstlers Gunter Demnig, die an die Opfer des Nazis erinnern. Sie erinnern an jene Menschen, die in Klagenfurt gelebt haben, ehe sie vertrieben, gedemütigt und gequält und schließlich in den Vernichtungslagern ermordet wurden, nur weil sie eine andere Religion hatten. Die Pflastersteine mit Messingplatten enthalten Namen, Daten und Schicksal der Opfer, sie werden vor den Häusern verlegt, der als letzter selbstgewählter Wohnort bekannt war.

Mehr zur Klagenfurter Erinnerungskultur hier:

https://www.klagenfurt.at/die-stadt/geschichte/erinnerungskultur/erinnerungskultur-1.html

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